Benefizveranstaltung von Marcel Schneider

Gäste vor die Tür gesetzt

Patrick Temmesfeld, Gabriele Feigl, Marcel Schneider, Claudia Arabackyj, Claudia Karambatsos und Inge Jabs (von links), davor Oliver Tissot. | Foto: Wilcke2017/07/marcel-schneider2.jpg

ALTENFURT – Die 45. Benefiz-Veranstaltung von Friseurmeister Marcel Schneider wurde auch seine erste Open-Air-Veranstaltung. Die hohen Temperaturen führten dazu, dass die Stühle aus seinem Salon nach draußen gebracht wurden, was die Besucher dankbar annahmen. Und der prominente Gast des Abends, Wortakrobat Oliver Tissot, nutzte diesen Umstand, um zu bemerken, dass die Gäste von Marcel vor die Tür gesetzt wurden.

Gabriele Feigl, die Leiterin der Frühförderung am Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte in Langwasser, stellte das Projekt vor, für das an diesem Abend gespendet wurde. Unter dem Motto „Glitzer, Farbe, Lupe, Leuchtkarton: ein Koffer geht auf Frühförder-Sehen-Reise“ soll für jede Mitarbeiterin ein Koffer mit leuchtendem Zubehör angeschafft werden, den sie dann bei Bedarf in den Familien und Kindertagesstätten einsetzen kann, um den sehbehinderten Kindern Spaß am Basteln oder Malen zu vermitteln.

Kleiner Stein wird zu großen Hilfe

Die Arbeit der Frühförderung beginnt schon bei den Babys, zuletzt wurde ein zwei Wochen altes Baby aufgenommen, das ohne Augen geboren wurde. Krebserkrankungen oder Gen-Defekte sind oft Ursachen dafür. Das bbs ist auch mobil tätig, die Mitarbeiterinnen besuchen Familien in ganz Nordbayern, 200 Kinder werden momentan so betreut. Mit Unterstützung von Orthopistinnen werden die Kinder auf ihre Seh- und Wahrnehmungsfähigkeit getestet und entsprechend unterstützt.

Bevor Oliver Tissot vor allem Marcel Schneider in seine Wortspiele aufnahm, betonte dieser noch einmal, wie wichtig ihm die benachteiligten Kinder sind. Er stoße immer nur einen kleinen Stein an, aber dieser könne weiterrollen und zu einer großen Hilfe werden.

Schneider stellt sich dem Spott

Dann musste er sich dem liebevollen Spott von Oliver Tissot stellen, der ihn als Geschenk bezeichnete, das man sich hätte schenken können. Tissot beschwerte sich darüber, dass Schneider ihn in den Schatten gestellt hätte, nämlich unter einen Baum. In diesem Ton ging es weiter und auch die beiden Stadträtinnen wurden nicht verschont. Ihre Namen klingen für Tissot wie ein Auffahrunfall oder eine griechische Vorspeise. Da waren ihm die Lacher natürlich sicher und mit seiner charmanten Art nahm ihm das auch niemand übel.

Auch ernste Themen

Er streifte aber auch ernste Themen und forderte mehr Unterstützung für Kinder und alte Menschen. Vor allem sie müssten mehr in den Arm genommen werden. Und dann widmete er sich den Franken, die einen Rechen im Wappen haben, weil sie sich immer an irgendwas rächen wollen. Sie haben die größte Brauereidichte in der Welt, weil kein Franke das Bier aus dem Nachbarort trinkt. Kleine Feindschaften werden gepflegt, z.B. zu Fürth, dann braucht es keine großen Feindschaften.

Den Besuchern riet er, einen festen Standpunkt zu haben und ihn zu vertreten. So wie Marcel Schneider muss man Druck machen, wenn es nötig ist. „Wenn Sie wollen, dass dieses Event Eindruck macht, dann kratzen sie in die umstehenden Autos den Namen Marcel“, riet er schelmisch, was zu großem Protest der Chefin des nebenan liegenden Autohauses führte.

Tissot verzichtet auf Gage

Oliver Tissot verzichtete zu Gunsten des bbs auf seine Gage und forderte die Besucher zu weiteren Spenden auf. „Der heutige Abend ist ein Geschenk an Sie“, beendete er seinen Vortrag und wurde dafür und für seinen tollen Auftritt begeistert gefeiert.

Marcel Schneider dankte ihm besonders dafür, dass er ihn schon zum dritten Mal bei seinem Engagement unterstützt hat, „denn nur gemeinsam kann man etwas tun für Kinder, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“. Sein Dank galt aber auch den großzügigen Besuchern. Insgesamt konnte er 3400 Euro an die Frühförderung des bbs weitergeben.

Weitere Veranstaltungen geplant

Selbstverständlich will Marcel Schneider nicht in seinem Bemühen nachlassen, benachteiligten Kindern oder Tieren zu helfen, und er hat deshalb schon weitere Veranstaltungen geplant. Die größte soll es dann am 8. April 2019 geben, seine 50. an seinem 50. Geburtstag, an dem auch die Lebenshilfe das 50. Jubiläum feiert. Davor wird er noch in Schwanstetten und Schwabach „gastieren“ und am 11. Mai 2018 wieder in Feucht um Spenden bitten.

Kurze Grußworte gab es dann von Stadträtin Claudia Arabackyj und Patrick Temmesfeld, Direktor des Bildungszentrums für Blinde und Sehbehinderte in Langwasser. Kurz stellte Temmesfeld das bbs vor, das für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Langwasser mit Schulen und Ausbildungsangeboten tätig ist. Sie sollen erfahren, dass sie auch mit einem Handicap etwas leisten können, was in der Gesellschaft gebraucht wird. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Inklusion, auch Nicht-blinde können aufgenommen werden. Weil die Sehbehinderten und Blinden mehr Begleitung und Unterstützung brauchen, reicht die normale Finanzierung durch den Staat nicht aus und deshalb werden großzügige Spender gebraucht, für die Marcel Schneider „ein leuchtendes Beispiel ist“.

N-Land Anita Wilcke
Anita Wilcke
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