Themen auf der Altdorfer Bürgerversammlung im Sportpark

Outlet, Asylunterkunft und Gefahrenstellen

Wegen des Champions-League Spiels der Bayern gegen Juventus Turin blieben auf der Bürgerversammlung im Sportpark einige Plätze leer. Trotzdem gab es ein breites Spektrum an Fragen und Vorschlägen aus den Reihen der Bürgerinnen und Bürger. Foto: Blinten2016/03/Buergerversammlung-Altdorf.jpg

ALTDORF – Auf der Altdorfer Bürgerversammlung im Sportpark ging es um ein mögliches Designer Outlet Center an der Nürnberger Straße, um die geplante Asylbewerberunterkunft in Lenzenberg und um diverse Verkehrsprobleme in der Stadt: zu schmale Gehsteige, Straßen, in denen zu  schnell gefahren wird und um die Rieger-Kreuzung, deren Ampel-Schaltung vielen Altdorfern Rätsel aufgibt.

Ob Altdorf Standort eines Outlet Centers wird, ist derzeit völlig offen. Wie berichtet, will der Projektentwickler Wilhelm Sträter für das spanische Immobilienunternehmen Neinver am Rand der Wallensteinstadt ein Outlet ansiedeln. Derzeit ist Sträter auf Werbetour in Altdorf und hat sein Projekt bereits verschiedenen Stadtratsfraktionen präsentiert. Neben dem Neinver-Center will Sträter für die Stadt eine Stadthalle direkt an der Nürnberger Straße und dazu ein Hotel bauen. Beides könnte in Public-Privat-Partnership (PPP) mit der Stadt betrieben werden. Die Details soll Sträter im Frühsommer im Altdorfer Stadtrat vorstellen.

„Keine Gewerbesteuer“

Bürgermeister Erich Odörfer ist strikt gegen ein Outlet Center. Sein Hauptargument: Damit komme keine Gewerbesteuer herein. Bis heute habe er vom Projektentwickler keinen Plan des Projekts vorgelegt bekommen. „Wenn der dann kommt, dann muss der Stadtrat entscheiden.“ Im Mai soll das Thema jedenfalls zunächst auf die Tagesordnung des Stadtentwicklungsausschusses kommen.

Nachdem sich Odörfer in der Bürgerversammlung gegen das Outlet Center positioniert hatte, mahnte der ehemalige Grünen-Stadtrat Hartmut Grempel, er sehe die Gefahr, dass Odörfer im Stadtrat überstimmt wird, nachdem der Projektentwickler jetzt bereits in den Fraktionen für sein Outlet werbe.

Doch Odörfer wiegelte ab: Die Gefahr sehe er nicht.

Die Grundstücke in dem zu entwickelnden Gebiet an der Nürnberger Straße sind nicht im Eigentum der Stadt, sondern gehören Privatleuten. Wie die sich entscheiden, wenn die Stadt den Grund für ein Gewerbegebiet erwerben will und Neinver ein Angebot für ein Designer Outlet macht, ist am Ende sicher eine Frage des Geldes.

In Lenzenberg ist die dort geplante Asylbewerberunterkunft immer noch nicht bezogen, die Lenzenberger rechnen aber täglich damit, dass hier Flüchtlinge einziehen. Von der Stadt fühlen sie sich nicht ausreichend in ihrem Wunsch unterstützt, statt alleinstehender Männer Familien in den beiden Häusern im Ort unterzubringen – höchstens 20 Personen, wie sie in einem Brief an Landrat Kroder formulierten. Der hat ihre Forderung inzwischen zurückgewiesen (wir berichteten).

Warum denn die Stadt nicht auf ihren eigenen Bebauungsplan verweise, der soziale Einrichtungen am Ort ausschließe, wollte Hans Lodes von Odörfer wissen. Odörfers Entgegnung, dass es für die Stadt keine rechtliche Handhabe gebe, wollte der Lenzenberger Kaminkehrer-Meister nicht akzeptieren: „Es gibt für Lenzenberg einen Bebauungsplan“. Und da sei es Odörfers Pflicht, das Landratsamt auf die Bestimmungen darin hinzuweisen. Weil Lodes insistierte, wies der Rathauschef seine Bauamtsleiterin an, schriftlich beim Landratsamt anzufragen, ob für den Betrieb einer Asylunterkunft in Lenzenberg eine Ausnahmeregelung für den Bebauungsplan erforderlich ist.

300 Flüchtlinge in ehemaliger Logistikhalle

Neben den 40 bereitstehenden Wohnplätzen für Flüchtlinge in Lenzenberg gibt es weitere 300 in einer ehemaligen Logistikhalle in Ludersheim. Auch hier ist noch niemand eingezogen. In der alten Fachakademie in der Hersbrucker Straße gibt es 90 Plätze, die derzeit aber nicht alle belegt sind. In einer dezentralen Unterkunft in Ludersheim leben 19, im ehemaligen Hotel Zollhaus in Altdorf 30 Flüchtlinge.

In der Türkeistraße haben sich die Pläne des dortigen Bauherrn zerschlagen, hier in zwei ehemaligen städtischen Anwesen Räume für Asylbewerber zu schaffen. Die Häuser sind einfach zu klein, um größere Gruppen von Flüchtlingen unterzubringen. Der Investor will jetzt Wohnungen bauen.

Auf den gefährlich schmalen Gehsteig vom Unteren Tor zum Krankenhaus wies Günther Bauer hin und mahnte, die Gefahrenstelle zu entschärfen. Ebenfalls entschärft werden soll die Parksituation am Steigerturm, forderte ein weiterer Altdorfer Bürger, der auch auf die teilweise rätselhafte Ampelschaltung an der Riegerkreuzung hinwies und nachfragte, ob die Hesselgasse nicht zur Einbahnstraße umfunktioniert werden könne.

Dass in der Rascher Straße viel zu schnell gefahren wird, fiel einem weiteren Teilnehmer der Bürgerversammlung auf. Seine Forderung: mehr blitzen. „Das geben wir an die Polizei weiter“, versprach der Bürgermeister.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten