Zahl der Migranten im Landkreis geht zurück

In Asylbewerberheimen ist jetzt mehr Platz

Das ehemalige Hotel Bauer wurde zur Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber umgebaut. Betrieben wird die Unterkunft von der Regierung von Mittelfranken. Hier wohnen derzeit 80 Menschen. | Foto: Blinten2019/01/Feucht-Hotel-Bauer.jpg

ALTDORF/BURGTHANN/FEUCHT – Im Nürnberger Land wohnen zwar deutlich weniger Asylbewerber als noch in den Jahren 2016 und 2017. In den vom Landkreis angemieteten dezentralen Unterkünften und den von der Regierung von Mittelfranken betriebenen Gemeinschaftsunterkünften lebten aber im Dezember 2018 immer noch 1055 Migranten. Im Dezember 2017 zählten die Verantwortlichen beim Landratsamt noch 1637 Bewohner in den Asylbewerberheimen im Nürnberger Land.

250 der derzeit dezentral bzw. in Gemeinschaftswohnheimen im Landkreis untergebrachten Menschen haben bereits ein Asylverfahren durchlaufen, und ihr Antrag wurde anerkannt, erläutert Thomas Katolla, stellvertretender Leiter des zuständigen Amts für soziale Angelegenheiten am Landratsamt. Weil sie aber auf dem freien Wohnungsmarkt nichts finden, müssen sie vorläufig weiter in den vom Landkreis oder der Regierung angemieteten Heimen wohnen.

38 dezentrale Unterkünfte

Insgesamt 38 Unterkünfte, meist Ein- oder Mehrfamilienhäuser oder ehemalige gastronomische Betriebe, hat der Landkreis im Nürnberger Land angemietet, die Regierung von Mittelfranken betreibt im Kreis sieben große Gemeinschaftsunterkünfte, darunter das ehemalige Hotel Bauer in der Schwabacher Straße in Feucht.

Der deutliche Rückgang der Bewohnerzahlen hängt zum einen damit zusammen, dass weniger Asylbewerber nach Deutschland kommen und damit weniger Menschen auf die Landkreise verteilt werden, zum anderen mit den Abschlüssen der Asylverfahren. Viele Menschen, deren Anträge abgelehnt wurden, sind freiwillig ausgereist, einige wurden abgeschoben, andere sind innerhalb Deutschlands umgezogen und wohnen jetzt andernorts als abgelehnte Asylbewerber.

Bleiben Zahlen niedrig?

Zwischenzeitlich gibt es viel Platz in den Unterkünften, viel mehr jedenfalls, als derzeit gebraucht wird. Das könnte sich ändern, wenn die Asylbewerberzahlen wieder steigen sollten.

Derzeit deutet darauf allerdings nichts hin. Hier spielen die Blockade der Balkanroute und das Flüchtlingsabkommen der EU mit der Türkei eine Rolle, außerdem innereuropäische Grenzkontrollen, bei denen Asylbewerber beispielsweise an der österreichisch-italienischen oder der deutsch-österreichischen Grenze zurückgewiesen werden. Der Landkreis muss seine dezentralen Unterkünfte aber vorhalten, weil er mit den Vermietern meist mehrjährige Verträge geschlossen hat. Für eine mittelgroße Unterkunft zahlt der Kreis monatlich rund 10.000 Euro – unabhängig davon, ob sie leer oder belegt ist.

Im südlichen Landkreis

In der Werkstraße in Ludersheim hat der Landkreis jeweils eine zentrale Unterkunft angemietet, hier leben insgesamt 50 Menschen. Weitere insgesamt 25 Personen sind in drei Unterkünften in der Bergstraße in Burgthann, im Leithenweg in Unterferrieden und im Lerchenweg in Oberferrieden untergebracht.

In Feucht wohnen derzeit 80 Asylbewerber, 60 in der Gemeinschaftsunterkunft im ehemaligen Hotel Bauer in der Schwabacher Straße, die übrigen in einem Haus in der Röthenbacher Straße.

13 Personen wohnen in Leinburg, 40 in der Regensburger Straße in Ochenbruck in der ehemaligen Gaststätte Schwarzer Adler und 52 in Rummelsberg. In Winkelhaid hat der Landkreis 45 Menschen untergebracht.

Insgesamt leben derzeit 308 Asylbewerber im Verbreitungsgebiet des Boten in Heimen des Landkreises bzw. der Regierung von Mittelfranken, Personen, deren Asylverfahren bereits abgeschlossen sind ebenso wie Menschen, deren Verfahren noch laufen.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten