Straßentrasse fliegt aus Flächennutzungsplan

Nordtangente in Altdorf wird beerdigt

Ein Ausschnitt aus dem aktuellen Flächennutzungsplan der Stadt: Die blaue Linie im Osten und Norden zeigt die Umgehungsstraße die von der Neumarkter Straße nach Ziegelhütte zur Straße Richtung Leinburg führt. Diese Trasse wird nun aus dem FNP heraus genommen. Dazu gab es einen einstimmigen Beschluss im Stadtentwicklungsausschuss.2018/12/Altdorf-fnp.jpg

ALTDORF – Bürger im Osten und im Norden Altdorfs können aufatmen. Hier machen sich viele Leute Sorgen, dass irgendwann einmal eine Umgehungsstraße an ihren Grundstücken vorbei gebaut wird. Der Stadtentwicklungsausschuss hat jetzt beschlossen, dem Stadtrat die Herausnahme entsprechender Straßentrassen aus dem Flächenutzungsplan (FNP) zu empfehlen.

Seit 1998 gibt es den bestehenden FNP, er ist im Sitzungssaal des Rathauses ausgehängt und kann auf der Webseite der Stadt Altdorf eingesehen werden.

Seit seiner Aufstellung ist die sogenannte Nordtangente und eine Verbindung zwischen Neumarkter und Hagenhausener Straße darin enthalten. Seit Jahren aber sind sich die Altdorfer Stadträte einig: Die Straßen bauen wir nicht.

Bislang hat es aber niemand für wichtig erachtet, die im Flächennutzungsplan vorgesehene Straßenplanung aus dem FNP heraus zu nehmen. Nachdem jetzt mehrere Altdorfer bei Bürgermeister Erich Odörfer angeklopft und ihre Befürchtungen geäußert haben, dass die Stadt die Straße über kurz oder lang bauen könnte, hat der Rathauschef versprochen, die Angelegenheit auf die Tagesordnung des Stadtentwicklungsausschusses zu setzen.

Einhellige Zustimmung

„Mein Vorschlag: Wir nehmen die Nordtangente aus dem Flächennutzungsplan heraus“, war Odörfers Einstieg in die Diskussion. Damit erntete er einhellige Zustimmung bei den Stadträten. Dr. Peter Wack (FW/UNA) allerdings zeigte sich verwundert darüber, warum man die Trassen nicht schon viel früher aus dem FNP getilgt habe. Den jetzigen Anstoß gaben offenbar die Anfragen von Bürgern im Rathaus, vorher hatte sich niemand für das Thema interessiert.

Eigentlich war die Nordtangente schon vor 20 Jahren gestorben, kurz nachdem die Nürnberger Planer sie in den damals neuen Flächennutzungsplan der Stadt Altdorf eingezeichnet hatten. Daran erinnerte Kurt Eckstein (CSU) seine Kollegen im Ausschuss. „Das war uns allen klar, als wir gesehen haben, dass die Straße durch Bannwald führen würde.“

CSU-Fraktionschef Thomas Kramer schloss sich an: Die Straßen hätte die Stadt sowieso nie gebaut. Es sei halt schade, dass in Altdorf offenbar gezielt Ängste bei den Bürgern geschürt worden seien.

Was passiert mit der Nordtangente

Grünes Licht zur Herausnahme der Trassen kam auch von den Grünen (Horst Topp: „Da stimmen wir gerne zu“) und von der SPD. Michael Gleiss erinnerte aber daran, dass der Stadtrat 2013 die Darstellung der Trassen im FNP genehmigt hatte. Damals, erläuterte Odörfer sei es tatsächlich nur um die Darstellung gegangen. Die nimmt man jetzt aus dem Flächennutzungsplan heraus.

Und was geschieht, wenn irgendwann in den kommenden Jahrzehnten doch noch eine Nordtangente gebraucht wird? Wack erhielt auf seine Nachfrage die Auskunft vom Bürgermeister, dass die künftigen Bürgervertreter sich dann neu mit dem Thema auseinander setzen können. Die jetzige Herausnahme der Trassen aus dem Flächennutzungsplan bedeutet nicht, dass künftige Stadträte damit keinen Planungsspielraum mehr haben.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten