„Jazz in der Burg“-Festival

„Groove-Time“ in Burgthann

Beliebt beim Publikum: Die fränkische Coverband „New Naked Lunch“. | Foto: Mock2018/07/Burgthann-Jazz-in-der-Burg-New-Naked-Lunch.jpg

BURGTHANN – „New Naked Lunch“ hat als vorletzte Band des 40. „Jazz in der Burg“-Festivals ein mitreißendes Konzert hingelegt. Die fränkische Gruppe sprang kurzfristig für die überraschend ausgefallenen „Fratermen“ ein und begeisterte ihr Publikum mit Eigeninterpretationen Soul-, Blues- und Funkhits von Aretha Franklin bis Stevie Wonder.

„New Naked Lunch“ sind – zumindest in großen Teilen – fränkische Blues-Urgesteine und der Burg nicht ganz fremd. Allerdings dürften sich die meisten Zuhörer wenn, dann nur noch verschwommen an die groovige Coverband erinnern. „Wir haben hier schon mal gespielt, das ist jetzt bestimmt, puh, bestimmt 20 Jahre her“, erinnert sich Saxophonist Mandi Riedelbauch.

Jetzt steht er in neuer Besetzung mit den Gründungsmitgliedern Olders Frenzel (Schalgzeug), Roland Häring (Bass), Ralf Heilmann (Keyboards, E-Orgel) und den beiden Neuzugängen Sängerin Sylvia Schwind und Gitarrist Jürgen Schottenhamml wieder bei den Burgthanner Jazzfreunden auf der Bühne.

Geplant war diese Rückkehr in der Form allerdings nicht. Die Band ist kurzfristig für „The Fratermen“ eingesprungen, nachdem die Band des Jazzschlagzeugers und ehemaligen Lehrers von Wolfgang Haffner überraschend ausgefallenen war.

Gewitzte Interpretation

Die Vollblutmusiker interpretieren altbekannte Dauerbrenner wie „Cantaloup Island“ und „Congo Square“ mit musikalischem Witz und Einfallsreichtum neu und verpassen den Songs ihre eigene Note. Dabei gehen sie einfühlsam vor, sodass das Original unverkennbar bleibt. Der funky Groove des New Orleans der 70er und 80er Jahre ist das Leitbild der Band.

Sängerin Sylvia Schwind füllt mit ihrer souligen Stimme und weichem Timbre wunderbar getragene Lieder wie Aretha Franklins „Dr. Feelgood“ und Donny Hathaways „I Love You More“ aus. Doch auch am anderen Ende des Spektrums überzeugt sie mit einer starken Performance: bei Sharon Jones´ emanzipierten Power-Song „Nobody‘s Baby“ und Stevie Wonders´ fetzigem „Masterblaster“ zeigt die Sängerin, wie kraftvoll und rockig sie sein kann.

Sie spielt, was sie singt

Der Inhalt der Lieder spiegelt sich auch in Schwinds Mimik. Sie spielt, was sie singt. Mit emotional-melancholischer Miene bis hin zu rockig-trotziger Attitüde bietet sie ein großes Repertoire an und zieht das Publikum gekonnt in ihren Bann.

Auch die rein instrumentalen Stücke von „New Naked Lunch“ gehen sofort ins Ohr und ins Bein. Volles, sonores Saxphon, pulsierende Beats, chunky Gittarrenriffs und charakteristische E-Orgel und Keyboardklänge tragen den Sound der Groove-Band. Gut platzierte, knackige Soli komplettieren das Musikerlebnis.

Die Zuhörer hält es nicht lange auf ihren Plätzen. Von den kleinsten, etwa dreijährigen Gästen bis hin zu betagten Jazzliebhabern lassen sie ihrer Kreativität beim Tanzen freien Lauf. Andere schließen die Augen, lehnen sich zurück und genießen ihre Lieblingssongs, zu denen sie stumm die Lippen bewegen.

Nächstes Jahr wieder?

Riedelbauch und die anderen Bandmitglieder freuen sich sichtlich über die Gelegenheit, bei dem beliebten Jazz-Festival spielen zu können. Der Saxophonist bedankte sich fröhlich beim Publikum und den Veranstaltern. „Echt klasse hier, nächstes Jahr wären wir natürlich gerne wieder mit dabei und vielleicht diesmal nicht nur als Aushilfe“, sagt er zum Abschluss, bevor die euphorisierten Zuschauer eine Zugabe fordern und er wieder flink zum Instrument greift.

N-Land Magdalena Mock
Magdalena Mock