Von Tradition bis Unterhaltung

Diepersdorfer Hauptstraße wurde wieder Rummelplatz

Die Familie Abt mit ihrem Hauptgwinn an einer Bude auf dem Rummelplatz in der Dorfmitte: einem weißen Stofftiger. | Foto: Jahn2018/08/Diepersdorf-Kirwasamstag-Hauptgewinn-2.jpg

DIEPERSDORF — Wenn es auf der Diepersdorfer Hauptstraße nach gebrannten Mandeln und Zuckerwatte duftet, wenn statt Autos auf der Ortsdurchfahrt das Karussell seine Runden dreht und überall fröhlicher Trubel herrscht, dann ist wieder Kirchweihzeit. Dann stehen im Ort Brauchtum, Fahrgeschäfte und Buden, und die Einkehr in die zahlreichen Gastwirtschaften im Mittelpunkt.

Nach dem traditionellen „Kirwa-Einleiten“, einer Diepersdorfer Spezialität, bei der die Kirwaboum um Mitternacht durchs Dorf ziehen und lautstark Kirwalieder singen, war allen Diepersdorfern wieder klar: „es Kirwerl is dou“.

Die Hauptstraße hatte sich derweil vom Kreisel bis zum Feuerwehrhaus in einen farbenfrohen Rummelplatz verwandelt, der an allen Tagen vor allem von Familien gut besucht war. Die Kleinsten erfreuten sich am Kinderkarussell, die Jugend stürmte den Autoscooter und wer sich an der Schieß- oder Spikerbude und der Glücksinsel versuchte, hatte die Chance auf den Hauptgewinn. Einen solchen, nämlich einen weißen Stoff-Tiger, konnte heuer die Familie Abt aus Diepersdorf mit nach Hause nehmen.

Feierhochburgen im Ort waren vor allem wieder der Landgasthof „Löhner“, wo es am Freitag zum Auftakt die traditionelle Vogelsuppe und Spanferkelrollbraten gab. Spätestens als das Musiktrio „die Dachse“ mit Elvis-Imitator Günter Dachs für gute Stimmung sorgte, war der Biergarten voll besetzt.

Weitere musikalische „Zugpferde“ der Diepersdorfer Kirchweih waren in diesem Jahr am Samstag die Musiker von „Baglin“.

Foodtrucks auf der Wiese

Auch hinterm Feuerwehrhaus ging stimmungsmäßig „die Post ab“. Dort hatte der Förderverein der Spielvereinigung Diepersdorf die Wiese mit Foodtrucks und mit der Weizen- und Sektbar in einen gemütlichen Biergarten verwandelt. Nicht nur die Lady’s Night kam bei den Mädels sehr gut an, auch die Jungs hatten ihren Spaß beim Wettnageln, denn für jeden „Nagel-Spezialisten“, der im Holzklotz die meisten Nägel versenkte, gab es zum Schluss einen flüssigen „Klopfer“.

Im Biergarten des Fördervereins der SpVgg Diepersdorf hatten diese Jungs Spaß beim Wettnageln. | Foto: Jahn2018/08/Diepersdorf-Kirwafreitag-Feierhochburg-SpVgg-Gaudi-Nageln-jahn.jpg

Strapaziöse Holzarbeit hatten am Samstag auch die Kirwaboum zu verrichten: Einen prächtigen Kirwabaum im Wald absägen, zum Festplatz beim Kinderspielplatz transportieren und ihn dort, unterstützt durch eine große Helferschar, mit viel Muskelkraft wieder in die Senkrechte hieven.

Baumaustanzen und Frühschoppen

Gut erholt ging es am Sonntag dem Highlight der Kirchweih entgegen. Nachdem jeder Kirwabou sein Madla mit einem Kirwalied ausgelöst hatte, wurde abends der Kirwabaum von 14 Paaren ausgetanzt. Anschließend trafen sich alle zum gemeinsamen Essen im Gasthof „Grüner Baum“, wo die Kirwaboum und Madla auch am Montag beim „längsten Frühschoppen“ der Welt mit Musik von „Ben Ray“ noch tüchtig weiter feierten.

Ohne Verschnaufpause, denn gegen 15 Uhr begleiteten alle das traditionelle Eilwagenfahren durch die Ortschaft und anschließend gab’s zum Kirwa-Ausklang noch eine schwungvolle Thekenparty.

N-Land G. Jahn
G. Jahn