Am Dörlbacher Einschnitt hausen Biber

Nagender Baumeister am Kanal

Die sogenannte Biberburg wenige hundert Meter nach der Gruber Brücke über den Ludwig-Donau-Main-Kanal Richtung Neumarkt. | Foto: Spandler2017/05/biber2.jpg
Raiba Fallback

DÖRLBACH – Manchen Spaziergängern und Radlern am Ludwig-Donau-Main-Kanal sind sie schon aufgefallen: seltsame bis ins Wasser reichende Reisig- und Zweighaufen, angenagte und auch schon gefällte Bäume in Ufernähe. Man muss kein Spezialist sein, um zu wissen: Hier haben sich Biber häuslich niedergelassen.

Allzu lange haben sich die Tiere wohl noch nicht am Kanal-Einschnitt niedergelassen, kann der Dörlbacher Franz Matzkowitz berichten. Ihm sind die auffällige Biberburg, in der die Breitschwänze ihre Jungen aufziehen, und die beschädigten Bäume aufgefallen. Bis vor kurzem sollen die Nager, die sich immer mehr in der Region ausbreiten und auch schon in den Städten Fuß gefasst haben, in verschiedenen Bereichen von Rasch zu Hause gewesen sein. Dort hat man sich aber zum Teil mit Erfolg gewehrt, so dass die Säugetiere Richtung alter Kanal das Feld geräumt und sich dort ein neues Revier gesucht haben. An dem stattlichen Biberbau sollen schon Jungtiere gesichtet worden sein. Der Befall der Bäume ist allerdings nicht zu übersehen.

Im Augenblick lebt die Biberfamilie allerdings wieder etwas zurückgezogener, denn derzeit wird am Kanal mit schweren Maschinen gearbeitet. Nachdem Erdrutsch am Dörlbacher Einschnitt sind Mitarbeiter der Wasserwirtschaftsamts dabei, umfangreiche Stabilisierungsmaßnahmen an den Böschungen vorzunehmen. So viel Unruhe und Lärm sind die Nagetiere dort nicht gewohnt.

Auf Obstbäume aus

Dass sie sich ausgerechnet an den Obstbäumen vergreifen, die den Kanal säumen, dürfte dem Besitzer, dem Wasserwirtschaftsamt, nicht sonderlich gefallen. Doch sollten sich die Anlieger von den Breitschwänzen zu sehr belästigt fühlen, dürfte es schwer werden, sich ihrer zu entledigen: Biber unterliegen nicht dem Jagdrecht und sind durch die Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Sie dürfen also nicht attackiert oder gar getötet werden.

Die schwimmenden und nagenden Nachbarn dürfen bestenfalls vergrämt werden, d.h. man darf sie vertreiben, indem man ihnen ihr Zuhause ungemütlich macht, etwa durch Lärm. Jede andere Art, sich mit dem  vierbeinigen Baumeister zu arrangieren, dürfte den Tierfreunden aber noch lieber sein.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler