Sieg für Schwaiger Zweitliga-Volleyballer

Die Schwaiger Tiebreak-Serie geht weiter

Auf Augenhöhe begegneten sich der Tabellenzweite SV Schwaig und der Tabellenneunte Hammelburg. Erst im fünften Satz konnten sich die Schwaiger (links Michal Dzierwa beim Angriff) durchsetzen. Foto: U. Siefker2018/03/Volley-Bundesliga-SV-Schwaig-Hammelburg-net.jpg

SCHWAIG — Die favorisierten Zweitliga-Volleyballer des SV Schwaig gewannen zwar das spannende Duell gegen den TV/DJK Hammelburg. Doch das Wieder-Mal-Ergebnis von 3:2 (21:25, 25:24, 25:23, 22:25, 15:13) deutet bereits an, dass auch dieses sechste Aufeinandertreffen beider Teams mehrfach auf Messers Schneide stand.
Für die amtierenden Vizemeister aus Mittelfranken begann die Endphase im Kampf um den diesjährigen Zweitliga-Titel bereits drei Spiele zuvor: Aus den dabei möglichen neun Tabellenpunkten konnten sie allerdings – in munterem Wechsel – nur vier abgreifen. Hieß: Gegen den unangenehmen Gegner TV Hammelburg mussten zwingend mindestens zwei Punkte für Schwaig her, ansonsten wäre Meisterschafts-Konkurrent Grafing uneinholbar enteilt.
Kuriose Serie
Beide Teams vom Samstag verbindet indes eine kuriose Anhänglichkeit: Seit der Aufstiegssaison der Gäste 2015/16 endete jedes der bislang fünf Duelle im Tiebreak (2015/16 zwei 3:2 für Schwaig; 2016/17 jeder einen 3:2-Sieg; 2017/18 gewann der TVH das November-Hinspiel mit 3:2). Dass diese Hochglanz-Fehde am 17. März fortgesetzt würde, hatten die 305 tobenden Zuschauer in der „Gelben Halle“ spätestens nach dem zweiten Satz keinen Zweifel.
Die Gastgeber schienen nämlich schlecht aus den Startlöchern zu kommen, lagen sie doch permanent zurück. Beim 0:4 mit vier Punkten, beim 16:21 und 17:22 sogar mit fünf. Die Hammelburger präsentieren sich in den Disziplinen Annahme und Block überlegen. Die Mittelfranken agierten bis zum 3:3 im zweiten Satz wie mit angezogener Handbremse und verloren zum achten Mal den Auftaktsatz.
Erst beim 4:3 im zweiten Durchgang gelang dem SVS die erste Führung in diesem Spiel überhaupt – hervorgerufen sicherlich auch durch zwei sehr strittige Schiedsrichter-Entscheidungen hintereinander gegen die Gastgeber, die wütende, endlich prägnante „Wallungen“ hervorriefen. Mit Folgen: Über mehrere Gleichstände (10:10, 15:15) schleppte sich das Duell zwar bis zum neuerlichen 21:22-Rückstand der Gelbblauen; doch erneut einen Satz abzugeben wollte den couragierten Schwaigern nicht einfallen: Sie setzten sich über 23:23 und 24:24 denkbar knapp mit 26:24 durch.
Als es im dritten Satz 7:9 gegen die Gäste stand, war bereits eine ganze Stunde gespielt –, erkennbar also, dass sich hier einmal mehr zwei Teams völlig auf Augenhöhe gegenüber standen. Dem Favoriten Schwaig wollen schließlich alle Gegner den Schneid abkaufen. Und keiner gab auf. Das dramatische Hin und Her zog sich über den SVS-Rückstand beim 15:19 über einen 22:21-Vorsprung und den 23:23-doch-wieder-Ausgleich hin zum erlösenden 25:23. Der bedeutete die 2:1-Gesamtführung, doch entschieden war längst nichts.
Unnötiger Satzverlust
Und dass die Schwaiger dann den vierten Satz tatsächlich abgaben, war – aus Sicht der Gäste natürlich glanzvoll – ihrerseits eher der Sorte „ärgerlich“ zuzuschreiben. Über 7:3, 8:4 und 11:7 führte der SVS nämlich bereits drei Mal mit vier Punkten –, und musste denn doch beim 15:16 den ersten Rückstand akzeptieren.
Zwei Stunden wogte der Kampf ohnehin schon, mit den auffälligen Schwaiger Mannen Tim Rosenow, Mariusz Wacek und „Peky“ Stanic, die sich immer wieder in Szene setzten. Die tapferen Hammelburger ihrerseits stritten voller Elan um jeden Ball und Angriff, mit den besseren Blocks ohnehin. Verdient rangen sie die Gelbblauen binnen 28 Minuten zum 2:2 nieder; der Tiebreak musste entscheiden – zum fünften Mal für die Mittelfranken.
Und wie für jeden Vier-plus-Eins-Satz ist es überflüssig zu sagen, dass Glück und Pech binnen der wenigen 15 Punkte jeden treffen können. An diesem winterkalten Abend behielten die Gelbblauen die Nase vorn: Über 5:5, 8:8, 10:10, 12:12 und 13:13 spiegelte der Punkteablauf genau die Ausgeglichenheit beider Teams, die sich am 23. Spieltag nichts schenkten. Da war ein Unterschied zwischen dem Tabellenzweiten und dem -neunten nicht auszumachen.
Alles was Volleyball zu bieten hat, lag in dieser gegenseitigen Zermürbung. Letztlich, nachdem das „unvergessliche Duell insgesamt mehrmals (auch konditionell) auf der Kippe stand, behielten die Schwaiger nach 122 Minuten verdient die Oberhand. Sie gewannen zwei wichtige Tabellenpunkte, und folglich steht es im direkten Vergleich der Tiebreak-Rangeleien 4:2 für den SVS. Zum sechsten Mal überdies wurde SVS-Zuspieler Laurentio Vinatoro als „MVP“ ausgezeichnet.
Titelgewinn noch möglich
Tabellenführer TSV Grafing liegt – aus Verfolgerwarte – nun fünf Punkte vor dem SV Schwaig, nachdem er am Sonntag seine schwere Aufgabe beim Tabellenvierten Rüsselsheim mit 3:1 zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Für Schwaig folgen drei weitere Auseinandersetzungen 2017/18 – am nächsten Samstag um 19 Uhr das wohl entscheidende Final-Duell direkt in Grafing (für das der SVS dann eine Fanbus-Auswärtsfahrt anbietet, sofern mindestens 40 Reisende zusammenkommen; buchbar über volleyball@sv-schwaig.de).
Am 7. April folgt dann das letzte Heimspiel gegen Freiburg, bevor am 21. April das letzte Aufeinandertreffen auswärts in Mainz stattfindet.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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