Günter Fensel und Harry Wörner verlassen Fraktion

UBE verliert Köpfe

Harry Wörner und Günter Fensel (von links) verlassen die UBE-Fraktion.
Harry Wörner und Günter Fensel (von links) verlassen die UBE-Fraktion. | Foto: Privat2017/02/Bildschirmfoto-2017-02-17-um-18.53.28.png

ECKENTAL — Die  Unabhängigen Bürger Eckental (UBE) wurden 2014 die große politische Kraft der Marktgemeinde und stellen mit  Ilse Dölle die Bürgermeisterin. Nun verliert die Gruppierung ihre prominentesten und profiliertesten Mitglieder: Günter Fensel und Harry Wörner kehren der UBE den Rücken und werden künftig eine eigene Fraktion bilden.

Die Entscheidung der beiden langjährigen Kommunalpolitiker ist ein Paukenschlag: Waren es doch Fensel und Wörner, die gemeinsam mit Bürgermeisterin Ilse Dölle 2012 die Freien Wähler verließen, um mit den Unabhängigen Bürgern Eckentals (UBE) nicht nur eine neue politische Kraft, sondern auch einen neuen Stil in den unter der Amtszeit von Wilfried Glässer (FW) intern verhärteteten Marktgemeinderat zu bringen.

Mit großem Erfolg und Einsatz verhalfen Wörner und Fensel ihrer Vorsitzenden bei der Stichwahl 2014 zum Sieg und Einzug ins Rathaus und wurden Fraktionssprecher der UBE, die mit sechs weiteren Mitgliedern auf einen Schlag acht Sitze im Gremium eroberte.

„Kein leichter Schritt“

Nun ist alles aus: Mit sofortiger Wirkung haben Günter Fensel und Harry Wörner in dieser Woche ihren Austritt aus der UBE bekannt gegeben. Kein leichter Schritt, wie die beiden betonen, sondern einer, wie Günter Fensel sagt, der der „inneren politischen Überzeugung“ geschuldet ist. In der Erklärung tun sich die beiden Markträte nicht leicht, sie habe mit dem Führungsstil und den Zielen der Bürgermeisterin zu tun, in deren Politik, aber auch im Umgang mit den Mitgliedern des Rates und der Fraktion sich die beiden Markträte nicht mehr wiederfinden. „Transparenz und Bürgernähe sind Schnee von gestern“, kritisieren Fensel und Wörner. Mit den beiden Themen waren Dölle und UBE 2014 in den Wahlkampf gegangen. Doch statt Themen offen zu diskutieren, würden viele Vorgänge den Marktgemeinderäten fertig präsentiert. „Ein Nein wird nicht akzeptiert.“ Die Bürgermeisterin habe einen „monarchischen“ Führungsstil entwickelt. „Wir haben mehrfach das Gespräch gesucht, aber es ist nichts passiert“, sagt Harry Wörner. Es fehle das Miteinander zwischen Verwaltung und Rat.

Bereits im Sommer 2016 hatte Günter Fensel deshalb den Fraktionsvorsitz an Felix Zosel abgegeben. Zum letzten Schritt führten massive Spannungen seit der Haushaltsverabschiedung im November, als Fensel den Entwurf ablehnte, weil er unter anderem mit den darin enthaltenen 60 000 Euro für Marketingmaßnahmen nicht einverstanden war. „Wir machen zu viel Show, anstatt uns auf unsere Aufgaben zu konzentrieren“, sagt der Landwirt. Für die Ablehnung sei er in der Fraktion kritisiert worden. „Die UBE vertritt stets die Meinung von Ilse Dölle. Doch ich sehe nicht ein, warum ich nicht meine Meinung sagen kann.“

Ein Dorn im Auge sind den beiden Markträten auch die Expansionspläne der Gemeinde, insbesondere das Gewerbegebiet in Forth: „Es geht um Wachstum um jeden Preis. Wir sehen nicht, wohin das führen soll“.  Nun wollen sich die beiden als Unabhängige der Unabhängigen im Eckentaler Rat einbringen. Günter Fensel will zudem dritter Bürgermeister bleiben.

N-Land Isabel Krieger
Isabel Krieger