30-Jähriger wollte Rollstuhlfahrer bestehlen

Räuber auf Drogen?

Symbolfoto Amtsgericht Hersbruck | Foto: Thomas Kohl2017/03/amtsgericht_hersbruck_symbol.jpg

ALTDORF/HERSBRUCK – Ein 30-Jähriger soll im August in Altdorf einen Rollstuhlfahrer beraubt haben. Deshalb und wegen weiterer Fälle muss er sich vor dem Amtsgericht Hersbruck verantworten. Nach dem Prozessauftakt ist ein Gutachten über eine Drogensucht des Angeklagten nötig.

Schon beim Verlesen der Personalien gab es einen Einblick in die Verhältnisse des 30-Jährigen. Als ihn am gemeldeten Wohnort ein Polizist für ein Gespräch aufsuchen wollte, sagte dessen Vater, dass er die Eskapaden jetzt satt gehabt und seinen erwachsenen Sohn rausgeschmissen habe. Nach seiner Aussage vor Gericht wohnt der Sohn derzeit bei einer Freundin in Nürnberg.

Diebstahl und Raub

Laut Anklageschrift soll er im August einen Rollstuhlfahrer in Altdorf bedroht und ihm einige Euros sowie Zigaretten abgenommen haben. Dazu sagte der Betroffene vor Gericht: „Er forderte von mir Zigaretten und hielt mich am Rollstuhl fest. Ich hatte aber meine Hand auf der Packung, gab Vollgas und fuhr davon.“ In zwei weiteren Anklagepunkten geht es ebenfalls um Diebstahl und Raub sowie um Sachbeschädigung, begangen im Herbst in Nürnberg und Altdorf.

In der Schöffenverhandlung stellte Richter André Gläßl gegenüber dem strafrechtlich mehrfach auffälligen Angeklagten fest, „die Begehung von Straftaten ist Ihnen ja wohl nicht wesensfremd“. Darauf räumte der Beschuldigte die Taten bedingt ein.

Alkohol- und Drogenprobleme

Während der Tat in Altdorf hatte der 30-Jährige etwa 2,3 Promille Alkohol im Blut. Sein Anwalt verwies auf die Alkohol- und Drogenprobleme seines Mandanten und möchte in einem ärztlichen Gutachten geklärt wissen, ob oder inwieweit die bestehende Abhängigkeit die Straftaten beeinflusst haben.

Gläßl setzte deshalb die Verhandlung aus. Wegen der nicht ganz klaren Wohnsituation gab er zu Protokoll: „Für den Angeklagten wird U-Haft angeordnet, diese wird aber gegen Auflagen – mehrmals wöchentliches Melden bei einer Polizeidienststelle und durch seinen Rechtsanwalt zugesicherte Erreichbarkeit – ausgesetzt.“ Die Fortsetzung ist für Ende Februar vorgesehen. hn

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