Altdorfer Rock & Pop Chor feiert Jubiläum

Schlagerfest der kleinen Stars

Weit über hundert Mitglieder zählt der beliebte Chor, der ein umfang- und abwechslungsreiches Programm mit etlichen Highlights unter seinem Leiter Roland Dannich präsentierte. | Foto: Spandler2018/07/altdorf-Pop2.jpg

ALTDORF – Mit einem gigantischen Schlager-Festival zum zehnjährigen Geburtstag feierte der Rock & Pop Chor der Städtischen Musikschule unter Leitung von Roland Dannich das Jubiläum. Voller Begeisterung und Engagement zündeten die musikbegeisterten Kids und Jugendlichen, unterstützt von einer professionellen Band, ein Feuerwerk – im doppelten Wortsinn – an aktuellen Songs aus den Charts, das die Gäste auf der Tribüne immer wieder zu Beifallsstürmen hinriss.

Auch nach zehn Jahren hat diese Chorgemeinschaft eine besondere Ausstrahlung. Die jungen Sänger und Sängerinnen sind gleichermaßen entspannt und doch konzentriert bei der Sache. Ab und zu scheint zwar die übliche Portion Lampenfieber durch, wenn die kleinen und großen Musiker auf ihren Einsatz warten, aber bei Roland Dannich steht der Spaß für die Kinder im Vordergrund, und genau das ist das Rezept für die mittlerweile zehnjährige Erfolgsstory der Singgemeinschaft.

Dazu gehört eben auch, dass die Interpreten des über 150 Mitglieder starken Chors ein gewichtiges Wörtchen bei der Auswahl der Songs mitreden dürfen. Entsprechend aktuell ist auch das Programm, das beim großen Auftritt vor dem Publikum, das weitgehend aus Mama und Papa, Omi und Opa sowie zahlreichen Ehrengästen besteht, präsentiert wird. So groß war das Interesse, dass am Ende auch einige potentielle Besucher abgewiesen werden mussten, weil die Wallenstein-Bühne bereits restlos ausverkauft war.

Besonderer Musikpädagoge

Neben der Begrüßung durch Dannich und einem Grußwort eines alten Fans, Bürgermeister Erich Odörfer, der Dannichs Verdienste als besonderer Musikpädagoge würdigte, sowie des Vorsitzenden des Fördervereins Dr. Günther Schauenberg, übernahm Rainer Turba die Moderation, die er mit viel Humor spontan und kurzweilig gestaltete.

„Ich bewundere die Solisten“, bekannte der Bürgermeister unter anderem, und hat damit den Nagel auf den Kopf getroffen. Wie professionell schon die ganz Kleinen sich an den Bühnenrand stellen und ihren Part – im übrigen gänzlich auswendig, auch auf Englisch – präsentieren, ist alles andere als selbstverständlich. Das eine oder andere Talent ist dabei auch für den Laien schon zu erkennen, und es ist ein weiteres Verdienst des Chorleiters, dass er gleichermaßen den schon Routinierten und den eher Schüchternen kleine Extra-Parts zutraut, die diese auch meisterhaft bewältigen.

An der Art, wie der Chef mal den gesamten Chor dirigiert, mit eindringlicher Körpersprache zur Aufmerksamkeit ruft, dann wieder von seinem Podest hopst, die Solisten und die Profi-Band mit energischen und temperamentvollen Gesten steuert, lässt sich erkennen, wie viel Einfühlungsvermögen der charismatische Chorleiter hat, der jedes Mitglied seiner Singgemeinschaft genau kennt und gleichzeitig auch noch bei den ganz Kleinen ein bisschen die Elternrolle übernimmt. Mit teils unkonventionellen Gesten hat er seine musikalische Rasselbande stets im Griff, verzichtet dabei aber auf übertriebenes Disziplin-Gehabe.

Clueso und Rita Ora

Los geht das umfangreiche Programm mit Songs von Fanta 4 und Clueso und Rita Ora, danach folgt Max Giesinger mit „Nicht so schnell“, wobei das Konzept, ein deutsches und danach ein englischsprachiges Lied im steten Wechsel zu singen, fast komplett durchgehalten wird.

Mit Shawn Mendes und Johannes Oerding geht es weiter und immer wieder wird man von kleinen Highlights überrascht, wenn gerade im Teenie-Alter junge Mädels mit einer überraschenden und selbstbewussten Präsenz und kräftigem Stimmvolumen die Bühne beherrschen. Für Zwischenapplaus sorgen vor allem die ganz jungen, die oft mit großer Begeisterung und erkennbarer Inbrunst ihre Soli absolvieren.

Die ganze Show würde man nicht so rund empfinden, gäbe es nicht ein professionelles Technik-Team, das für eine perfekte Aussteuerung sorgt, die Sänger sind gut zu verstehen, die ausgezeichnete Band, die weit mehr als eine Begleitmusik liefert, ist laut, aber nicht zu laut. Und Bühneneffekte wie Nebel oder ein kleines und ein großes Feuerwerk gibt es auch. Dass die jungen Musiker bei ihrer Performance sich auch entsprechend bewegen und eine kleine Choreografie an den Tag legen, ist Tanja Niklas zu verdanken. Auch sonst wird dafür gesorgt, dass Abwechslung Trumpf ist an diesem Abend.

Gänsehaut bei Ed Sheeran

Die Erfahrung der Organisatoren, darunter auch Musikschulleiter Klaus Liederer, ist deutlich zu spüren. Hier wird nicht ein Song nach dem anderen präsentiert, sondern es werden immer wieder geplante und vielleicht auch nicht ganz so vorhersehbare Überraschungen eingebaut.

Da gibt es ein spontanes Happy-birthday-Ständchen für Opa Peter, der just am Auftrittstag seinen 80. Geburtstag feiert, dann überrascht Liederer seinen Kollegen Dannich mit einem Jubiläumslied, dessen Text auf den Chorleiter gemünzt ist, oder es wird der „Major Tom“ von Peter Schilling als Eltern-Wunsch-Lied gesungen, natürlich mit Unterstützung aus dem Publikum. Und nicht fehlen darf auch in diesem Programm ein Titel, der vom Chef mit interpretiert wird, in diesem Fall ein Duett mit Rainer Turba nach Phil Collins’ „She’s an easy lover“.

Im weiteren Verlauf des Abends stellt Dannich die großartige Combo vor und erklärt, wie lange die Musiker die kleinen Sänger schon unterstützen. Dann geht es nach der Pause weiter mit Songs von Lea, Justin Timberlake, Imagine Dragons und – natürlich – Ed Sheeran. Sein „Perfect“ gerät besonders anrührend zu einem der vielen musikalischen Höhepunkte und animiert das Publikum zu innigen Beifallsstürmen – kein Wunder, dass bei so viel Aufmerksamkeit und Resonanz im Publikum der Zeitrahmen nicht annähernd eingehalten werden kann.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler