TV Altdorf gewinnt erneut 3:2 gegen Eiselfing

Nervenschlacht mit Happy End

Unbändiger Jubel gepaart mit unendlicher Erleichterung: Nach dem Volleyball-Krimi gegen Eiselfing ließen sich die TVA-Mädels von ihren Fans feiern. | Foto: kk2018/01/DSC_4059.jpg

ALTDORF – Der Trainer der Eiselfinger Drittliga-Volleyballdamen war nach der Begegnung beim TV Altdorf sprachlos. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen haben die Oberbayern gegen die Konkurrenz aus Mittelfranken mit 2:3 verloren. Nach einem immer spannenden und sehr ansehnlichen Spiel behielt Altdorf damit immerhin zwei der drei zu vergebenden Punkte bei sich. Ein 3:2(25:27, 25:19, 25:14, 19:25, 18:16)-Erfolg, den sich die Damen um Trainer Mike Raddatz aber hart erkämpfen mussten.

Eigentlich ging man davon aus, dass TV Altdorf in stärkster Besetzung und mit genügend Alternativen antreten kann. Aber dann fiel die junge Zuspielerin Lea Willnius, der Neuzugang mit aufsteigender Tendenz, wegen Rückenproblemen aus. Somit lastete die ganze Verantwortung für den Spielaufbau wieder bei der erfahrenen Tina Kosikowski. Aus der zweiten Mannschaft stand nur Stella Schrüfer für den Angriff zur Verfügung. Während Altdorf zehn Akteurinnen aufbot, waren es bei Eiselfing deren zwölf, der zahlreiche Anhang ließ die Gäste noch zahlreicher erscheinen.

Altdorf taumelte

Doch davon schienen die Altdorferinnen wenig beeindruckt, sie legten los, als hätten sie es eilig zur Feier der Handballer zu kommen. Im ersten Satz gingen sie ein Tempo, das die Gäste nicht mithalten konnten. Aufgrund weniger Eigenfehler und mit sicherem Aufbau sowie platzierten Angriffen baute man die Führung bis auf 21:12 aus.

Die Zuschauer richteten sich bereits auf ein schnelles Ende des Satzes ein, da setzte nach einer Auszeit von Eiselfing plötzlich eine Blockade ein, die durch nichts vertrieben werden konnte. Altdorf taumelte von einer Minute zur anderen, vergab bei 24:21 den Satzball und musste einen bösen Satzverlust hinnehmen.

Satzgewinn per Ass

Die Frage drängte sich auf: Kann man sich von so einem Rückschlag erholen? Die Antwort gab das Team nach einem zähen Kampf um das Niveau, denn im zweiten Durchgang verflachte die Begegnung zusehends. Als bei 13:16 Altdorf eine Auszeit nahm, fand Trainer Raddatz die richtigen Worte und die Damen schnürten ihren Satzgewinn per Aufschlag mit einem Ass. Auch im dritten Satz hatte Altdorf die Herrschaft auf dem Feld, wobei jetzt wieder das Niveau anstieg. In dieser Phase zeigte Katharina Schön ihr ganzes Können, vorne mit brachialen Angriffen, hinten mit gefährlichen Aufschlägen.

Wenn es durch die Mitte so wie hier bei Annemarie Böhm ging, sprang meist ein Punkt dabei heraus. Leider versuchten das die Altdorfer viel zu selten. | Foto: kk2018/01/DSC_3898-1.jpg

Somit verblieb immerhin schon mal ein Punkt in Altdorf und das Team schien wieder in der Erfolgsspur. Aber Eiselfings Plan war klar: konsequent aufbauen, möglichst variabel angreifen und außen die Doppelblocks setzen, weil Altdorf fast alle Angriffe von außen probierte. Über die Mitte war Altdorf nie gefährlich. Unspektakulär, aber effektiv verteidigte Eiselfing die in der Mitte des Satzes herausgespielte Führung und hatte sich mit dem 2:2-Stazgleichstand ebenfalls eine Punkt geholt. Das gelungene Comeback von Libera Lisa Saß geriet dabei fast zur Nebensache.

Am Ende siegte die Coolness

Ein fünfter Satz musste her, ganz im Sinne der Zuschauer, die dieses spannende Spiel gern verfolgten. Zwar verhieß die Körperhaltung der Altdorferinnen nichts Gutes, aber auch die Gäste waren schon etwas müde. Dennoch entwickelte sich ein sehr spannender und abwechslungsreicher Durchgang, der davon lebte, dass die Anspannung über dem Feld schwebte wie aus Nervenfäden gezogen. Da unterlaufen natürlich Fehler, die sonst kaum passieren und am Ende siegt die Coolness. Und diese besaßen an diesem Tag zu dieser Stunde zur richtigen Zeit die jungen Altdorfer Spielerinnen wie Lorena Tilgen, Lena Meier und Stella Schrüfer.

Der zunächst sprachlose Eiselfinger Trainer Randy Heidlinger machte den Unterschied in Kleinigkeiten aus und meinte enttäuscht über die knappe Niederlage, dass „es beim Volleyball eben kein Unentschieden gibt“. Altdorfs Trainer Mike Raddatz und Christoph Kellermann saßen noch viele Minuten nach dem Sieg entspannt auf ihren Plätzen. „Ich bin absolut zufrieden“, so Raddatz, „nach so einem ersten Satz muss ein Team erst mal wieder zu sich kommen. Dies war eine geschlossene Mannschaftsleistung, bei der bestimmte Spielerinnen noch herausragten. Zufrieden bin ich auch mit den jungen Spielerinnen und mit Lisa Saß, die dem Team mit ihrer Anwesenheit weitere Stabilität gibt“.

Altdorf verharrt somit auf dem Relegationsplatz, hat aber den Abstand zu den Abstiegsplätzen vergrößert, da Dingolfing gegen Planegg-Krailling 0:3 verlor.

Für Altdorf spielten: Anne Blos, Katharina Schön, Tina Kosikowski, Loren Tilgen, Annemarie Böhm, Senta Fößel, Christine Prügel, Lisa Saß, Lena Meier und Stella Schrüfer.

Die Tabelle nach dem 11. Spieltag: 1. TV Planegg-Krailling, 2. TSV Ansbach, 3. SV Lohhof II, 4. DJK München Ost-Herrsching, 5. TV Fürth, 6. DJK Augsburg-Hochzoll, 7. TSV Eiselfing, 8. PSV Chemnitz, 9. TV Altdorf, 10. TV Dingolfing, 11. TV/DJK Hammelburg.

N-Land Willi Hanke
Willi Hanke