Lesung im PZ-Kulturraum in Lauf

Bob Meyer präsentierte seinen neuen Krimi „Teiresias Tod“

Gepflegte Runde im Kulturraum (von links): Eva Roth, die auf dem Titelbild zu sehen ist, Autor Bob Meyer, Moderator Rainer Turba und Eva Stern, aus deren Hand das Cover stammt. | Foto: Dorn2018/12/bob-meyer-lesung-kulturraum.jpg

LAUF/RÖTHENBACH — Bob Meyer, ein waschechtes Röthenbacher Gewächs, seines Zeichens Liedermacher mit kabarettistischem Gepräge und Autor, hat seinen vierten Krimi im Laufer Fahner-Verlag auf den Markt gebracht. „Teiresias Tod“, so der Titel, wurde nun im PZ-Kulturraum dem Publikum präsentiert.

Es gibt Lesungen, da geht das Buch fast im Begleitprogramm unter, und es gibt solche von Autoren, die brillant schreiben, aber ihre Schwächen im Vortrag haben. Wenn sich Rainer Turba als Moderator und Interviewer und Bob Meyer von der schreibenden Zunft in der beinahe als lauschige Ecke ausstaffierten Nebenbühne im PZ-Kulturraum niederlassen, kann das Publikum sich eigentlich schon sicher sein: Diese Lesung wird alles andere als fade.

Tatsächlich kommt eine Mischung aus kurzweiliger und informativer Unterhaltung und tiefgründigen Ausflügen in die gut recherchierten Fakten des Handlungshintergrundes heraus. Die Lesung selbst kommt auch nicht zu kurz.

Rainer Turba steigt mit der Gewissensfrage ein, ob denn Schreiben überhaupt aufregend sei. Bob Meyer kontert, dass es erst richtig aufregend wird, wenn das Buch erschienen ist und die Rückmeldungen der Leser kommen.

Im ersten Leseteil stellt Meyer die wesentlichen Personen der Handlung und den Tatort vor.

Shooting für das Titelbild

Das bringt Turba auf die Frage, wie denn das Titelbild entstanden sei. Da lockt der Autor aus dem Dunkel des Zuschauerraums Eva Roth und Andrea Stern auf die Bühne. Erstere hat sich für das Titelbild zur Verfügung gestellt, letztere hat sie mit dem Tattoo der Titelfigur mittels geschicktem Body-Painting und künstlerischer Fotografie effektvoll in Szene gesetzt. Die Umsetzung schildern beide sehr lebendig, was so manches Schmunzeln auf die Gesichter der Anwesenden zaubert.

Was Teiresias mit diesem Mordfall zu tun hat, wird im zweiten Leseabschnitt erklärt. Hier analysiert Meyer fast wissenschaftlich, warum Menschen aufgrund ihrer Disposition zu Transgender-Personen – Menschen mit dem Gefühl, im falschgeschlechtlichen Körper zu leben – werden und welche Probleme das mit sich bringt.

Tiefgang und Humor

Da wird erstens deutlich, dass der Autor sich intensiv mit dieser Thematik auseinandersetzt und dies auch im Buch darstellt, und zweitens, dass seine Bücher ein ausgewogenes Verhältnis von Tiefgang und trockenem fränkischen Humor haben und sich so angenehm von den meisten Publikationen des Genres unterscheiden.

Der Verfasser schildert die Vorurteile gegen diese „Anderen“, die „Normalos“ beim Aufeinandertreffen mit ihnen haben, die Klischees, die Ablehnung, die ein entkrampftes Miteinander erschweren. Da herrscht nachdenkliche Stille im Raum.

So schickt Meyer sein Publikum aber nicht nach Hause oder zum Signieren. Im letzten Teil der Lesung lässt er seine kabarettistische Ader gewähren. Heraus kommt ein Besuch bei seinen Eltern in schönstem Fränkisch, der den Zuhörern die Lachtränen in die Augen treibt.

Frenetischer Schlussapplaus

Der frenetische Schlussapplaus und die anschließende Schlange beim Bücherkauf und –signieren zeigt, dass der Autor seine zukünftigen Leser neugierig gemacht und eingefangen hat.

Roth und Stern versichern dass ihnen die Buchtitel-Aktion „voll Freude gemacht“ hat, und einige Käufer verraten an diesem Abend, dass sie das Buch zum Selberlesen und nicht als Weihnachtsgeschenk für Familie und Freunde erwerben.


Bob Meyer: Teiresias‘ Tod. Kriminalroman aus Franken. Fahner-Verlag, Lauf. 264 Seiten, Taschenbuch. 12,80 Euro. ISBN-Nummer 978-3942251419.

N-Land Reinhard Dorn
Reinhard Dorn