Fronleichnamsprozessionen gut besucht

Das Kreuz ist der Weg

In Schnaittach marschierten die Katholiken am Bürgerweiher entlang. | Foto: Schuster2017/06/Fronleichnam-Schnaittach-us.jpg

LAUF/RÖTHENBACH/SCHNAITTACH/SCHWAIG/RÜCKERSDORF/KERSBACH — Fronleichnamsprozessionen und Gottesdienste brachten am vergangenen Donnerstag im PZ-Gebiet Hunderte Gläubige auf die Straßen.

Zum ersten Male feierten die beiden Pfarreien Neunkirchen und Kersbach gemeinsam das Fronleichnamsfest. Die Pfarrgemeinderäte beider Pfarreien waren übereingekommen, dass die Prozession am Fronleichnamstag abwechselnd in einer der beiden Pfarreien gefeiert werden soll. Schließlich ist der Pfarrer für beide Pfarreien zuständig. Fahrgelegenheiten sorgten dafür, dass alle zum Fest kommen konnten.

Unter den Gästen der Messe im Freien neben der Kirche in Kersbach waren Neunkirchens Bürgermeisterin Martina Baumann und Ottensoos‘ Bürgermeister Klaus Falk (die Ottensooser Katholiken gehören zur Pfarrei Neunkirchen) und Gemeinderäte. Begleitet wurde der Gottesdienst von den Neunkirchener Musikanten. Pfarrer Josef Renner ging in seiner Predigt auf die Mentalität der Menschen ein: jeder wollte eine Rund-um-Versicherung. Aber nur Gott sorge richtig für den Menschen. Als Erinnerung an das Fest erhielt jeder eine Murmel, die die Menschen an die Kindheit erinnere. Seit dieser Zeit sorge Gott für jeden einzelnen.

Im Anschluss pilgerten die Christen durch Kersbach. Begleitet wurde die Monstranz, getragen von Pfarrer Renner, von den örtlichen Vereinen und vielen Gläubigen. Den „Himmel“ trugen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Kersbach-Siegersdorf. Mit den Fahnen begleiteten der DSKB Speikern, der Soldaten- und Kameradschaftsbund Rollhofen, der Krieger- und Soldatenverein Kersbach-Siegersdorf und die Freiwillige Feuerwehr Kersbach-Weißenbach das Allerheiligste. Mitglieder des Schützenvereins Siegersdorf schossen beim Segen an den einzelnen Altären Böller.

Pfarrer Josef Renner las die Predigt in Kersbach. | Foto: Semlinger2017/06/Fronleichnam-Kersbach.jpg

Schmuck an den Häusern

Viele Häuser in der Dorfstraße von Kersbach waren mit Fähnchen geschmückt. Zum ersten Altar versammelte man sich vor dem Ehrenmal. Der zweite Altar stand vor der ehemaligen Wirtschaft. Der dritte Altar mit einem Blumenteppich stand vor dem Anwesen Kampfer und der vierte Altar am Anwesen Hampel. Den Abschluss bildete der feierliche Segen neben der Kirche. Im Anschluss waren die Gläubigen zu einem Umtrunk im Pfarrgarten eingeladen.

Im katholischen Schnaittach liefen die Prozessionsteilnehmer nach dem Gottesdienst in der Kunigundenkirche zunächst zur Station am katholischen Kindergarten. Von dort aus wurde der Altar am Bürgerweiher angesteuert, bevor sich die gläubigen Katholiken vor dem Altar in der Fröschau sammelten. Alle Stationen waren mit Blumenteppichen geschmückt, auch der letzte Altar am Marktplatz. Zum Abschluss dankte Pfarrer Hans Eisend allen beteiligten Helfern. Musikalisch begleitete die Wallfahrtskapelle aus dem Seelsorgebereich. Die Feuerwehr regelte den Verkehr.

Mit einem Gottesdienst auf der Wiese zwischen Kirche St. Otto und Altdorfer Straße feierten Laufs Katholiken den Auftakt zu ihrem Fronleichnamsfest. Zahlreiche helfende Hände hatten bereits in den frühen Morgenstunden Podium und Bänke aufgebaut, die Beschallungstechnik installiert und den Altar mit Blumen geschmückt. Die zahlreich versammelten Gläubigen ermutigte Pfarrer Stefan Alexander, öffentlich zu zeigen, was sie „nährt und was ihnen heilig ist“. Betend und singend zogen die Teilnehmer der Prozession bei strahlendem Sonnenschein durch das Viertel um die Kirche, das Jugendzentrum und den S-Bahnhof, machten dabei Halt an aufgebauten und geschmückten Altären, ehe das Fest nach dem Schlusssegen im Pfarrhof ausklang.

In einem festlichen Gottesdienst feierte die katholische Pfarrgemeinde St. Bonifatius in Röthenbach das Fest Fronleichnam. In seiner Predigt vertiefte Pfarrer Wolfgang Angerer die Botschaft, die diesem Fest zugrunde liegt.

„Leben in Fülle und Freude“

Es gehe in der Feier dieses Festes mit der Prozession durch die Straßen der Städte und Dörfer nicht um eine triumphalistische Demonstration, so Pfarrer Angerer. Vielmehr sage den Christen das diesjährige Evangelium nach Johannes im sechsten Kapitel, dass Jesus als das lebendige Brot das Leben sei, dass er das Leben wolle und dass es ein Leben sei, das die Christen in Fülle und Freude, in Hoffnung und Zuversicht, in Beziehung mit Gott und durch Gott geschenkt bekämen.

Diese Botschaft wollten die Christen demütig und froh, selbstbewusst und offen hinaus in die Welt tragen, auch und gerade an Fronleichnam. In Röthenbach waren Familien mit Kleinkindern, Kommunionkinder oder Firmlinge unterwegs, begleitet von einem Fahrzeug mit Lautsprecher, von dem die Gebete, Gesänge und Litaneien angesagt wurden. Zum 25. Mal wurden sie von den Bonifatiusbläsern begleitet. Die Polizei stoppte zum zweimaligen Überqueren der Rückersdorfer Straße den Autoverkehr. Anschließend wurde das Pfarrfest rund ums Pfarrheim in der Randstraße gefeiert. Dort spielte am Nachmittag die Stadtkapelle.

Im Gottesdienst in Rückersdorf stellte der geistliche Rat Gerhard Schwarzmann deutlich die Bedeutung des Festes heraus.  Durch das Empfangen der Kommunion sei Gott in den Menschen und wirke in ihnen, so Schwarzmann. Steffen Steinhof begleitete den Gottesdienst an der Orgel. Bei der Prozession begleitete Axel Tüngerthal die Lieder mit seiner Trompete.

In Schwaig nahm in diesem Jahr erstmals der Trachtenverein Behringersdorf an der Prozession teil. Sie ging über vier Ältäre und wurde von der Blaskapelle Rothenberg begleitet.

N-Land Anne Cichon
Anne Cichon