Ehemaliger Burgthanner ist schwerkrank

Mildes Urteil für Millionen-Betrüger

Symbolfoto Amtsgericht Hersbruck | Foto: Thomas Kohl2017/03/amtsgericht_hersbruck_symbol.jpg

BURGTHANN – Eine Schweizerin fiel auf die blumigen Versprechungen zweier dubioser Geschäftsleute aus Burgthann herein und verlor zweieinhalb Millionen Euro. Einer der Männer wurde nun vom Landgericht Nürnberg-Fürth zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Wer träumt nicht davon: Das Geld auf dem Konto wird mehr und mehr und man muss nicht mal einen Finger krumm machen. Bereits im Jahr 2009 ließ sich eine reiche Schweizerin von den Versprechungen eines Geschäftsmannes blenden. 15 Prozent Zinsen stellte er ihr für ein Darlehen in Aussicht. Sie lieh seiner Firma, die damals in Burgthann ansässig war und nicht mehr existiert, zweieinhalb Millionen Euro. Bis heute hat die Schweizerin weder einen Cent ihres Geldes noch etwas von den versprochenen Zinsen zurückbekommen.

Der Betrug belastet sie nach wie vor so, dass sie es ablehnte, als Zeugin nach Nürnberg zu reisen. Sie habe mit dem Fall abgeschlossen, schrieb sie dem Gericht.

Der Prozess fand vor einer Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth also ohne die Kronzeugin statt. Aber auch der Hauptangeklagte kam nicht in den Justizpalast: Der frühere Firmenchef (81) ist schwer krank und derzeit nicht in der Lage, sich einem Prozess zu stellen.

Untreue in acht Fällen

Das Verfahren gegen ihn wurde deshalb abgetrennt und vorläufig eingestellt. Der Mann lebt seit Jahren in Norddeutschland. Verantworten musste sich aber der damalige Geschäftsführer (69), der ebenfalls aus Burgthann weggezogen ist. Neben Betrug zu Lasten der Schweizerin warf ihm die Anklage Untreue in acht Fällen vor. Er habe Gelder in Millionenhöhe aus dem Firmenvermögen illegal an sich, den 81-jährigen Gesellschafter und weitere Personen ausgezahlt, so die Staatsanwaltschaft. Außerdem wurde dem bereits zwei Mal wegen Betruges vorbestraften Mann vorgeworfen, die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens nicht angezeigt zu haben.

Am Ende kam der 69-Jährige mit einem Jahr und acht Monaten Freiheitsstrafe, die auf Bewährung ausgesetzt wurde, recht glimpflich davon. Unter anderem berücksichtigte die 12. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Bernhard Germaschewski, dass die Taten schon fast zehn Jahre zurückliegen.

Weiterhin wurde deutlich, dass nicht der Angeklagte, sondern der erkrankte 81-Jährige Firmenboss ganz offenbar der Strippenzieher bei den kriminellen Geldgeschäften war.

Schließlich preiste das Gericht ein, dass die Schweizerin kein weiteres Strafverfolgungsinteresse zeigte.

N-Land Clara Grau
Clara Grau