Raiba-Weihnachten

Übung simulierte den Absturz einer Cessna

Großalarm für Feuerwehr und Rettungskräfte

Fachleute des Nürnberger Flughafens wiesen die Feuerwehrleute in die Bekämpfung eines Fluzeugbrandes ein. Foto: Rösler2017/10/Uebung1-1.jpg

BURGTHANN – Eine vom Flughafen Nürnberg geschenkte Cessna war wichtigster Teil einer der bislang größten Übungseinsätze der Feuerwehren Burgthann, Schwarzenbach und Ezelsdorf, First Responder, BRK, ASB, Bergwacht, Rettungshundestaffel der DLRG Fürth, der Notärzte und der Polizei.
Am Abend vor der Übung stellten die Organisationen ihre Arbeit vor. Die Situation: Eine im Luftraum der Kontrollzone Nürnberg angemeldete Cessna ist seit 15 Minuten nicht mehr über Funk zu erreichen. Durch den Flughafen Nürnberg wurde das Rescue Coordination Center (RCC) Münster benachrichtigt. Den Flugplatz in Neumarkt hat sie nicht erreicht. Anrufe beim Piloten waren erfolglos. Aufgrund von mehreren Anrufen von Bewohnern aus Burgthann und Umgebung hat die Leitstelle in Nürnberg in Zusammenarbeit mit dem RCC die Feuerwehren alarmiert und einen Bereitstellungsraum im Feuerwehrhaus eingerichtet.
Parallel wurde der SAR-Hubschrauber alarmiert, der nun die geplante Flugroute abfliegt, um nach dem Luftfahrzeug zu suchen, das letztlich quer auf der Straße zwischen Schwarzenbach und Burgthann landete. Zeugen berichteten von einem Triebwerkbrand und dass der Flieger quer über das Waldgebiet flog. Der First Responder, der als erster am Tatort eintraf checkte die Lage vor Ort.
Unterdessen löschte die Feuerwehr den Brand. Nun konnte auch der Notarzt in den Flieger steigen und die stark verletzte Pilotin, die nur englisch sprach, versorgen. Aufgrund des engen Raums gestaltete sich die Bergung schwierig. Schnell musste sie auf die Trage gelegt werden, um im Rettungswagen (RTW) weiter versorgt werden zu können. Da sie ansprechbar war, gab sie preis, dass noch drei weitere Personen vermisst werden.
Nun wurde die Bergwacht gerufen, die im Wald einen verletzten Mann aus einer Baumkrone bergen musste. Zeitgleich suchten die Hunde nach einer weiteren vermissten Person. Als ein Hund im Gestrüpp auf einem steilen Hang laut bellte, wurde das nächste Opfer gefunden. Jetzt durften die Retter der Bergwacht abermals ausrücken, da sie vorher keinen Funkkontakt zur Hundestaffel aufnehmen konnten. Einsatzleiter, Gruppenführer und die einzelnen Organisationen stehen untereinander aber stets in Funkkontakt, denn genaue Infos und ein schneller reibungsloser Ablauf sind für Opfer überlebenswichtig.
Lagebesprechungen sind wichtig, um sich einen Überblick über die aktuelle Situation zu verschaffen. Organisator Benjamin Peinzger war sehr einfallsreich und erfand stets neue Aufgaben: Eine Schaulustige bekam einen Kreislaufzusammenbruch und eine weitere Person, die im Flugzeug saß, irrte orientierungslos in Schwarzenbach herum. Die Suchhunde mussten erneut ihre gute Nase unter Beweis stellen.
Die Übung stellte hohe Anforderungen an die Einsatzkräfte. Kreisbrandinspektor Peter Schlerf verschaffte sich ebenfalls einen Überblick über diesen außergewöhnlichen Übungseinsatz. Mit einer kleinen Grillfeier klang ein sehr lehrreicher Samstagvormittag aus. Flugzeugabstürze kommen zwar selten vor, sollte der Ernstfall eintreffen, sind die Kameraden nun gewappnet.

N-Land Sabine Rösler
Sabine Rösler