Point und die Spielverderber im Brauhaus

Rock’n’Roll and Soul and Blues

Point und die Spielverderber im Brauhaus: Neben fetzigem Rock’n’Roll präsentierten die Erlanger auch melancholische Stücke. | Foto: Walther2018/02/Altdorf-point-auftritt.jpg

ALTDORF – Eine missglückte Liebesgeschichte, ein leeres Portemonnaie oder ein verregneter Sonntag – der Erlanger Liedermacher Peter Gruner alias Point und seine Band „die Spielverderber“ entführten das Altdorfer Publikum auf eine musikalische Reise voller kleinen und großen Hürden, die sich jedem einmal in den Weg stellen.

Point und die Spielverderber, das sind Frontmann Gruner, Keyboarder Johannes Ehrl, Bernie Sauer am Bass und Tim Kalenbach am Schlagzeug. Ihre Musik ist eine Gratwanderung zwischen Wut und Liebe, die Darstellung eines Lebensstils, der sich dem ewigen Streben nach Perfektion widersetzt.

In den Gemäuern des Altdorfer Brauhauses wurde das Publikum mitgerissen von den Geschichten des Erlanger Quartettes. Mit ihren lebhaften Rock’n’Roll-Stücken sorgte die Band für die perfekte Tanzstimmung, zu der nicht nur das Publikum, sondern auch der Frontmann mit Schieberkappe und Schlaghose in Bewegung kam.

Humor trotz ernster Themen

Neben diesen unbeschwerten Nummern waren aber auch melancholische Lieder Teil der Reise, allerdings schaffte Gruner es selbst bei ernsteren Themen, die nötige Gelassenheit und Leichtigkeit zu vermitteln. „Man sollte niemals seinen Humor verlieren, denn es ist wichtig, auch über sich selbst lachen zu können“, sagt Gruner vor dem Konzert. Die Musik der Erlanger ist ein Aufruf, das Leben unbeschwerter zu gestalten und dem inneren Kind öfter freien Lauf zu lassen.

Stilistisch lässt sich die Erlanger Band nicht so leicht einordnen. „Wir sehen uns nicht in einer Schublade, wir liegen irgendwo zwischen Rock’n’Roll, Soul und Blues“, verriet Frontmann Point vor seinem Auftritt. Trotz ausschließlich eigener Stücke waren während des Konzertes die Einflüsse von Künstlern wie Elvis Costello oder Van Morrison spürbar. Besonders wenn Point zu seiner Mundharmonika greift liegt ein Hauch amerikanischer Folk-Musik à la Bob Dylan in der Luft.

Einblick in das Songwriting

Während des Konzertes gab Gruner bei vielen Liedern einen Einblick in die Entstehung der einzelnen Tracks. Viele Geschichten, die die Band am eigenen Leib erfahren hat, verarbeiten sie in ihren Kompositionen.
Beispielsweise erinnert sich Point in seinem Lied Erdbeerfelder zurück an seine Jugend und macht deutlich, dass Heimat nicht immer ein Ort, sondern auch ein Gefühl sein kann.

Ihr Auftritt war nicht ihr erster Besuch in der Wallenstein-Stadt, die Band war bereits im Sommer zu Gast beim Altdorfer MIA Festival, allerdings nicht auf der Bühne sondern im Publikum: „Wir würden uns sehr darüber freuen dort nächstes Jahr selbst auftreten zu dürfen“, sagt Gruner, „an die Altdorfer Soul-Buddies gerichtet: Seht das als unsere Bewerbung“.

Robin Walter

N-Land Der Bote
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