Bäckersterben

Rummelsberger Bäckerei macht zu

Die Rummelsberger Diakonie will zwar noch Brötchen verkaufen, diese aber nicht mehr selbst produzieren.2018/05/Rummelsberg-Baeckerei.jpg

RUMMELSBERG – Die Rummelsberger Bäckerei stellt zum 30. Juni die Produktion von Backwaren ein und wird die Verkaufs-Filiale in Burgthann ebenfalls Ende Juni schließen. Die Mitarbeiter wurden in einer Betriebsversammlung informiert.

„Dieser Schritt fällt uns sehr schwer“, sagt Ines Halbauer, zu deren Verantwortungsbereich die Bäckerei gehört. „Wir mussten einen Sozialplan schreiben“, bedauert sie, denn für 15 Mitarbeitende in der Backstube endet ihr Arbeitsverhältnis spätestens zum 31. Dezember diesen Jahres.

Dass dies für die Betroffenen hart ist, weiß Halbauer, heißt es in einer Pressemeldung der Rummelsberger. Vom ersten Augenblick an war die Mitarbeitervertretung der Rummelsberger Diakonie in die Überlegungen einbezogen.

Der Verkauf geht in Rummelsberg zu den gewohnten Zeiten auch über den 30. Juni hinweg weiter. „Wir sind zuversichtlich, einen regionalen Anbieter als Lieferanten zu gewinnen“, sagt Halbauer. „Wir haben über viele Generationen für Rummelsberg und darüber hinaus gebacken“, erklärt die Leiterin.

Keine Lehrlinge mehr

Neben der Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner Rummelsbergs waren die Backwaren auch in den umliegenden Ortschaften geschätzt. Darüber hinaus haben unzählige Lehrlinge das Handwerk erlernt. In den vergangenen Jahren habe das Interesse von jungen Menschen, Bäcker oder Bäckerin zu lernen, stark nachgelassen.

Einer der Gründe dafür ist, dass jede Nacht sehr früh zu Ende ist. Schon seit längerer Zeit arbeite die Rummelsberger Bäckerei nicht kostendeckend. Man habe dies in Kauf genommen, weil man den früher beliebten Ausbildungsplatz beibehalten wollte, um jungen Menschen einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen.

Die in die Jahre gekommene Backstube benötige zudem Investitionen im sechsstelligen Euro-Bereich. Das sei nicht zu stemmen, ist sich Hal-bauer sicher. Im Bäckereigewerbe ist es wie in vielen anderen Branchen: Nur die wirklich Großen und bestimmte Nischen haben Zukunft.

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