Baugebiet Bayernstraße

Frust bei den Burgthanner Grünen

Die gut sieben Hektar große Baulücke im Zentrum des Bildes wird mit Wohnbebauung geschlossen werden. Die Fraktion der Grünen Im Burgthanner Gemeinderat ist enttäuscht, dass sie keine dichtere Planung durchsetzen konnte. | Foto: Spandler2018/10/Ezelsdorf-Bayernstrasse3.jpg

EZELSDORF – Die Grünen-Fraktion im Burgthanner Gemeinderat ist enttäuscht. Obwohl sie sich mehrfach mit Änderungswünschen für den Bebauungsplan an der Bayernstraße einbrachte, wie es die Verwaltung ja gefordert hatte, wurden die Punkte, die für sie im Sinne des sparsamen Flächenverbrauchs relevant gewesen wären, nicht berücksichtigt.

Während der frühzeitigen öffentlichen Auslegung der Pläne hatten die Grünen-Gemeinderäte detaillierte Vorschläge unter anderem für eine dichtere und ökologischere Planung gemacht und auch an den beauftragten Stadtplaner Eckhard Bökenbrink geschickt.

Bereits im April hatten sie erste Anregungen zusammengestellt. Nach den ersten Diskussionen wurden die Pläne ein weiteres Mal in die Fraktionen zur eingehenderen Beratung verwiesen, und wieder erstellten die Grünen Listen mit begründeten Änderungswünschen.

Bei der Abwägung der Stellungnahmen nach der frühzeitigen Beteiligung wurden sie in der jüngsten Gemeinderatssitzung aber von der Verwaltung in den wesentlichen Forderungen wieder abgeschmettert – endgültig. Kern der Vorschläge war das Bestreben, mehr Wohneinheiten auf dem zur Verfügung stehenden Platz unterzubringen, zum einen, um das Verhältnis versiegelte Fläche zu Wohnraumnutzung günstiger zu gestalten, zum anderen, um preisgünstigeres Wohnen zu schaffen.

Wahl statt Vorschrift

Der Vorschlag, statt der vorgesehenen aus ihrer Sicht zu zahlreichen Einfamilienhäuser mehr Doppel-, Reihen- und Kettenhäuser in den Bebauungsplan aufzunehmen, wurde nicht akzeptiert. Wo man zwingend Doppelhäuser forderte, sind im Plan nun „wahlweise“ Einzel- oder Doppelhausbebauung vorgesehen.

Auf die Forderung, bestimmte Grundstücksgrößen müssten eine bestimmte (dichtere) Bauweise nach sich ziehen, ist die Verwaltung bei der Abwägung der Stellungnahmen nicht eingegangen. So wollten die Grünen, dass Grundstücke über 600 Quadratmeter zwingend mit Doppelhäusern bebaut werden müssten.

Nach dem nun vorliegenden Bebauungsplan darf aber bis zur Grundstücksgröße von 900 Quadratmetern Einzelhausbebauung stattfinden. Abgelehnt wurde auch der Vorschlag, dass in Gebäuden mit zwei Vollgeschossen im Dachgeschoss Wohnräume entstehen dürften, so dass darin drei statt zwei Parteien wohnen könnten. Begründet wurde dies mit einem möglichen Stellplatzproblem.

Im Gemeinderat entspann sich hierzu eine längere Diskussion. Grünen-Fraktionschefin Margarete Becker schlug vor, man könnte doch die Genehmigung einer dritten Wohnpartei davon abhängig machen, ob die Bewohner die entsprechenden Parkplätze nachweisen könnten.

Dagegen sprach sich Reinhard Graf (CSU) aus mit dem Argument, man habe sowieso schon eine große Mischung an unterschiedlichen Wohnformen. Ebenso sahen das Bürgermeister Heinz Meyer und Planer Eckhard Bökenbrink. Gegen die Stimmen der beiden Grünen-Gemeinderäte und Dr. Eckhard Töperts (SPD) wurden der Vorschlag Beckers abgelehnt.

Zu wenig Platz

Auch eine Umplanung, die die relativ hohen Eigentums- und Mietswohnungsblöcke nicht am Rand des Baugebiets, sondern eher geschützt unterhalb des Kirchenwäldchens vorsehen würde, wurde abgelehnt, weil dort nach Auskunft von Planer und Verwaltung zu wenig Platz vorhanden sei. Nach deren Meinung würde man dadurch eine ganze Bauzeile verlieren.

Ärgerlich fanden die Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen zunächst die rigide Festlegung auf Sattel- oder Walmdächer. „Häuser mit Flachdächern haben die geringste Außenhaut und bieten somit für die Wärmedämmung die besten Voraussetzungen“, heißt es in der Stellungnahme, Pultdächer dagegen böten die besten Bedingungen für Photovoltaik, wenn sie denn günstig ausgerichtet sind.

Hier erhielten sie Unterstützung von CSU-Fraktionssprecher Günther Nedvidek. Er erklärte sich für seine Fraktion nur damit einverstanden, im Süden Satteldächer vorzuschreiben. „Wir sollten aber im Innenbereich auch Flach- und Pultdächer möglich machen, sonst würden wir zu viele Vorschriften machen“, regte er an. Dem schloss sich auch Dr. Töpert an. Nach kurzer Diskussion konnten sich die Befürworter einer freieren Dachgestaltung durchsetzen. Nun sind nur im Süden Richtung Bahnhof Satteldächer vorgeschrieben, im restlichen Wohngebiet können auch Flach- oder Pultdächer entstehen.

Enttäuscht von der SPD

Allerdings hielten die Verwaltung und die Mehrheit der Gemeinderäte an der Ablehnung fest, eine „Aufständerung von PV-Anlagen entgegen der Dachneigung“ zu erlauben, also Vorrichtungen für Photo-Voltaik-Anlagen zu errichten, die nach ihrer Ansicht einen städtebaulich inakzeptablen Eindruck erzeugen. Neuere Modelle können allerdings so flach auf den Dächern gehalten werden, dass sie – zumindest von unten – kaum sichtbar sind, weiß Margarete Becker.

Kleinere Anregungen, die in einem Vorschlagskatalog für ökologische Maßnahmen des Vorsitzenden des Landesverbands für Vogelschutz und Grünen-Gemeinderat, Bernd Michl, enthalten sind, wurden in den Plan eingearbeitet.

Die für die Fraktion wichtigen Änderungen sind aus Sicht der Grünen jedoch unterblieben, man habe eine Chance auf ökologischeres und flächensparendes Bauen vertan. Enttäuschend findet Becker auch die Haltung der SPD, die in den Diskussionen ebenso eine dichtere Bebauung des Gebiets befürwortet hatte, dann aber dem Entwurf des Planers in der lockeren Bauweise zustimmte.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler