Erpresser drohte, die Bilder ins Netz zu stellen

Beim Sex fotografiert

Symbolfoto Amtsgericht Hersbruck | Foto: Thomas Kohl2017/03/amtsgericht_hersbruck_symbol.jpg

BURGTHANN – Ein 34-Jähriger erpresste eine 24-Jährige aus Burgthann mit Sexfotos. Obwohl die Tat – wie selbst der Verteidiger des Angeklagten einräumte – „abstoßend“ war, dauerte der Prozess am Amtsgericht in Hersbruck nicht lang. Der Mann bekam eine Bewährungsstrafe.

Gleich zu Beginn legte der 34-Jährige aus Wolframs-Eschenbach ein Geständnis ab: Im Dezember 2015 trafen er und die als Zeugin vor Gericht geladene 24-Jährige rein zufällig aufeinander. Beide standen mit ihren PKWs in Burgthann am Straßenrand, kamen ins Gespräch, das sie dann auch noch in einem nahe gelegenen Café fortsetzten. Einige Zeit später besuchte der 34-Jährige zusammen mit einem Bekannten die junge Frau auch zu Hause. Aus der Zufallsbekanntschaft entwickelte sich mehr.

Intime Handyfotos

Beide schliefen miteinander. Dabei nahm die Frau es arglos hin, dass ihr der Liebhaber dabei die Augen verband. Aber es handelte sich nicht – oder zumindest nicht nur – um eine besondere Variante des Liebesspiels. Das musste die Geschädigte aber schon kurze Zeit später feststellen. Der zunächst mit anwesende Freund des von seiner Frau getrennt lebenden angeklagten Familienvaters machte Handyfotos der intimen Szenerie.

Mit der Androhung, diese im Internet zu veröffentlichen, forderte der 34-Jährige von der Frau nun 200 Euro. In der Hoffnung, dass damit dann alles erledigt sei, gab sie ihm das Geld. Doch nur wenige Wochen später schickte ihr der arbeitslose Wolframs-Eschenbacher erneut eine Nachricht aufs Handy. Diesmal hielt er 500 Euro für angemessen.

15 Monate auf Bewährung

Die junge Frau erkannte nun wohl das finanzielle „Fass ohne Boden“ und ging zur Polizei. Im Bundeszentralregister fanden sich bei dem Erpresser bereits zehn Einträge. Staatsanwalt Bernd Zuber forderte eine 16-monatige Bewährungsstrafe. Die Verteidigung hielt dies für zu hoch und betonte besonders die Reue und das vollumfängliche Geständnis des Angeklagten.

Wegen vollendeter und versuchter Erpressung hielt Richter André Gläßl eine 15-monatige Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung auf vier Jahre, für angemessen. Zudem muss der Wolframs-Eschenbacher 1000 Euro an eine Schule in Lauf überweisen und den gleichen Betrag auch noch einmal als eine Art Schmerzensgeld an die Geschädigte zahlen.

Sehr verwerflich

Der Richter erkannte zwar auch Ansätze einer positiven Sozialprognose, stellte aber in seiner Urteilsbegründung fest: „Dieser Eingriff in den höchstpersönlichen Lebensbereich ist sehr verwerflich.“ hn

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