Pudeldame verendete in Altdorf qualvoll

Wer hat die kleine Luna vergiftet?

Hamdiye Sönmez, die Mutter von Nigarhan Basdemir, liebte die kleine Hundedame ebenso wie ihre Tochter. Das Foto entstand wenige Wochen vor der Vergiftung Lunas. | Foto: privat2018/04/Luna.jpg
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ALTDORF – Nigarhan Basdemir wohnt seit 38 Jahren in Altdorf. Sie kann sich nicht erinnern, in all den Jahren so traurig gewesen zu sein wie jetzt. Vor zwei Wochen ist ihr kleiner Hund vergiftet worden.

Die aus der Türkei stammende Altdorferin denkt zurück an diesen Freitagnachmittag, als die zweijährige Pudelmischlingsdame im Garten herumtollte, wie sie das immer tat, seit sie im Alter von acht Wochen als Welpe bei den Basdemirs in der Neumarkter Straße einzog.

Der kleine Hund war bekannt in der ganzen Nachbarschaft. Die Leute blieben am Zaun stehen, Kinder streichelten den Hund. So war es auch an diesem Freitag. Abends ging es der kleinen Hündin dann auf einmal ganz schlecht, in der Nacht erbrach sie Blut und war schnell so schwach, dass sie sich nicht mehr auf den Beinen halten konnte.

Nigarhan Basdemir rief in ihrer Verzweiflung am nächsten Tag ihre Schwester an, die dann mit Luna zum Tierarzt nach Lauf fuhr – in die nächste Praxis, die an diesem Samstag offen hatte.

War es Rattengift?

Als der Tierarzt Luna untersuchte, machte er Basedmirs Schwester wenig Hoffnung. Alles deute auf eine schwere Vergiftung hin, erläuterte er. Luna erhielt noch Infusionen, verendete aber in der darauffolgenden Nacht in der Praxis in Lauf.

Für den Tierarzt deuteten viele Indizien auf Rattengift als Todesursache, das bescheinigte er Nigarhan Basdemir in einem Attest. Ob es möglicherweise ein anderes Gift gewesen ist, lässt sich im Nachhinein nicht mehr klären, weil der tote Hund nicht genauer untersucht wurde. Basdemir denkt darüber nach, bei der Polizei Anzeige zu erstatten.

Wo soll der Hund das Gift gefressen haben? Die Altdorferin vermutet, im Garten. Allerdings könnte er es auch beim Gassigehen aufgenommen haben, gibt ihr Mann zu bedenken. Doch dann hätte sie etwas bemerkt, sagt Basdemir. Wahrscheinlich war also der Garten der „Tatort“.

Präparierte Wurststücke

Haben sich je Leute über den Hund beschwert? Etwa weil er gebellt hat? Oder aus irgendeinem anderen Grund? Basdemir winkt ab. Nein, der kleine Hund habe nie irgendjemanden gestört. Im Gegenteil: Alle Leute hätten Freude an dem lustigen kleinen Tier gehabt. Sie kann sich nicht vorstellen, wer das Gift in den Garten gelegt haben könnte.

Dass Unbekannte Giftköder auslegen, um Hunde und Katzen zu töten, passiert immer wieder. In regelmäßigen Abständen berichtet auch der Bote von solchen Fällen. Für Aufsehen etwa sorgte vor einigen Monaten ein unbekannter Tierquäler mit präparierten Wurststücken in Ungelstetten.

Die mit Nägeln gespickten Köder waren dort am Rand eines Waldwegs abgelegt, an dem Hundehalter regelmäßig ihre Vierbeiner ausführen.

Nigarhan Basdemir warnt nun: Die Eigentümer von Hunden in Altdorf sollten unbedingt achtgeben, wenn ihre Tiere irgendetwas Unbekanntes im eigenen Garten oder beim Gassigehen fressen.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten