SV Henfenfeld veranstaltet Laufradschule

Balance mit Spaß

Hier muss die Mama dem kleinen Linus über die Wippe helfen. | Foto: Andrea Pitsch2018/02/IMG_2634.jpeg

HENFENFELD – Kaum in der Sporthalle, watscheln einige zielsicher auf die kleinen bunten Zweiräder zu. Andere halten sich lieber noch fest an Mama gedrückt. Es ist Zeit für die Laufradschule beim SV Henfenfeld. So ungezwungen die Szenerie wirkt, so einen ernsten Hintergrund hat sie: Es geht nicht nur um eine Schulung des Gleichgewichts, sondern auch darum, den Nachwuchs an den Sportverein heranzuführen.

Gerd Egelseer trägt die kleinen roten und blauen Flitzer aus dem Geräteraum: „Die sind für Kinder ab zwei Jahren, es gibt auch noch größere für Dreijährige – aber nicht bei uns“, erklärt er, „mit eineinhalb können die Mädchen und Jungen das Laufradfahren lernen“. Das neue Angebot des SV Henfenfeld ist passend zu diesen Altersschritten bis zum dritten Lebensjahr kostenlos. „Damit auch jeder mitmachen kann.“

Auch Hütchen und Wippen verteilt Egelseer auf dem grünen Hallenboden, während die ersten Kinder hereinkommen und neugierig schauen. Einer schnappt sich gleich ein Laufrad und schiebt sich durch die Halle. Ein Mädchen interessiert sich dagegen eher für die Hütchen-Stapel. Wieder andere hüpfen derweil am Trampolin, klettern die Sprossenwand hinauf und rutschen die Langbank herunter. Denn auch das spielerische Turnen gehört zu den 45 Minuten am Dienstagnachmittag dazu.

Auf die Idee zur Laufradschule ist Egelseer durch seinen eigenen Nachwuchs gekommen. In der Eltern-Kind-Gruppe hatte er das Laufrad dabei und gemerkt, dass es auf dem Hallenboden leichter rollt als auf Asphalt. „Außerdem ist das hier ein geschützter Bereich und das Unfallrisiko geringer als auf Straße oder Gehsteig.“

Dennoch tragen zwei der Kinder einen Helm. Egal, ob mit oder ohne Kopfschutz – einige cruisen mutig los, teils mit richtig Schwung und den Beinen schon oft in der Luft. Egelseer gibt den Kurs vor: Über die erste Wippe, dann durch einen Hütchen-Slalom und noch einmal über eine Wippe. Da braucht mancher noch etwas Hilfe von ihm, aber es trauen sich alle.
Damit auch alle Kinder Laufradfahren können, mussten genügend Zweiräder her. Vier der fünf Exemplare hat Thorsten Greisinger von „Familando“ gesponsert. So können die Kleinen stetig ihr Gleichgewicht schulen. „Ihnen wird der Umstieg aufs Fahrrad dann einmal leichter fallen“, weiß Egelseer aus Erfahrung.

Doch nicht nur darum geht es Egelseer. Das zweite Ziel umschreibt er mit „Bewegungserziehung im Kindesalter“. „Die Mädchen und Jungs sollen Freude entwickeln, Sport zu treiben.“ Und diesen, so hofft er, werden sie später im Verein ausführen.

„Uns hat einfach die Jugend gefehlt“, erzählt Egelseer von den Nachwuchssorgen des Sportvereins, „und da haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir das ändern können“. Neben seiner Laufradschule bieten Eltern über den SVH noch Mountainbiken, Inlinerfahren und Kindertanz an. „Wir wollen den Kindern so nicht nur den Einstieg in den Sport, sondern auch in den Verein schmackhaft machen.“

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch