1:0 gegen TSV Neudrossenfeld

Christ-Schock überschattet Feuchter Heimsieg

Gerade die Feuchter Abwehr um Christopher Uwadia (rechts) hatte heute Schwerstarbeit zu verrichten. | Foto: Zink2018/04/20180413_feucht_neudrossenfeld_dama_0039.jpg

FEUCHT – Im Waldstadion nichts Neues: Auch im 16. Spiel in dieser Saison vor eigenem Publikum blieb der SC Feucht am Freitagabend ungeschlagen und feierte mit dem 1:0 gegen den direkten Konkurrenten TSV Neudrossenfeld bereits den 15. Heimsieg in Folge. Überschattet wurde das Spitzenspiel der beiden Relegationsanwärter allerdings von einer schweren Verletzung des SC-Spielmachers Marco Christ. Der Siegtorschütze musste nach einem Schlag auf seinen bereits operierten Knöchel ausgewechselt werden und könnte heute womöglich sein letztes Spiel für den Sportclub gemacht haben.

Die Ausgangslage: Der zu diesem Zeitpunkt Tabellenvierte gegen den Dritten – klar, dass beide Teams die Chance sahen, im Kampf um Platz zwei ein Zeichen zu setzen und den Konkurrenten zu deklassieren. Die Hausherren wollten zudem unbedingt ihre famose Heimserie von 14 Siegen in Folge fortsetzen, die Gäste kamen dagegen mit der Empfehlung, in diesem Jahr noch überhaupt kein Spiel verloren zu haben, ins Waldstadion.

Bei den Gastgebern fehlte im Vergleich zu Vorwoche Felix Spielbühler und Fabian Diesner, die Neudrossenfelder mussten wegen einer Rot-Sperre aus dem letzten Spiel auf Torjäger Stephan Kolb verzichten. 

Die erste Halbzeit: Begann vielversprechend für den SC. In der 2. Minute vertändelte Neudrossenfelds Innenverteidiger Taubenreuther am eigenen 16er den Ball, Feuchts König klaute die Kugel, verlor dann aber allein vor Keeper Tobias Grüner die Nerven und zielte nicht genau genug. Die Antwort der Gäste folgte vier Zeigerumdrehungen später: Stoßstürmer Sascha Engelhardt setzte nach einem Konter den Ball aber knapp am langen Pfosten vorbei.

Der SC war also gewarnt, schaffte es aber zunächst nicht die aufkommende Hektik abzuschütteln. Gerade das Mittelfeld, sonst die Sicherheitszone der Feuchter, leistete sich ungewohnt viele Patzer und Fehlpässe. Trainer Rainer Zietsch versuchte zwar, von Außen sein Team zu beruhigen, aber irgendwie war den Hausherren die Souveränität der letzten Heimspiele abhandengekommen.

So gerieten Chancen zu diesem Zeitpunkt eher zu Zufallsprodukten, wie in der 26. Minute, als TSV-Schlussmann Grüner eine zu lang geratene Flanke von Michael Eckert gerade noch über die Latte lenken konnte. Neudrossenfeld versuchte es im Gegenzug häufig mit weiten Bällen, die aber auch nichts einbrachten.

Umso größer war die Überraschung als es in der 30. Minute plötzlich 1:0 stand. SC-Spielmacher Marco Christ war 20 Meter vor dem Tor an den Ball gekommen und weil er keine vernünftige Anspielstation fand, zog er einfach ab. Ein schöner Schlenzer, halbhoch ins rechte Eck, bei dem Grüner keine Abwehrmöglichkeit hatte.

Der Treffer gab den Kickern aus der Zeidlergemeinde Sicherheit und Auftrieb, der Druck nahm zu – auf beiden Seiten, weil auch die Gäste nun einen Gang höher schalteten. Die beste Möglichkeit kurz vor der Pause hatte jedoch wieder der SC, Christopher Uwadia köpfte nach einer Flanke von Linksverteidger Yasar Kaya (sein erster Einsatz in diesem Jahr) knapp daneben.

Die zweite Halbzeit: Erneut wirkten die Gastgeber zunächst frischer und schnürten die Neudrossenfelder in der eigenen Hälfte ein. Allerdings mussten sie ab der 54. Minute, wie bereits erwähnt, auf ihren Torschützen Christ verzichten, dafür kam Neuzugang Nicolae Oltean.

Der Ausfall ihres Spielmachers hatte aber kaum Auswirkungen aufs Feuchter Spiel, seine Rolle übernahmen nun eben andere. Beispielsweise Innenverteidger Uwadia, als er in der 61. Minute mit einem genau getimten Pass in die Schnittstelle der TSV-Viererkette SC-Stürmer Szymon Pasko herrlich in Szene setzte. Der anschließende Schuss des Polen war jedoch leichte Beute für Grüner.

Nach knapp einer Stunde nahm die Partie dann sogar noch Fahrt auf. Neudrossenfeld wehrte sich verbissen, bislang allerdings ohne eine ernsthafte Chance auf den Ausgleich. 20 Minuten vor Spielende mussten die Feuchter dann schon wieder verletzungsbedingt wechseln: Nach einem Zweikampf war Pasko liegen geblieben, für ihn kam Denis Damjanovic aufs Feld. Trotzdem spielten die Hausherren weiter wie aus einem Guss.

Im Gegensatz zu den letzten Heimspielen fehlten diesmal jedoch die klaren Möglichkeiten, die Begegnung vorzeitig zu entscheiden. Ein Fakt, den sich auch die Neudrossenfelder zugute schreiben können. Mit ihrer aufmerksamen Abwehrarbeit zeigten sie, dass sie sich nicht zufällig in die Top Vier der Landesliga Nord Ost verirrt hatten. Um jedoch die Feuchter auf Distanz zu halten, war das, was sie an diesem Abend im Vorwärtsgang anzubieten hatten, zu wenig. So retten die Hausherren den knappen Vorsprung über die Zeit.

Stimmen zum Spiel

Rainer Zietsch, Trainer SC Feucht: „Das war heute ein hartes Stück Arbeit für uns, aber das wussten wir schon vorher. Neudrossenfeld steht ja nicht umsonst da oben. Sie waren schwer zu bespielen, aber wir haben auch zu viele Möglichkeiten liegen gelassen. Dafür haben wir so gut wie keine Torchance zugelassen. Bei Marco Christ schaut es nicht gut aus, im schlimmsten Fall hat er heute sein letztes Spiel für den SC gemacht.“

1. SC Feucht: Andreas Sponsel – Yasar Kaya, Ljuban Ivic, Christopher Uwadia, Marco Christ (54. Nicolae Oltean), Michael Eckert, Frank Lincke, Philipp Mandelkow (46. Alexandros Nikopoulus), Nico Wessner, Stephan König, Szymon Pasko (72. Denis Damjanovic) – Trainer: Rainer Zietsch

TSV Neudrossenfeld: Tobias Grüner – Daniel Gareis, Carsten Hahn, Steffen Taubenreuther, Florian Hoffmann (81. Hannes Sahr) (90. Fabian Möckel), Julian Pötzinger, Claudio Bargenda (72. Levin Pauli), Daniel Hacker, Hannes Greef, Sascha Engelhardt, Yannick Podgur – Trainer: Werner Thomas

Schiedsrichter: Benjamin Mignon (Loderhof/Sulzbach)

Zuschauer: 144

Tor: 1:0 Marco Christ (30.)

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann