Altdorfer Hallenbad

Mit UV-Licht gegen die Bakterien

Im November 2014 öffnete das Altdorfer Bad, seit Mai 2017 ist es wegen eines Legionellen-Befalls geschlossen. Bislang ist es nicht gelungen, das Bakterien-Problem in den Griff zu bekommen. Ein Fachplaner legt nun einen Sanierungsplan vor. Ob das Bad noch in diesem Jahr wieder in Betrieb gehen kann, steht noch nicht fest. | Foto: Blinten2018/05/Altdorf-Hallenbaderoeffnung6.jpg

ALTDORF – Weil ganze Serien von Spülungen und Desinfektionen im Altdorfer Hallenbad bislang erfolglos blieben, war Ratlosigkeit über Wochen Dauerzustand bei den Verantwortlichen am Landratsamt und im Altdorfer Rathaus. Doch jetzt gibt es ein Licht am Ende des Tunnels, klein zwar und weit weg. Aber es macht Hoffnung, dass das Bad vielleicht noch in diesem Jahr wiedereröffnet werden kann. Ingenieur und Bäder-Planer Johann Wach aus dem oberbayerischen Baldham versichert, dass er das Altdorfer Legionellenproblem in den Griff bekommt.

Der Fachplaner hat im Auftrag des Hallenbad-Zweckverbands das Leitungssystem im Bad Zentimeter für Zentimeter geprüft und dabei für den Laien erstaunliche Zusammenhänge festgestellt. So war das Wasser in den Kaltwasserleitungen etwa zu warm. UHallenbadm einen Legionellenbefall zu vermeiden, muss es durchgehend unter 20 Grad Celsius kühl sein.

Wach versichert nun, dass im Bad keine Leitungen aus den Wänden herausgerissen und durch neue ersetzt werden müssen, lediglich einige Stichleitungen müssen zurückgebaut und UV-Anlagen zur Bestrahlung des Wassers installiert werden. Ultraviolettes Licht tötet Bakterien ab.

Wiedereröffnung noch 2018?

Auch wenn die ganz große Baumaßnahme mit Austausch sämtlicher Leitungen ausbleibt, sind die Arbeiten doch so aufwändig, dass das Hallenbad keinesfalls mit dem Beginn des nächsten Schuljahrs im September wieder öffnen kann. Das hatten die Verantwortlichen zunächst angepeilt.

Wach ist aber vorsichtig, was den Zeitrahmen betrifft: „Eine Wiederinbetriebnahme erscheint noch 2018 möglich“, sagte er den Mitgliedern des Verbandsrats im Altdorfer Rathaus, die von ihm wissen wollten, wie sicher er denn sei, dass die Legionellen mit den von ihm vorgeschlagenen Maßnahmen beseitigt werden können. Ganz sicher, versprach Wach. Er werde alle Register ziehen, unter anderem mit der UV-Bestrahlung, um das Bad legionellenfrei zu bekommen.

Das erfordert einen hohen Aufwand. Dr. Uwe Drochner vom Gesundheitsamt in Lauf weist darauf hin, dass sich inzwischen im Leitungssystem des Hallenbads ein Biofilm gebildet hat, in dem Legionellen siedeln.

Vor einer erneuten Inbetriebnahme sind deshalb laut Drochner mehrere Desinfektionen nötig. Seine Bedenken, dass in den zahlreichen Stichleitungen im Bad weiterhin Legionellenbesiedlung vorhanden sein könnte, begegnete Wach mit dem Hinweis, dass hier laufend gespült und vor allem die Wassertemperatur niedrig gehalten werden muss.

Wer zahlt?

Landrat Armin Kroder ist sich mit dem Altdorfer Bürgermeister und Zweckverbandsvorsitzenden Erich Odörfer einig: Landkreis und Stadt haben ein Bad, das nicht funktioniert. „Den Schaden wollen wir deshalb ersetzt bekommen“, betonte Kroder und kündigte an, alles sauber zu beziffern.

Wach geht derzeit von etwa 250.000 Euro Kosten für die von ihm vorgeschlagenen Maßnahmen aus. Hinzu kommen Kosten für die Ingenieurleistungen in Höhe von mindestens 20.000 Euro und die Gelder, die die Schulverbände für den Schwimmunterricht im Altdorfer Hallenbad zahlten, außerdem Geld, das Altdorf an die Dauerkartenbesitzer zurückerstatten musste.

Wach erhielt vom Zweckverband den Auftrag, die Sanierungskosten exakt zu ermitteln und mit seiner Planung in die Legionellen-Beseitigung einzusteigen. Wer am Ende für die weit über 250.000 Euro aufkommt, die die Sanierung kostet, muss ein Gericht klären. Beauftragt mit der Planung des Bads war die PBR-Planungsbüro Rohling AG. PBR hat die Fachplanung aber laut Wach an Subunternehmer vergeben.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten