Auszeichnung

Dampfmaschine im Laufer Industriemuseum ist Heimatschatz

Freuen sich gemeinsam über die Auszeichnung für die Dampfmaschine im Laufer Industriemuseum: Museumsleiterin Christiane Müller, Jörg und Gert Muscat (Geschäftsführer und Seniorchef der Firma Döring) und Doris Utzat vom Museum, die sich um die Bewerbung zu „100 Heimatschätze“ kümmerte. | Foto: Fischer2018/07/dampfmaschine-im-museum-heimatschatze.jpg

LAUF — Große Freude im Laufer Industriemuseum: Die seit 30 Jahren hier ausgestellte mächtige Original-Dampfmaschine der Firma Döring ist jetzt einer von „100 Heimatschätzen in Bayern“. Bei einem Festakt in München nahm Museumsleiterin Christiane Müller die Auszeichnung und ein Preisgeld von 1000 Euro entgegen.

Im Frühjahr hatten sich das bayrische Heimatministerium, das Kunstministerium, die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen sowie der Landesverein für Heimatpflege gemeinsam auf „Schatzsuche“ nach 100 regionaltypischen Kleinoden in den über 1120 nichtstaatlichen bayerischen Museen gemacht. Die Bewerbungen sollten nachweisbar eine enge Verbindung zum Ort oder zur Region, eine spannende und einmalige Geschichte haben und in der Dauerausstellung des Museums präsentiert sein.

Unter Federführung der stellvertretenden Museumsleiterin Doris Utzat und unterstützt von Familie Muscat (Besitzer der Firma Döring) wurde die historische Dampfmaschine mit einer Bewerbung ins Rennen geschickt – und gewann einen der begehrten Preise.

116 Jahre ist die 24 Tonnen schwere Tandem-Dampfmaschine im Laufer Industriemuseum schon alt. 80 Jahre lang erzeugte sie die Antriebsenergie und später auch Wärme für die Produktionsräume der Laufer Pinsel­stielfabrik Christof Döring.

Nach dem Umzug der Firma nach Neunkirchen am Sand wurde auf dem Areal der Ventilfabrik von Dietz & Pfriem (heute Industriemuseum) 1989 ein neuer Standort gefunden. Finanziert sowohl von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen wie auch von der Stadt Lauf und mit Hilfe der Altstadtfreunde sowie des Werkmeisters und Dampfmaschinisten Hans Wägner wurde die Maschine versetzt und für den Museumsbetrieb vorbereitet. Seitdem zählt sie zu den beeindruckenden Exponaten des Industriemuseums und wird – auch nach 116 Jahren – noch regelmäßig (allerdings elektrisch) in Betrieb genommen.

Beim Festakt in München zeichneten Heimatminister Albert Füracker und Kunstministerin Marion Kiechle das Industriemuseum mit einer Urkunde und 1000 Euro Prämie aus. Zum Ende des Jahres ist die Erscheinung eines Buches geplant, in dem alle 100 Heimatschätze vorgestellt werden.

Zu diesen Schätzen zählen unter anderem das Dürergemälde von seiner Mutter, ein Hemd von Kaspar Hauser in Ansbach, ein römisches Ohrenschutzblech des Limesmuseums, ein alter Fußballschuh von Adi Dassler aus Herzogenaurach oder auch ein Flügel im Militärmuseum Grafenwöhr, auf dem einst Rockstar Elvis Presley während seines Militärdienstes in Deutschland gespielt hat.

„Sowohl das Team des Museums wie auch die Familie Muscat, als Inhaberin der Firma Döring und letzte Besitzerin der Dampfmaschine, sind stolz auf die Wertschätzung, die diesem altehrwürdigen Exponat entgegengebracht wird“, sagt Christiane Müller.

N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer