Burgthanner Neujahrsempfang

Immer das Gemeinwohl im Auge

„Ohne Sie wäre Burgthann nicht, was es ist“, brachte zweiter Bürgermeister Hermann Bloß (vorne Mitte) seine Wertschätzung zum Ausdruck. Geehrt wurden (von links): Franz Seidel, Alexander Gallitz, Günter Pölloth, Ernst Doleschal und Gerhard Pölloth für vier weitere Feuerwehrkameraden. Rechts Bürgermeister Heinz Meyer | Foto: Gisa Spandler2019/01/Unterferrieden-Neujahr1.jpg

UNTERFERRIEDEN – Viel Lob erhielten geladene Gäste und Ehrenamtliche, die sich über besondere Auszeichnungen beim Jahresempfang der Gemeinde freuen durften, im Haus der Musik am Freitagabend. Die Ansprachen der Bürgermeister und Laudationes auf die verdienten Burgthanner enthielten neben der Anerkennung ihres Einsatzes auch gleichzeitig die wiederholte Bitte, sich weiterhin für das Wohl der Allgemeinheit und das Vorwärtskommen der Großgemeinde zu engagieren. Denn allen Verantwortlichen war und ist bewusst: Nur so kann Burgthann weiterhin „lebens- und liebenswert“ bleiben.

Vergeben wurden nach einer Präsentation zur aktuellen Situation der Kommune einmal die Goldene Bürgermedaille, mehrmals die Silberne und ein Anerkennungspreis für eine aufstrebende Stiftung, die den Inklusionspreis des Bezirks Mittelfranken erhielt.

Bürgermeister Heinz Meyer freute sich über sehr großes Interesse an der Veranstaltung, der nicht nur Vertreter örtlicher Institutionen und Vereine beiwohnten, sondern auch zahlreiche Bürgermeisterkollegen aus Nachbarkommunen und etliche Bürger, denen bereits früher die Goldene Bürgermedaille verliehen worden war. Als Beispiel für die Bedeutung uneigennützigen Engagements führte er die aktuelle Schneekatastrophe im Süden an, von der hiesige Gefilde bis dato zwar verschont geblieben sei.

Dennoch sei man froh, sich im Fall der Fälle auf „die Mitglieder der großen Feuerwehrfamilie“ in der Großgemeinde verlassen zu können. Ihnen allen dankte er und wünschte den Anwesenden ein gutes Neues Jahr. Für die Zukunft wünschte er sich weiterhin ein so gut funktionierendes Miteinander und wies auch darauf hin, dass man auch bei unterschiedlichen Auffassungen stets „das Gemeinwohl im Auge behalten“ solle und dass man auch von Seiten der Gemeinde stets dazu bereit sei, „neue Standpunkte“ zu hören und miteinander zu reden.

Bevor er zu einigen Punkten der Kommunalpolitik des vergangenen Jahres Stellung nahm, warf er einen Blick auf die Situation weltweit, der angesichts einer schwierigen Regierungsbildung im Bund, eines drohenden Brexits in Europa und Bedrohungen durch Handelsstreit und gar von Gedankenspielen zu atomarer Aufrüstung auf globaler Ebene nicht sonderlich positiv ausfiel.

Man wolle aber dennoch positiv in das Neue Jahr gehen und sei sich auch der Verantwortung bewusst, die kleine Einheiten wie Städte und Gemeinden ihren Bürgern gegenüber trügen: „Sie geben den Menschen Halt und Identität und müssen daher für sie eine sichere Basis bleiben“, bekannte der Bürgermeister.

Dies könne eben nur dann klappen, wenn möglichst viele Bürger auch freiwillig Pflichten übernähmen und nicht nur ihre Rechte einforderten. Abschließend forderte er die Anwesenden auf, im Mai zur Europa-Wahl zu gehen und als Multiplikatoren dafür zu werben, dass auch andere ihre Stimme bei diesem wichtigen Entscheid abgeben.

Erreichtes und Baustellen

Im anschließenden Porträt der Gemeinde ging Meyer auf Erreichtes, aber auch auf künftige Baustellen ein. Man freue sich über eine steigende Einwohnerzahl und einen konstruktiven Gemeinderat. Im Vorgriff auf die Verabschiedung des Haushalts für das laufende Jahr stellte er kurz das neue Zahlenwerk vor, das in seinem Gesamtvolumen 31,8 Millionen Euro umfasst.

Erfreulich sei auch weiterhin der Anstieg der Steuereinnahmen. Wesentliche Ausgabenposten skizzierte er dabei und ging auf einzelne Punkte ein wie die hohen Investitionen bei Kindergärten und Schulen, sowohl was umgesetzte als auch was geplante Maßnahmen angeht.

Auch im Tiefbau ist eine größere Anzahl von Aktivitäten zu erwarten, ebenso wie im Bereich des Wohnungsbaus, wo er verschiedene Bebauungspläne skizzierte. Einmal mehr ging er auf den Neubau der Kläranlage in Schwarzenbruck ein, nannte Zahlen für das Projekt, streifte auch die Kritik am Vorgehen des Zweckverbands und führte kurz Musterbeispiele für die Finanzierung an.

Nicht zu kurz kam ein Rückblick auf Veranstaltungen und Aktivitäten im Rahmen des Gemeindelebens mit Informations- und Unterhaltungsevents sowie einzelnen Highlights wie zum Beispiel Empfänge, die Burgthanner Dialoge, hohe Auszeichnungen für die Eppelein-Festspiele oder den erfolgreichen Tag der Regionen in Ezelsdorf. Aktionen rund um die Partnerschaften sowie deren anstehende Jubiläen und die Situation beim DSL-Ausbau sowie die aktuelle Situation in Sachen Stromtrassen rundeten den Info-Teil ab.

Ehrungen besonders Verdienter

Zusammen mit zweitem Bürgermeister Hermann Bloß übernahm der Gemeindechef anschließend die Ehrungen. Die Goldene Bürgermedaille ging an Franz Seidel, der seit 33 Jahren erster Vorsitzender des Vereins für Gartenbau und Landespflege in Unterferrieden ist.

Ernst Doleschal erhielt die Silberne Medaille für eine Reihe von Einsätzen in seinem Wirken für die Allgemeinheit: vier Jahre zweiter Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Burgthann (OGV), 23 Jahre (bis heute) erster Vorsitzender des OGV, drei Jahre zweiter Vorsitzender der Freien Wähler (FW) Burgthann, 15 Jahre erster Vorsitzender der FW und zwölf Jahre Gemeinderat und Fraktionsvorsitzender der FW.

Ebenfalls mit der Silbernen Bürgermedaille geehrt wurde Günter Pölloth, der sechs Jahre zweiter Vorsitzender des Männergesangvereins Ezelsdorf war, und nun bereits 28 Jahre erster Vorsitzender dieses Vereins ist. Seit 2014 sitze er für die SPD im Gemeinderat.

Stellvertretend für eine Reihe von Feuerwehrleuten, die seit 40 Jahren aktiven Dienst in der Gemeinde leisten, nahm Gerhard Pölloth von der Freiwilligen Feuerwehr Schwarzenbach-Dörlbach die Silberne Bürgermedaille entgegen. Mit ihr wurden auch Horst Vitzthum, Dieter Felsner, Hans Reinhardt und Horst Hengelein ausgezeichnet.

Geehrt wurde auch Alexander Gallitz aus Ezelsdorf, der als ehemaliger Schwimmer der ersten Bundesliga und der deutschen Nationalmannschaft seine Leidenschaft für das Schwimmen zum Beruf gemacht hat. Er bildet seit 2000 Schwimmlehrer aus und hat im vergangenen Jahr für seine Stiftung „Deutschland schwimmt“ den Inklusionspreis des Bezirks Mittelfranken erhalten.

Seiner Organisation hat er das Motto „Sicheres Schwimmen ein Leben lang“ gegeben und setzt sich insbesondere dafür ein, dass auch geistig behinderten Menschen das Schwimmen beigebracht wird. Sein Ziel ist es, für diesen Zweck 100 Schwimmlehrer mit einer besonderen Ausbildung für diese Aufgabe fit zu machen.

Mit entspannten Melodien am Klavier umrahmte Norbert Hiller vom MusikForum professionell die Feier, die mit einem gemütlichen Beisammensein nach einem Schlusswort von zweitem Bürgermeister Hermann Bloß endete.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler