Neujahrsempfang Rückersdorf

Aus dem Wasser Kraft schöpfen

Landrat Armin Kroder bei seiner Rede beim Neujahrsempfang im evangelischen Gemeindezentrum in Rückersdorf. Rechts im Vordergrund sitzen Bürgermeister Manfred Hofmann (links) und der evangelische Pfarrer Volker Klemm. | Foto: Cichon2018/01/Neujahrsempfang-Ruckersdorf-Kroder-Hofmann-Pfarrer-Klemm-ci.jpg

RÜCKERSDORF — „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“: Die Jahreslosung, sozusagen der Leitvers der Christen im Jahr 2018, stand im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs der evangelischen Kirchengemeinde Rückersdorf. Dieser bringt jedes Jahr Gäste aus Kommunal- und Kreispolitik, der Kirchengemeinde und der Vereine zusammen.

Beim Empfang im evangelischen Gemeindezentrum war Wasser immer wieder das zentrale Thema. Pfarrer Volker Klemm hatte dazu Kurzinterviews organisiert. „Wo kommt das Wasser in Rückersdorf eigentlich her?“, fragte er etwa Bürgermeister Manfred Hofmann. Jedes Jahr werden 250 Millionen Liter Wasser aus der Tiefe gefördert. Der Rest wird in den Hochbehälter auf der Ludwigshöhe gepumpt, erklärte das Gemeindeoberhaupt.

„Aber das Wasser ist doch nicht umsonst?“, hakte Klemm nach. Hofmann verneinte vehement. Das Wasser an sich sei umsonst, so der Bürgermeister weiter. Die Rückersdorfer zahlen zwar 1,83 Euro pro Kubikmeter Wasser. „Diese fallen zum Beispiel für Personalkosten an, aber das Wasser an sich ist kostenlos“, sagte das Gemeindeoberhaupt.

Ehrenamtliche sind die Quelle

Für die Kirche lassen die vielen Ehrenamtlichen „die Quelle des lebendigen Wassers wahr werden“, meinte Klemm nach den Interviews. In einem kurzen Film kamen diese selbst zu Wort und erklärten, was ihre Quelle ist, aus der sie Kraft schöpfen. Für den Organisten Ewald Hackenberg sei es etwa die Kirchenmusik. Das, was mit Worten nicht gesagt werden könne, sage die Musik, erklärte er im Film.

„Segen 4.0“

In den anschließenden Grußworten bedauerte Alexander Mielke, Pfarrer in der benachbarten Kirchengemeinde Röthenbach, dass die persönliche Begegnung zwischen Menschen immer weniger werde. Genauso sei es auch bei Gesprächen mit Gott. Ihm sei „sehr unwohl dabei“, dass es inzwischen sogar einen Segnungsroboter, den sogenannten „Bless U 2“, gibt. „Das ist dann wohl Segen 4.0“, warf er trocken ein.

Auch Angelika Weikert (SPD), die heimische Landtagsabgeordnete, erinnerte der „digitale Segen“ stark an die Digitalisierung der Arbeitswelt, die immer weiter voranschreite. Zur Bundestagswahl meinte die Abgeordnete, dass die SPD bei der Regierungsbildung noch streitbar sein werde. Aber die Partei werde dennoch Themen wie Familie, Gesundheitsversorgung und Pflege besonders ernst nehmen. Zudem sei es ihr wichtig, dass etwas bei den Gemeinden ankomme.

Landrat Armin Kroder fand in seinem Grußwort wieder zum Thema Wasser zurück. „Ich bin leidenschaftlicher Bademensch“, erzählte er. Als Kind habe es noch den Badetag gegeben und da sei es schon einmal vorgekommen, dass er den ganzen Samstagnachmittag nicht mehr aus der Wanne gekommen sei. Aber nun sei er in seiner Grundhaltung erschüttert worden, denn ihm habe jemand gesagt, dass er beim Baden ja in seinem eigenen Dreck schwimme. Seitdem mache es Kroder wie die Japaner: Erst duschen und dann in die Wanne steigen.

N-Land Anne Cichon
Anne Cichon
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