Landrat hat zusätzlichen Posten

Armin Kroder ist Bezirkstagspräsident

Im Laufer Landratsamt (links) sitzt Armin Kroder seit 2008 auf dem Chefsessel, nun bekommt er auch ein Büro im Ansbacher Bezirksrathaus (rechts).
Im Laufer Landratsamt (links) sitzt Armin Kroder seit 2008 auf dem Chefsessel, nun bekommt er auch ein Büro im Ansbacher Bezirksrathaus (rechts). | Foto: Sichelstiel (Bildmontage)2018/11/neu-krod.jpg

Es hatte sich bereits angebahnt: Eine ungewöhnlich breite Koalition aus Freien Wählern, Grünen, SPD, der Linken und der Partei für Franken hatte sich im Vorfeld der konstituierenden Sitzung auf Kroder als Kandidaten verständigt. Mit 17 zu 16 Stimmen wurde der 45-jährige Neunkirchener am Donnerstag gewählt. Christa Naaß (SPD) ist seine Stellvertreterin.

Die CSU war nach der Affäre um den früheren Chef der Bezirksklinken, Helmut Nawratil, mit dem Versuch gescheitert, einen parteieigenen Nachfolger für Richard Bartsch durchzusetzen. Am Ende schickten die Christsozialen die Erlangerin Alexandra Wunderlich ins Rennen, die neu im Bezirkstag ist. Auf sie entfielen 16 der insgesamt 33 Stimmen. CSU-Fraktionschef Peter Daniel Forster zog seine erwartete Kandidatur überraschend zurück.

Damit endet eine Ära: Laut Nürnberger Nachrichten stand seit fast 60 Jahren stets ein Vertreter der CSU an der Spitze des Gremiums. 

Künftig in Doppelfunktion

Kroder ist seit 2008 Landrat des Landkreises Nürnberger Land. Er wird dieses Amt auch weiterhin ausüben. „Mein Hauptamt und mein Brötchengeber sind der Landkreis und seine Bürger. Ansbach wäre mein Nebenamt„, hatte der Jurist und frühere Richter vergangene Woche in einem Artikel der Pegnitz-Zeitung betont. Und weiter: „Ich bin weit vom Größenwahn entfernt und weiß um die Belastungen, die diese Ämter mit sich bringen.“ Deshalb könne dieses Modell nur dann funktionieren, wenn die Aufgaben auf viele Schultern verteilt würden.

Der 45-Jährige möchte möglichst viele Bezirksräte hinter sich wissen. Er halte zudem nichts davon, „die CSU komplett vom Spielfeld zu nehmen“. Immerhin stelle diese mit elf Räten die stärkste Fraktion.

Auch Kroder gehörte dem Klinik-Verwaltungsrat an. Wegen der Missstände bei den Bezirkskliniken steht dieser massiv in der Kritik. Inzwischen liegt gegen alle Verwaltungsräte eine Strafanzeige wegen des Verdachts der Untreue vor, wie die Nürnberger Nachrichten berichten. Der neue Bezirkstagspräsident wird auch weiterhin mit den Nachwirkungen der Klinikaffäre zu kämpfen haben. 

N-Land Pegnitz-Zeitung
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