Unterschriften-Aktion gestartet

Burgthanner wollen Café retten

Bekommt das Cafe noch eine Chance? Die Angestellten hoffen darauf. | Foto: Mock2018/05/Burgthann-Rummelsberger-Cafe-3.jpg

BURGTHANN – Die geplante Schließung des Rummelsberger Cafés gegenüber dem Rathaus sorgt in Burgthann für Aufregung unter den Bürgern. Besonders älteren Menschen würde das Café als wichtiger Versammlungsort fehlen. Das Angestelltenteam sammelt derzeit Unterschriften für den Erhalt der Filiale.

„Wo sollen wir Burgthanner denn hin? Wir sind wahnsinnig enttäuscht!“ Die alte Dame stemmt entrüstet die Hände in die Hüften. Sie ist in ihren 80ern und wirkt trotzdem jugendlich entschlossen, ihr Rummelsberger Café zu verteidigen. „Wir kommen immer hier her“, sagt sie. Ihre Tischgenossen nicken zustimmend. Sie sitzen zu zehnt an einer sonnenbeschienenen Ecke und trinken Kaffee. „Das ist so schade“, fügt eine Seniorin links neben ihr hinzu. Sie kommt regelmäßig aus Altdorf ins Café, um sich mit ihren Freunden zu treffen.

Seit bekannt ist, dass die Filiale der Rummelsberger Bäckerei in ihrem Ort geschlossen werden soll (wir berichteten), laufen die Burgthanner Sturm. Geburtstagskränzchen, Vereinsfeiern, Leichenschmaus – sie nutzen es für zu vielen Gelegenheiten. „Dann ist das hier gesteckt voll“, sagt die Altdorferin Café-Besucherin und macht mit ihrem Arm eine ausladende Bewegung über die vielen Stühle und Tische hinweg.

572 Unterschriften

572 Bürger haben sich mit ihrer Unterschrift für den Erhalt des Cafés eingesetzt. Für ältere Menschen ist es ein wichtiger Treffpunkt im Alltag. Viel Platz und eine Spielecke machen es attraktiv für junge Familien mit Kindern. Die Terrasse lädt mit ihren grünen Sonnenschirmen zum Verweilen ein.

„Es ist wirklich eine Bereicherung für den Ort. Da würde dann einfach etwas fehlen“, sagt Seniorenbeauftragte Veronika Nette. Sie hofft, dass das Rummelsberger Café doch noch auf die eine oder andere Weise zu retten ist, oder zumindest durch etwas entsprechendes ersetzt wird. „Aber das haben wir nicht in der Hand“, sagt sie bedauernd.

Die Bäckerei kann trotz seiner Beliebtheit die hohen Pacht- und Betriebskosten nicht decken. Das Angestelltenteam sammelt Ideen, wie es dennoch weitergehen könnte. „Unser Ziel wäre eigentlich, dass alles so bleibt wie es ist“, sagt eine Mitarbeiterin. Das sich trotzdem etwas ändern muss, ist dem Team klar.

Zusammenarbeit mit Diakonie?

Gerne würden die Mitarbeiterinnen weiter mit der Rummelsberger Diakonie zusammenarbeiten, für die sie viele gute Worte übrig haben. Besonders wichtig ist ihnen, dass die familiäre, freundschaftliche Atmosphäre im Betrieb erhalten bleibt, sowohl für die Angestellten als auch für die Gäste.

Die Rummelsberger sind durchaus zu Gesprächen bereit. Ines Halbauer, in deren Verantwortungsbereich die Bäckerei fällt, weiß wie hart die Schließung für die Betroffenen ist. Zu Entlassungen wird es trotzdem sicher kommen.

Die resolute 80-jährige Café-Besucherin und ihre Freunde haben die Burgthanner Filiale jedenfalls noch nicht aufgegeben. Sie blickt keck in die Runde, und erhebt ihre Kaffeetasse, um einen Toast auszubringen: „Die Hoffnung stirbt zuletzt!“

N-Land Magdalena Mock
Magdalena Mock