Marktgemeinde Eckental sucht passendes Konzept

Hat das Marktfest Zukunft?

Ein Bild aus guten Zeiten: Die Organisation des Marktfestes und zuletzt des Eckentaler Sommers gestaltete sich zunehmend schwierig. | Foto: Archiv/Krieger2016/11/marktfest-eckental-mittelalter-ik.jpg

ECKENTAL — Was wird aus dem Eckentaler „Marktfest“? Die Zukunft der Veranstaltung ist derzeit offen. In einer Abstimmung hat sich der Marktgemeinderat zwar knapp dafür entschieden, dass 2017 wieder ein Fest stattfinden soll. In welcher Art und Weise, darauf konnten sich die Räte aber auch nach längerer Diskussion nicht einigen.

Das Eckentaler Marktfest stand in den vergangenen Jahren unter keinem guten Stern. Besucherschwund, Dauerregen, sinkende Einnahmen und vor allem die immer schwierigere Suche nach aktiven Ehrenamtlichen in den Vereinen, die noch bereit waren, die Stände an zwei Tagen Ende Juni zu besetzen, hatten bereits im Jahr 2015 dazu geführt, dass aus dem „Eckentaler Marktfest“ der „Eckentaler Sommer“ mit neuen Organisatoren und verändertem Konzept wurde.

Mit dem neuen Titel sollte wieder Schwung in die Veranstaltung auf dem Eschenauer Rathausplatz kommen, die die Jahre zuvor von wechselnden Veranstaltern auf die Beine gestellt worden war.

Zwei Jahre lang hatten nun die Jugendkapelle des Marktes und der Lions Club ihr Bestes gegeben, um den „Eckentaler Sommer“ in der Bevölkerung zu etablieren, doch jetzt signalisierten auch sie der Verwaltung, dass Organisation und Konzeption so nicht mehr zu stemmen seien.

Eine neue tragfähige Idee sollte her, deshalb befasste sich der Marktgemeinderat nun mit dem Thema. Die UBE unter Federführung von Felix Zosel präsentierte in der Sitzung sogar ein Konzept: Mit Foodtrucks an verschiedenen Stellen in Eschenau und Bands wollten die Unabhängigen Bürger Eckentals das Marktfest im kommenden Jahr wiederbeleben. Auch die Eckentaler Vereine hätten weiterhin mit eingebunden sein sollen, etwa mit Getränkeverkauf. Doch im Rat fand sich keine Mehrheit für die Idee, obwohl Bürgermeisterin Ilse Dölle es gerne auf einen Versuch hätte ankommen lassen.

Genauso wenig konnte die SPD mit ihrem Vorschlag eines Eckentaler Theatersommers punkten, den Konrad Gubo unterbreitete. Ihm war es wichtig, in ein neues Konzept alle vier großen Ortsteile mit einzubinden, denn auch das ist ein Problem made in Eckental: Bis heute gelingt es kaum, bei Veranstaltungen ganz Eckental auf die Beine zu bringen. Die Ortsteile agieren alle weitgehend entkoppelt und haben ihre eigenen Veranstaltungen. Auch 44 Jahre nach der Gebietsreform ist der Ort nicht zusammengewachsen.

Ein Punkt, den auch Günter Rauh von den Freien Wählern ansprach, „es ist nicht einfach, die vier Ortschaften unter einen Hut zu bringen“. Den FW wäre es zudem wichtig, bestimmte eingeführte Programmpunkte wie etwa den ökumenischen Gottesdienst beizubehalten. Die CSU zeigte sich in Teilen dem Vorschlag der UBE aufgeschlossen, während die Grünen anmahnten, mit dem Marktfest eine Pause einzulegen und erst mal nachzudenken, welche Art von Veranstaltung tatsächlich zu Eckental passen könnte.

Am Ende gab es zwar eine knappe Abstimmung mit dem Ergebnis, dass 15 000 Euro für ein Fest in den Haushalt für das Jahr 2017 eingestellt werden sollen, der Vorschlag der UBE mit den Foodtrucks aber fiel durch. Auch auf einen gemeinsamen Nenner, dass die Verwaltung auf Basis der Ideen ein neues Konzept erarbeiten soll, konnten sich die Räte nicht einigen. Was 2017 gefeiert wird, ist damit offen.

N-Land Isabel Krieger
Isabel Krieger