Konsortium erhält Zuschlag

Ceramtec wird verkauft

Der Laufer Ceramtec-Standort – hier der Blick vom Kirchturm von St. Otto auf die Niederlassung – wurde 1921 als Stemag AG gegründet.
Der Laufer Ceramtec-Standort – hier der Blick vom Kirchturm von St. Otto auf die Niederlassung – wurde 1921 als Stemag AG gegründet. | Foto: PZ-Archiv/Sichelstiel2017/10/62801_luftbildlauflinksceramtecholzgartenstr_New_1368032164-700x466.jpg

PLOCHINGEN/LAUF — Die Ceramtec-Gruppe, die in Lauf rund 700 Mitarbeiter beschäftigt, wechselt den Besitzer. Der Investor Cinven verkauft das Unternehmen an ein Konsortium aus einer Londoner Beteiligungsgesellschaft und zwei kanadischen Pensionskassen.

Ceramtec mit Stammsitz im schwäbischen Plochingen gab den Deal gestern bekannt, machte dabei jedoch keine Angaben zum Kaufpreis. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters zahlen die neuen Eigentümer jedoch 2,6 Milliarden Euro, einschließlich Schulden. Der Geschäftsbericht 2016 weist rund eine Milliarde Verbindlichkeiten aus.

„Äußerst erfolgreiches Investment“

Als der Finanzinvestor Cinven die Gruppe 2013 übernahm, gab er dafür 1,5 Milliarden Euro aus. In einer Pressemitteilung sprach ein Frankfurter Cinven-Vertreter von einem „äußerst erfolgreichen Investment“.

Das Käuferkonsortium besteht aus der Beteiligungsgesellschaft BC Partners, die ihren Hauptsitz in London hat, und zwei kanadischen Pensionskassen, dem Public Sector Pension Investment Board und dem Ontario Teachers’ Pension Plan.

Stefan Zuschke von BC Partners attestiert Ceramtec „erhebliches Potenzial für profitables und nachhaltiges Wachstum“. Dies sei sowohl „organisch“ als auch durch Akquisitionen möglich. Bereits 2015 und 2017 hat die Gruppe zwei Unternehmen in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien hinzugekauft (die Pegnitz-Zeitung berichtete).

3400 Mitarbeiter weltweit

Ceramtec stellt mit weltweit mehr als 3400 Mitarbeitern technische Keramik her, von Gelenkprothesen bis hin zu Teilen für die Automobilindustrie. In den zwölf Monaten bis Juni 2017 erzielte das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Umsatz von 538 Millionen Euro und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 196 Millionen Euro.

In Lauf stellt Ceramtec sowohl Teile für die Medizintechnik als auch für industrielle Anwendungen her, etwa Keramikscheiben für den Sanitärbereich oder Piezoelemente. 2014 wurde dort eine neue Abteilung „Medical Engineering“ eingerichtet. Der Standort wurde 1921 als Stemag AG gegründet, ging 1970 zunächst in der AEG auf und kam 1985 zu Hoechst. 1996 wurde Ceramtec gegründet.

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel