„SoulBuddies“ können sich über zahlreiche Unterstützer freuen

„Wir wollen MIA hier haben“

Ziehen an einem Strang, damit sich MIA weiter etabliert: Jörg Hoffmann, Werner Merkel, Günther Kraußer (vorne, von links) sowie Otfried Bürger, Erich Odörfer, Patricia Ehbauer, Armin Kroder, Hermann Vogel und Andreas Kasperowitsch (hinten, von links). | Foto: Gisa Spandler2017/06/sponsoren-mia.jpg

ALTDORF – Auch ein noch so großer Verein kann aus Mitgliedsbeiträgen allein keine größeren Veranstaltungen stemmen, vor allem nicht, wenn aus der Kasse die Auftritte renommierter Künstler bezahlt werden müssen. Eine ausgeprägte Sponsorenkultur hilft hier ungemein. Die Musik-Initiative der SoulBuddies, die vor einem Jahr das mehrtägige Festival MIA (Musik in Altdorf) ins Leben rief, ist hier in einer komfortablen Situation. Sach- und Geldspender, aus Altdorf und darüber hinaus, private und aus der Freien Wirtschaft sowie Gebietskörperschaften – fast scheint es, als könnte der Vorstand aus den Vollen schöpfen. Ganz so ist es zwar nicht, aber beim Meinungsaustausch im Rathaus sprachen die Unterstützer über ihre Motive und die MIA-Organisatoren ein bisschen über ihre Visionen.

Der Altdorfer Steuerberater Werner Merkel begründete sein Engagement mit dem Wunsch, dass ein derartiges Event nicht an einem zu hohen Kartenpreis scheitern solle, denn nur bei erschwinglichen Tickets kommen auch die Besucher. Andererseits müsse aber eine Veranstaltung von innen heraus „das Zeug dazu haben, etwas Besonderes zu sein“, sonst nütze alles Sponsoring nichts. Dieses Potenzial bescheinigte er den SoulBuddies, weswegen er ebenso wie im vergangenen Jahr auch heuer wieder seinen Beitrag zum Gelingen leisten wolle.

Andreas Kasperowitsch, Sonderschulrektor am Wichernhaus, ist ebenfalls bereits zum zweiten Mal mit von der Partie, und zwar als persönlicher Förderer. „Der Grund ist nicht, dass es sonst in Altdorf keine Kultur gäbe“, versicherte er. Ihm geht es bei seiner Unterstützung um die Vielfalt des kulturellen Angebots. Der aktive Verein habe jede Hilfe verdient, findet er, was hier auf die Beine gestellt wurde, sei etwas ganz Tolles.

„Hochkarätiges in nächster Nähe“

Patricia Ehbauer von Merz Reisen gestand, dass ihr Interesse zum einen durchaus mit dem Profil ihrer Firma zu tun habe, denn Musik- und Kunstreisen sind ein wesentliches Standbein des Unternehmens. Gleichzeitig outete sich die Firmenchefin als großer Jazzfan, insbesondere von Headliner Nils Landgren, den sie schon mehrmals live erlebt hat. Was lag also näher, als hier beim Sponsoring einzugreifen, wenn so etwas „Hochkarätiges“ in allernächster Umgebung stattfindet.

Hermann Vogel, Geschäftsstellenleiter der Sparkasse Nürnberg, erinnerte an die langjährige Tradition der Kulturförderung bei seinem Geldinstitut. Das Projekt passe ausgezeichnet in dessen Profil, auch durch den inklusiven Charakter und die Einbeziehung von Flüchtlingen im vergangenen Jahr. Die Künstler und die Organisation seien hervorragend gewesen, allein die Veranstaltung hätte noch mehr Publikum verdient, fand der Banker. Sparkassen-Marketingchef Otfried Bürger schwärmte ebenfalls von den vielen „wunderbaren Veranstaltungen“, die es im Nürnberger Land gibt. Gern begleite man solche Veranstaltungen, die so viele Menschen erreichen, erklärte er und nannte als Stichwort die Wallenstein-Festspiele und das ganz besondere Engagement bei den Nürnberger Symphonikern.

Erich Odörfer nannte es zwar fast eine Selbstverständlichkeit, dass der Bürgermeister für ein Altdorfer Event dieses Ausmaßes die Schirmherrschaft übernimmt. Die Motivation für die Unterstützung von Seiten der Stadt sei aber noch weitaus umfangreicher, schließlich handele es sich um ein international besetztes Ereignis, das über das weit hinaus geht, was andere Vereine machen. Auch der Stadtrat habe sich für eine finanzielle – neben der moralischen – Unterstützung stark gemacht, und letztendlich biete man auch logistische Schützenhilfe. In deutlichen Worten versicherte er: „Wir wollen das hier haben.“

Wird sich großartig entwickeln

Gerade zu visionär äußerte sich Landrat Armin Kroder, der keine Zweifel daran hat, dass man in 20 Jahren sehen werde, dass sich dieses Festival großartig entwickelt haben wird. Auch wenn man das Konzept nach der Auftaktveranstaltung im vergangenen Jahr noch leicht verändern musste, hätte sich die Idee gleich von Beginn an bewährt, weil es Menschen angepackt hätten, die etwas von der Sache verstehen und Leidenschaft mitbringen. In diesem Zusammenhang attestierte er der Kultur eine ebenso bedeutende Rolle wie der Wirtschaft und versicherte, er werde das Vorhaben unterstützen, im konkreten Fall mit dem Instrument der Kulturstiftung der Sparkasse. Als Vorsitzender der Metropolregion Nürnberg rief er nicht nur die Altdorfer, sondern ganz im Sinne der SoulBuddies die Gesamtbevölkerung der Region zum Besuch von MIA auf.

Der erste Vorsitzende der SoulBuddies, Günther Kraußer, dankte für die vielfältige Unterstützung und beschrieb in wenigen Worten, was den Verein mit seinen 45 Aktiven antreibt: Man wolle, dass sich möglichst viele auf etwas einlassen, wozu sie sonst in Altdorf und Umgebung keine Gelegenheit hätten, „Entdecker-Festival“ könne man die Veranstaltung daher auch nennen. Und SoulBuddies-Kollege Jörg Hoffmann teilte seine Begeisterung und wertete es als vielsagendes Zeichen, dass ein so junges Projekt jetzt schon mit solch großen Namen wie Nils Landgren punkten könne, der seine brandneue CD nirgendwo anders zum ersten Mal dem Publikum vorstellen werde als in Altdorf.

www.soulbuddies.de

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler