Kirchweih Behringersdorf

Ein gallisches Spektakel

Asterix und Obelix sorgten im Festzelt für Stimmung. | Foto: Brinek2018/06/kirchweih-behringersdorf-asterix-obelix-bri.jpg

BEHRINGERSDORF — Unter dem Motto „Gallische Kirwa“ erlebte das Behringersdorfer Fest auch in diesem Jahr wieder einen Besucherrekord. Vor allem beim Frühschoppen am Sonntagvormittag waren das Zelt und die Außenplätze brechend voll und die Besucher erlebten eine grandiose Show mit Asterix, Obelix und Ministerpräsident(-ix) Markus Söder als Überraschungsgast.

Als Bürgermeisterin Ruth Thurner am Freitagabend mit dem Bier­anstich die Kirchweih eröffnete, herrschte auf dem Festplatz bereits reger Betrieb. Der Musikverein Lauf sorgte mit schmissigen Klängen für einen schwungvollen Auftakt und die Aktiven des Heimat- und Trachtenvereins ließen es beim Schuhplatteln tüchtig krachen, ebenso wie die Böllerschützen aus Behringersdorf und Schwaig. Im Zelt garantierte „Dingl Dangl“ bis in die Nacht hinein allerbeste Stimmung. Die besten Bilder von der Behringersdorfer Kirchweih gibt es in unserer Galerie.

Am Samstagvormittag beim Turnier um den Kalksandvolley-Pokal des großen „Hinkelsteinlieferanten Zapfix“ kämpften 16 Mannschaften um den Sieg. Am Nachmittag ging es sportlich weiter – beim Aufstellen des Kirwabaums. 30 kräftige Burschen stemmten unter dem Kommando von Werner Simon die mächtige 28 Meter hohe Fichte in die Senkrechte. Nach der schweißtreibenden Arbeit stießen sie mit dem eigens für diese Kirchweih eingebrauten Trunk „Spaltix“ an. Der Abend endete mit musikalischer Unterstützung durch „Herzblut“ in einem großen Gelage.

Auch das Baumaufstellen gehört zu den Highlights der Behringersdorfer Kirwa. | Foto: Brinek2018/06/kirchweih-behringersdorf-baumaufstellen1.jpg

Bereits zum Gottesdienst, am Sonntag um 9.30 Uhr, war das Festzelt gut gefüllt. Beim anschließenden Frühschoppen gab es für viele Besucher nur noch Stehplätze. Wie schon vergangenes Jahr hatte Ministerpräsident Markus Söder die Einladung von CSU-Vorsitzender Petra Oberhäuser angenommen, um den legendären Frühschoppen der Behringersdorfer Kirwa mitzuerleben.

Söder im Festzelt

Nachdem er von den Besuchern mit stürmischem Applaus begrüßt worden war, bekannte Söder in einer launigen Rede, dass er froh sei, nach der anstrengenden Woche in Berlin wieder in Franken zu sein. Er griff das Motto „Gallische Kirwa“ auf und meinte: „Die Berliner sind die Römer und die Bayern sind die Gallier“.

Ministerpräsident Markus Söder (mit Kabarettist Bläck) war der Überraschungsgast der Kirchweih. | Foto: Brinek2018/06/kirchweih-behringersdorf-black-soder.jpg

Im Außenbereich empfing ein zwischen großen Hinkelsteinen errichtetes gallisches Dorf mit Marktständen und Handwerkern die Besucher. Zu Fanfarenklängen des Spielmannszugs Lauf zogen die als Gallier verkleideten Kirwamadla und –boum in das Zelt ein, angeführt vom auf einer Sänfte ruhenden Majestix. In einem original römischen Streitwagen folgte Cäsar mit seinen Kriegern und nahm die Huldigungen der Behringersdorfer entgegen. In aufwändigen Tanzszenen wurde der Kampf der tapferen Gallier gegen die Römer dargestellt, bis letztere schließlich das Weite suchten.

Diese Pause nutzte Kabartettist Bläck für seine Betrachtungen zur Entwicklung der Behringersdorfer Kirchweih seit der Gründung des Kirwavereins vor zehn Jahren. Dabei landete er immer wieder bei Walter Beck, den er als Initiator der „neuen“ Kirchweih bezeichnete. Mit seinem feinen Humor prägte er so manchen Spruch, der heute noch die Runde macht. Aber auch Klatsch und Tratsch aus dem Ort gab Bläck zum Besten. So soll ein Pfarrer auf der Heimfahrt vom Pfarrfest vom Rad gefallen sein und der Wirt der TSV-Gaststätte habe sein „Grenzhaus“ gegen die einfallenden Römer unter Wasser gesetzt, damit diese ertrinken, mutmaßte er.

Gallier und Römer feierten gemeinsam

Unter dem Jubel der Zuschauer wurde zum Finale Cleopatra von vier halbnackten Jünglingen auf einer Sänfte auf die Bühne getragen. Es gab ein versöhnliches Ende, denn Gallier und Römer feierten anschließend alle gemeinsam ihre Kirchweih in „Behringersdorfum“.

Auch am Abend war das Zelt beim WM-Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, das live übertragen wurde, brechend voll (die PZ berichtete).

Am heutigen Montag fand um 10.30 Uhr der Frühschoppen mit dem Auftritt der Kinder der Grundschule statt. Ab 13 Uhr rollte der Eilwagen durch den Ort. Ab 17 Uhr sorgen „Dingl Dangl“ zum Kirchweihendspurt für Stimmung. Nach der Beerdigung der Kirchweih besiegelt ein Abschlussfeuerwerk das endgültige Aus der „Gallischen Kirwa“.

N-Land Hans Brinek
Hans Brinek