Was war und was ist

Die Heimat-Beobachtungen des Autors Konrad Biller

Auch der neue Band ist im Fahner-Verlag erschienen.2018/06/Cover-Spurensuche.jpg

NÜRNBERGER LAND/NÜRNBERG — Mit seinem dritten Lyrik- und Prosaband über Nürnberg und dessen Umgebung, „Spurensuche mit Burgblick“, komplettiert der Autor Konrad Biller, was er vor 18 Jahren mit „Lebenslänglich Franken“ und dem 2003 anschließenden „nuremberg high quality“ begonnen hat. Alle drei Bände sind im Fahner-Verlag erschienen, der jüngste wird am morgigen Freitag, 8. Juni, in der Nürnberger Stadtbücherei vorgestellt.

Mundart spielt eine wichtige Rolle in Konrad Billers Texten, aber er ist kein Mundart-Dichter. Heimattümelei ist ihm fremd, er ist ein kritischer Betrachter und hat doch ein großes Herz für diesen Landstrich, für Nürnberg und sein Umland. Ob Kalchreuth mit seinen Kirschen, der Igelwirt am Osternoher Schlossberg oder der Hansgörgel – die klassischen Ausflugsziele kommen fast alle vor, auch im neuen Band „Spurensuche mit Burgblick“. Seinen Lieblingsplätzen widmet Biller liebevolle Miniaturen.

Konrad Biller | Foto: Sichelstiel2018/06/konrad-biller-as-schriftsteller-fahnerverlag.jpg

Aber der Nürnberger kann sich auch richtig ärgern, seinem Zorn Luft verschaffen: „Unter der Einflugschneise/im Behringersdorfer Wald/hinaufbrüllen:/iäh Dreegsei, iäh dreggäddn!“ heißt es etwa unter der Überschrift „Abreagieren“. Vor allem Bausünden stören ihn, der Maurer gelernt und lange als Architekt gearbeitet hat, gewaltig. „Asphaltköpf“ nennt er folgendes Gedicht: „Bondorf und Morsbrunn:/Engpässe,/durch die alle Räder müssen/trotzdem:/zur Rennstreck verbreitern/ließen sie/das Sträßchen dazwischen.“

Gemeinsam mit „Lebenslänglich Franken“ (2000) und „nuremberg high quality“ (2003) bildet das neue Buch ein Gesamtwerk. Biller selbst spricht von einer literarischen Dokumentation dessen, „was daheim war und ist“, angefangen von seiner Kindheit im Krieg. 1937 geboren, gehören die Bombenangriffe auf Nürnberg zu seinen ersten Erinnerungen. Auch in „Spurensuche mit Burgblick“ spielen sie eine Rolle. Mit 81 Jahren, sagt der Autor, „ist Kommendes nicht mehr so wichtig wie das Gewesene“. Das mache ihm mitunter Angst. Aber auch dafür gibt es literarische Ausdrucksmittel: „I denk/wenn i übers Land geh/und es is schee/denk i/an Gott und die Welt/wenn oba hinterm Wald/sich a Gwitter zamballt/denk i/wie langs mi nu hält“.

Manfred Schaller hat „Spurensuche mit Burgblick“ mit Fotografien und Illustrationen gestaltet.

Die Buchpräsentation in Form einer Lesung findet morgen, 8. Juni, um 19.30 Uhr im Zeitungscafé Hermann Kesten in der Nürnberger Stadtbücherei statt. Der Eintritt ist frei. Das neue Buch ist im PZ-Service-Center oder in jeder Buchhandlung erhältlich (ISBN 9783942251075). Die drei Bände „Lebenslänglich Franken“, „nuremberg high quality“ und „Spurensuche mit Burgblick“ gibt es im Dreierpack für 25 Euro. Infos via E-Mail an info@ampte-schaller.de.

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel