Weiher-Sanierung Ezelsdorf

Trockene Angelegenheit

Wenig Wasser – viel Laub: Der Weiher präsentierte sich auch im Herbst nach dem trockenen Sommer nicht gerade attraktiv für Erholungssuchende. | Foto: Archiv/ Gisa Spandler2019/01/Ezelsdorf-Weiher2.jpg

EZELSDORF – Im jüngsten Gemeinderat hörte man sich die aktuellen Stellungnahmen der Fraktionen zum Thema Umgestaltung des Dorfweihers an und beschloss, sich wieder über das weitere Vorgehen zu unterhalten, wenn es Neuigkeiten und diskussionswürdige Vorschläge gebe. Eine Sanierung, bei der Wasser wieder eine Rolle spielen wird, ist unwahrscheinlich.

Nachdem in der November-Sitzung die CSU eine Stellungnahme abgab, in der sie dazu aufforderte, sich über alternative Nutzungen zum Weiher Gedanken zu machen, weil eine Sanierung mit Wasser zu viele Probleme aufwürfe, nahmen alle Fraktionen Kontakt zum Dorfverein auf.

Der hatte bereits im Vorfeld viel Zeit und Mühe aufgewandt, verschiedene Realisierungs-Alternativen eruiert und Fachleute eingebunden, um der Gemeinde eine Neugestaltung des Weihers nahe zu legen, was sich aber spätestens dann als nicht durchführbar erwies, als auch das Landratsamt von einer Brunnenbohrung abriet, mit der man für einen geregelten Wasserzulauf sorgen wollte. Zunächst hatte es nämlich in Lauf geheißen, dies sei unter bestimmten Auflagen möglich.

Die CSU, die schon immer – unter anderem auch wegen der hohen zu erwartenden Kosten – einer Gewässer-Sanierung skeptisch gegenüberstand, war die erste Fraktion, die auch Bedenken aus ökologischer Sicht geltend machte, sollte man wie auch immer dem Tümpel dauerhaft Wasser zuführen.

Die Kollegen im Gemeinderat mögen sich doch zusammen mit den aktiven Mitgliedern des Dorfvereins und weiteren interessierten Vereinen und Ezelsdorfern Gedanken zu einer anderen für das „Dorfbild gewinnbringenden Nutzung“ machen. Die Verwaltung wurde aufgefordert, sich über Fördermöglichkeiten zu informieren.

Alle an einem Strang

Mitterweile schwenken die anderen Fraktionen auf die gleiche Linie ein, so dass es nun so aussieht, als zögen alle an einem Strang.
Wolfgang Lahm erinnerte daran, dass die SPD bereits 2001 das Thema zum ersten Mal aufs Tapet brachte, „aber geschehen ist leider nie was“. Zuletzt habe man 2015 das Problem mit der Wasserversorgung thematisiert, und auch da sei nichts geschehen.

Nach dem ersten Gutachten vom Landratsamt sei man davon ausgegangen, dass sich die Schwierigkeiten lösen ließen, und habe sich nun mit dem Dorfverein getroffen, nachdem klar war, dass sich Lauf nicht für eine Brunnenbohrung zur Wasserversorgung erwärmen könne.

Dr. Eckhard Töpert (SPD) nannte das Engagement des Vereins ein „Stück funktionierender Demokratie“ und dankte den Mitgliedern für ihren unermüdlichen Einsatz. Er vertrat die Ansicht, man solle sich als Gemeinderat eher zurückhalten, damit die Vereinsmitglieder unter sich klären könnten, was für ihre Zwecke sinnvoll ist.

Soweit wollte Bürgermeister Heinz Meyer allerdings nicht gehen: „Der Verein kann nicht allein die Verantwortung übernehmen, wir sollten die Sache schon gemeinsam angehen“, fand er. Hier rannte er bei Margarete Becker (Grüne) offene Türen ein. Sie habe den Eindruck, der Verein sei sich auch nicht immer ganz einig, was man wolle.

„Ich glaube, wir sollten da schon eingebunden sein, weil nicht alle Vorstellungen realisierbar sind“, stimmte sie dem Bürgermeister zu, der abschließend noch einmal seine Unterstützung für die Vorschläge des Dorfvereins zusagte. Gisa Spandler

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler