Tag des offenen Denkmals

Streifzug durch Schloss Grünsberg und Burg Thann

Gespannt lauschten die Besucher auf Schloss Grünsberg den Erläuterungen Benno Baumbauers. | Foto: Grünewald2017/09/Gruensberg-Fuehrung.jpg

GRÜNSBERG/BURGTHANN – Sowohl auf Schloss Grünsberg als auch auf der Burg Thann schlenderten viele Menschen durch die historischen Gemäuer und sahen sich um. Trotz leichtem Nieselregen nahmen viele Besucher den Tag als Anlass, die regionalen Denkmäler zu bewundern – wenn auch nicht ganz so viele wie im vergangenen Jahr.

Es herrscht gespannte Ruhe. Alle schauen auf Führer Benno Baumbauer, der gerade erklärt, wie die Burgkapelle der Burg Grünsberg zum Seminarraum für Präsentationen und andere Anlässe umgestaltet wurde. Bis in die 50er Jahre hinein haben die Besitzer sie als Pferdestall genutzt. 20 Personen dürfen bei den Führungen mit. Etwa 200 Personen nahmen insgesamt an den Führungen teil.

Lebendige Geschichte

„Am meisten beeindruckt hat mich die Decke“, sagt Ute Pinkert. Sie und ihr Mann haben Besuch aus Sachsen und nahmen den Tag des offenen Denkmals als Anlass, sich regionale Kulturdenkmäler anzusehen. „Eine Burg stellt man sich immer so rustikal vor“, sagt sie. Den Tag des offenen Denkmals findet sie gut, „weil man dann doch mal Gebäude und Geschichte kennenlernt“.

ertram und Andrea Mahler haben mit ihrem Besuch auf der Burg Grünsberg lange gewartet. „Seit 22 Jahren haben wir es nicht hergeschafft“, erzählt sie. Gefallen hat es beiden. „Es war sehr informativ“, findet ihr Mann. Den Tag des offenen Denkmals findet er sehr wichtig. Denn Burg Grünsberg „sollte jeder mal gesehen haben“.

„Tretet ein in das Verlies des Eppelein.“ – Der gute Rat des Eppelein begrüßt alle, die sich in den Kerker wagten. | Foto: Grünewald2017/09/Gruensberg-Fuehrung_1.jpg

In der Burg Thann begrüßt ein Schauspieler der Eppelein-Festspiele die Besucher. „Treten Sie ein in das Verlies vom Eppelein!“, ruft der Kaufmann, der der Sage nach der gute Rat des Eppelein gewesen sein soll. Neben dem Verlies durften Besucher auch die Burgmauer besichtigen, die sonst gesperrt ist. Seit zwei Jahren, denn damals kletterten Jugendliche auf den unbefestigten Teil der Mauer. „Das ist ganz schade. Aber es war einfach zu gefährlich“, findet Betty Püntzner, die Vorsitzende des Fördervereins.

Museum mit drei Etagen

Weiterhin stand der Keller zur Besichtigung offen und natürlich das Museum „Leben und Arbeiten um 1920“. Über drei Etagen erstreckt es sich. Im Erdgeschoss erhalten Interessierte Informationen auf Schautafeln. Über steile Holztreppen gelangen Besucher in den ersten Stock, wo sie die Wohnräume der Leute in der damaligen Zeit ansehen können. Im zweiten Stock gibt es Werkstätten verschiedener Handwerksberufe zu sehen. Auch ein Klassenzimmer von damals mit unbequem aussehenden Holzbänken hat der Förderverein ausgestellt.

Es herrscht reger Betrieb. Ein Kind springt schwungvoll über die Holzdielen, ein alter Mann schnauft auf den schiefen Steinstufen, die in den zweiten Stock führen. Trotzdem ist die Burg nicht ganz so gut besucht wie in den letzten Jahren. „Das liegt am Wetter. Außerdem hatten wir jetzt für zwei Jahre zu und das Museum muss sich erst wieder herumsprechen“, sagt Püntzner. So schlecht fällt die Bilanz aber auch nicht aus. „Die Leute sind recht interessiert“, meint Püntzner.

„Das dauert“

Daniela Sokol, eine Besucherin, ist mit Sohn und Mann auf dem Rundgang durchs Museum. „Wir haben schon die ganze Zeit darauf gelauert, dass wir ihm die Burg mal von innen zeigen können“, erzählt sie. Der Tag des offenen Denkmals hätte da eine gute Gelegenheit geboten. Ob es ihrem Sohn auch gefallen hat? Vorsichtig nickt der Kleine. „Interessiert ist er zwar, aber bis wir mit ihm hier wieder rauskommen, dauert das“, sagt die Mutter.

Der Tag kommt bei allen gut an. „Ich find‘s gut. Sonst verschiebt man es dann doch mal“, meint Renate Riehl. Sie wohnt in der Nähe und „war schon lange nicht mehr da“. Da ergriff sie die günstige Gelegenheit, sich die Burg mal wieder anzusehen.

Sarah Grünewald

N-Land Der Bote
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