„Burgthann hilft“ in Kenia

45 Kinder besuchen die neue Schule

Der 37-jährige Ali Kiingu (Mitte) ist Gudrun Hartmanns Kontaktmann in Kenia. Während eines Besuchs in Burgthann erzählt er von den Fortschritten der Projekte Brunnen und Schule, aber auch von seinen Eindrücken, die er als Besucher in Deutschland gewann. | Foto: Rösler2018/01/Burgthann-hilft-Kenia-Roesler.jpg

BURGTHANN – Ali Kiingu, Kontaktmann der Hilfsorganisation „Burgthann hilft“, ist das erste Mal in Deutschland. In Burgthann hat der Kenianer an einem Infoabend über Erfolge in seiner Heimat berichtet, etwa die positiven Veränderungen in der Wasserversorgung und den Bau einer Schule.

Auf eigene Kosten fliegt die Vorsitzende des Vereins „Burgthann hilft“, Gudrun Hartmann, jedes Jahr nach Afrika, um sich über die Fortschritte der Projekte zu informieren. Vor Ort arbeitet Ali Kiingu gegen eine Aufwandsentschädigung für „Burgthann hilft“ und ist mit Hartmann in regelmäßigem Kontakt, um über Problematiken und Fortschritte zu informieren.

Mittlerweile, so berichtet er bei seinem Besuch, ist der zweite Brunnen für die Wasserversorgung fertig. Gegen einen kleinen Obolus füllen sich die Menschen sauberes Wasser ab. Typische Krankheiten seien dadurch zurückgegangen.

Schule ist sein Lebenswerk

45 Schüler gehen zurzeit in die neu gebaute Schule, die der Kenianer als sein Lebenswerk bezeichnet. Künftig sollen weitere Kinder die Schulbank der Grund- und bald auch einer weiterführenden Schule drücken dürfen. Haben sie nach acht Jahren den Abschluss, könnten sie damit die Universität besuchen. „Tagsüber sind deutlich weniger Kinder in den Dörfern zu finden, weil sie jetzt fleißig lernen,“ erzählt Kiingu. Der Kontaktmann plant einen Kindergarten und eine Vorschule mithilfe von Spenden bauen zu lassen.

Dank der Moskitonetze seien hunderte Menschen vorbeugend vor Malaria geschützt. Vor drei Jahren begann das Projekt der Malariakontrolle. Der Kampf dagegen sei allerdings noch lange nicht ausgestanden. Auch Spielsachen, eine Schaukel und eine Rutsche kämen sehr gut an, sodass die Freizeitgestaltung abwechslungsreicher geworden ist.

Weniger Müll und Malaria

Ganz angetan war Kiingu von der deutschen Müllabfuhr. In seiner Heimat gäbe es große Berge von Abfall. Menschen versuchten, darin Essensreste zu finden, die auch Tiere fräßen, die wiederum von der Bevölkerung getötet und verzehrt werden. Cholera und Durchfall seien daher keine seltenen Krankheiten. Als weiteres Zukunftsprojekt hat sich Kiingu zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit der mittelfränkischen Organisation ein besseres Müllsystem einzuführen.

Ebenso in Planung: Die Toiletten am Schulgebäude abreißen und hygienischere Sanitäranlagen bauen, Obstplantagen mit Passionsfrüchten anbauen, um den Vitaminmangel zu beseitigen und Obst als zweite Mahlzeit in der Schule einführen. Auch die medizinische Versorgung soll weiter ausgebaut werden.

Rund 1000 Menschen

Rund 1000 Menschen leben in der Gemeinde Mosambik. Aus dem weiteren Umkreis kommen Kinder und Erwachsene, um von den positiven Ergebnissen der Projekte zu profitieren. Neben seinem Bericht aus Kenia, erzählte Kiingu, wie es ihm als Besucher in Deutschland ergehe. Seine Reise sei doch mit einem ziemlichen Kulturschock verbunden.

Fahrten mit dem Zug, Schlafen in einem Bett mit weicher Matratze ohne Moskitonetz, Briefkasten vor der Haustür, moderne Duschen, das reichhaltige Essen und Fußballstadion, Eishockey-Arena und Hochhäuser brachten den 37-Jährigen zum Staunen. Vor allem auch die niedrigeren Temperaturen sei er nicht gewohnt.

Kulturschock in Deutschland

Kiingu und der Vorstand bedankten sich für die Spenden von Firmen und Privatleuten. Sobald Sponsoren gefunden worden sind, werden die nächsten Kinder in die Schule gehen dürfen. Hartmann berichtete von diversen erfolgreichen Spendenaktionen. Mit bis zu 700 Gästen sei das Country-Fest in der Burgthanner Burg kurz vor den Sommerferien letzten Jahres eine der größten Spendeneinnahmequellen des Vereins gewesen.

Mit einem Stand war die Organisation am Weihnachtsmarkt vertreten. Über 7.000 Euro hat sie mit einem Kuchenverkauf für eine Mimberger Familie eingenommen, die über Nacht durch einen Blitzeinschlag ihr Haus verlor.

Dem Verein sind Geld- und Sachspenden, wie Brillen und Zahnbürsten, jederzeit willkommen. Diese können bei den Mitgliedern von „Burgthann hilft“ abgegeben werden. Kontaktdaten und Infos über Patenschaften sowie die einzelnen Projekte unter www.burgthann-hilft.de.

N-Land Sabine Rösler
Sabine Rösler