Kreisliga Nord

Postbauer beendet die Ezelsdorfer Relegationsträume

Dem starken Aufsteiger Ezelsdorf ging zum Saisonende hin die Luft aus, das lag freilich auch an den zahlreichen Verletzungen, die die junge Mannschaft, wie hier im Spiel gegen Postbauer, einfach nicht mehr kompensieren konnte. | Foto: kk2017/05/fcezelsdorfsvpaosbauer.jpg

NÜRNBERGER LAND – Schluss, aus, vorbei! Auch die letzte Hoffnung auf den Aufstiegsrelegationsplatz musste der FC Ezelsdorf an diesem Sonntag nach der Heimpleite im Derby gegen Postbauer begraben. Allerdings kann der Aufsteiger dennoch mit der Saison zufrieden sein, da er die Spielzeit als bestes Team aus dem Boten-Land abschließen wird und ohne die zahlreichen Personalprobleme vielleicht auch mehr drin gewesen wäre. Das gilt sicher auch für den TSV Feucht, der als designierter Absteiger nun zum Saisonende noch einmal gezeigt hat, was theoretisch in ihm steckt. Der bereits gerettete SV Rasch konnte derweil gegen den sicher als Aufsteiger feststehenden SC Großschwarzenlohe ein deutliches Zeichen setzen. Während der TSV Winkelhaid, der sich mit viel Glück ein Remis erduselte noch auf den direkten Klassenerhalt hoffen darf.

Kreisliga Nord NeumarktJura: TSV Winkelhaid – TSV Wolfstein 2:2 (1:1) – Im wichtigen letzten Heimspiel der Saison hatten die Winkelhaider Glück, dass zumindest ein Punkt herausgespielt wurde. Vor ca. 80 Zuschauern begann das Spiel mit Abtasten, wobei die Heimelf anfangs etwas unsicherer war. Die Abwehrreihe musste schon zu Beginn gute Arbeit leisten, wobei Wolfstein aber auch in der Chancenverwertung Defizite hatte. So entwickelte sich ein Schlagabtausch, der geprägt war von Fehlpässen. Es war nicht erstaunlich, dass die Gäste in der 21. Minute durch Merchel nach einem völligen Durcheinander in der Heimabwehr zum 0:1 kamen. Die Winkelhaider waren nun noch mehr verunsichert; Fehlpass häufte sich an Fehlpass, die Gästestürmer waren oftmals nicht genug gedeckt.

Überraschend das 1:1 in der 31. Minute durch Weghorn. Nach einer Ecke gab es Getümmel vor dem Wolfsteiner Tor und Weghorn donnerte aus kurzer Distanz das Leder in die Maschen. Torwart Hinze machte in der 38. Minute durch eine Glanzparade eine weitere Führung der Gäste zunichte. Wolfstein war weiterhin agiler, die Heimelf konnte nur durch konsequentes Tackling dagegen halten.

Mit Beginn der zweiten Hälfte machte Wolfstein weiterhin enormen Druck und die Winkelhaider hatten Mühe, den Spielfluss zu unterbinden. Wiederum in der 47. Minute musste Hinze all sein Können aufbieten, um den Rückstand zu verhindern. Bereits vier Minuten später hielt Hinze dann die dritte sog. 100-prozentige Chance der Gäste. Das Spiel auf Seiten der Winkelhaider wurde aber nicht besser; schlechte, unkonzentrierte Zuspiele, viele Fehlpässe führten dazu, den Gästen immer wieder Chancen zu ermöglichen. In der 74. Minute dann wieder überraschend die Führung für die Gäste. Nach einem völlig unverständlichen Durcheinander in der Heimabwehr, hatte Spindler freistehend keine Mühe zum 1:2 zu treffen. Goss kam dann in 75. Minute für Timm aufs Feld. Die Partie war nun für die Winkelhaider Fans gelaufen; denn die bekannten Mängel im Spielaufbau, in den Zuspielen wurden nicht besser, sodass Wolfstein die Führung nur verwalten musste. Als alles schon auf den Schlusspfiff wartete, gelang Winkelhaid doch noch der Ausgleich zum 2:2 in der 93. Minute. Nach einem Freistoß von Winter Getümmel im Strafraum. Weber handelte am schnellsten und drosch das Leder aus spitzem Winkel ins Tordreieck. Alles in allem ein glücklicher Punkt für die Winkelhaider, der aber dazu führt, dass im letzten Spiel gegen TSV Feucht man nun mit einem Untentschieden den begehrten 11. Tabellenplatz erreichen kann.

Der Großschwarzenloher Kim-Dominik Staufer (rechts) hatte alle Hände voll zu tun gegen den bei Rasch frisch eingewechselten Alex Vöge (links) der sich am Ende mit zum Matchwinner kürte. | Foto: DV2017/05/svraschscgrossschwarzenlohe.jpg

SV Rasch – SC Großschwarzenlohe 4:1 (2:1) – Beiden Teams merkte man an, dass die Saisonziele erreicht waren, Großschwarzenlohe schaffte den Aufstieg und die Rascher Jungs hatten auch den Klassenerhalt so gut wie sicher. Unter diesen Voraussetzungen sahen die Zuschauer ein recht ansehnliches und faires Match. Großschwarzenlohe ließ gutes fußballerisches Vermögen aufblitzen, die Rascher verließen sich auf ihre kämpferischen Möglichkeiten. In der 12. Minute ließ der Rascher Spielertrainer Florian Schmidt gleich drei Abwehrspieler samt Torwart aussteigen und schob zur 1:0-Führung ein. Nach einer Flanke von links konnte der Rascher Torhüter Felix Ortegel in der 34. Minute zwar noch abwehren, den Abpraller setzte Dustin Koricic mit dem Knie zum 1:1 in die Maschen. In der 39. Minute setzten die beiden Rascher Angreifer Philip Möhrle und Christian Müller die Gästedefensive erfolgreich unter Druck, eroberten die Kugel und Philip Möhrle tunnelte sogar den Torhüter Onur Koc zur 2:1-Halbzeitführung.

Nach Wiederbeginn war gleich zu erkennen, dass die Gäste das Match nicht so ohne weiteres abschenken wollten. Rasch wirkte zeitweilig etwas unkonzentriert, verteidigte aber mit Mann und Maus ihr Tor und hatte Glück, dass die Gäste trotz hervorragender Chancen durch Dustin Koricic (49./60.), Patrick Heyn (52.) und Markus Freller nicht zum Ausgleich kamen.

Die Rascher verlegten sich naturgemäß auf Konter und wechselten mit Alex Vöge und Lukas Keller neue Kräfte ein, was sich dann auch gleich bezahlt machen sollte. In der 74. Minute wird Alex Vöge geschickt und zieht ab, sein Schuss prallt ab auf die rechte Außenbahn wo Daniel Nerreter scharf nach innen gibt und Alex Vöge aus kurzer Entfernung nur noch den Schlappen zum 3:1 hinhalten musste. Zehn Minuten später der nächste Konter, Alex Vöge flankt halbhoch von rechts, den Flugkopfball von Lukas Keller meistert der Großschwarzenloher Keeper sensationell.

In allerletzter Minute kam dann Lukas Keller doch noch zu seinem verdienten Torerfolg, er setzte sich auf der linken Seite vehement durch und trifft aus spitzem Winkel zum 4:1-Endstand.

FC Ezelsdorf – SV Postbauer 0:2 (0:1) – Die Negativserie des so hoffnungsvoll in die Saison gestarteten Aufsteigers hält zum Ende der Rückrunde weiterhin an. Im Nachbarschaftsderby ging es gegen den SV Postbauer, der bereits den Klassenerhalt vorzeitig gesichert hatte. Das Spiel begann sehr ausgeglichen und mit Torgelegenheiten auf beiden Seiten. Die größten hatten dabei auf Seiten des FC Ezelsdorf Christian Ruff (8. Spielminute) und auf Seiten des SV Postbauer Manuel Fersch. Bei beiden Gelegenheiten blieb jedoch der Torerfolg aus. Dies ändert sich nach der 30. Spielminute, bei der der FCE gleich zwei Nackenschläge hinnehmen musste. Zum einen musste Führungsspieler Christian Schönweiß verletzungsbedingt das Feld verlassen und erweiterte somit die Verletztenliste der Heimmannschaft. Zum anderen nutzte Tobias Sippl nach einer schönen Kombination mit Manuel Fersch seine aussichtsreichende Position und schob ungestört zum 0:1 ein. Mit diesem Ergebnis ging es in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich weiterhin ein sehr abwechslungsreiches und unterhaltsames Derby, bei dem jedoch Großchancen Mangelware blieben. Das Spielgeschehen wickelte sich zumeist im Mittelfeld zwischen den beiden Strafräumen ab. In der 75. Spielminute – in einer sehr umkämpften Phase – nutzte wiederum der SVP seine Chance und erzielte in Person von Ligatoptorjäger Jürgen Bayer das vorentscheidende 2:0. Dies war dann auch gleich das Endergebnis, Postbauer setzt seinen Erfolgstrend fort, wohingegen der FCE nun seinen Negativtrend wenigstens im letzten Ligaspiel beenden könnte.

SV Penzendorf – TSV 04 Feucht 0:1 (0:0) – Die enorm ersatzgeschwächten Feuchter hatten nur elf Mann zur Verfügung, entführten jedoch verdient die drei Punkte aufgrund einer starken geschlossenen Mannschaftsleistung. Die Gastgeber hatten zu Beginn mehr vom Spiel, probierten es aber hauptsächlich mit Fernschüssen. Feucht bekam Mitte der ersten Hälfte mehr Zugriff aufs Spiel und hatte durch Serdar Özivgen die Führung auf dem Fuß, doch dessen Freistoß aus 20 Metern ging an die Latte (20.). In der 38. Minute landete ein Klärungsversuch vom Feuchter Verteidiger Grünbeck in den Lauf von Jörg Fröhlich, doch dieser konnte den Keeper der Heimelf nicht überwinden. Nach dem Seitenwechsel hatte der TSV die Partie über weite Strecken gut im Griff und kombinierte gefällig. In der 86. Minute erzielte der U19-Spieler Ali Kaan Öztürk mit einem Volleyschuss aus 16 Metern das goldene Tor für die Steuer-Elf, nachdem Penzendorf zuvor den Ball nur unzureichend geklärt hatte.

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann