Tag des offenen Denkmals

Macht und Pracht des Nürnberger Lands

Sowohl Nonnen als auch Mönche wohnten im 1426 und damit ungewöhnlich spät erbauten Birgittenkloster in Gnadenberg2017/09/Gnadenberg-Kloster.jpg

NÜRNBERGER LAND – 7 500 historische Kulturdenkmäler öffnen am Sonntag ihre Pforten. Aus der Region stehen die Burgruine in Burgthann, die Burg Grünsberg und das Kloster Gnadenberg kostenfrei zur Besichtigung. Unter dem Motto „Macht und Pracht“ bieten sie Führungen für Besucher an.

Schon seit über 15 Jahren beteiligt sich Rotraut von Stromer-Baumbauer mit der Burg Grünsberg und Sophienquelle am Tag des offenen Denkmals. Nur 2015 setzte sie aus. Die Administratorin der Stromerschen Kulturgut-, Denkmal- und Natur-Stiftung betont: „Wir wollen der Bevölkerung zurückgeben, was sie mit Steuern und Spenden erhalten hat.“ Deshalb bietet sie mit ihrem ehrenamtlichen Team am Tag des offenen Denkmals halbstündlich Führungen durch die Burg an. Von 10 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 16.30 Uhr können Besucher die Repräsentationsräume und die Burgkapelle besichtigen. Etwa 600 fanden in den letzten Jahren den Weg in das Schloss. So viele, dass von Stromer-Baumbauer mit ihrem Team nur 400 von ihnen führen konnte.

Fast von Beginn an dabei

2015 setzte die Burg Grünberg aus. weil der dritte Bauabschnitt noch nicht fertiggestellt war. „Da war wirklich alles Baustelle“, sagt Stromer-Baumbauer. In diesem Jahr wurden die Sanierungsarbeiten beendet. Jetzt passt Burg Grünsberg auch hervoragend zum Motto „Macht und Pracht“. „Das ist wirklich Machtentfaltung“, findet von Stromer-Baumbauer. Da spricht sie vor allem vom Palas. Als eines von nur zwölf Denkmälern in Deutschland ist die Burg Grünsberg sowohl Wehranlage als auch Schloss. Außerdem gewann die Burg als eine von zwei Preisträgern in diesem Jahr den Hypo-Kultur-Preis. Diese Auszeichnung vergibt die Hypo-Kultur-Stiftung, eine Stiftung der HypoVereinsbank/UniCredit Bank München für die Förderung von kulturellen Einrichtungen.

Für den Tag des offenen Denkmals öffnet die Burgruine in Burgthann sogar die Burgmauer und das Verlies. Beides dürfen Besucher sonst nicht besichtigen. In diesem Verlies verbrachte der Raubritter Eppelein von Gailingen auch eine Nacht. Außerdem dürfen Interessierte im Museum Ausstellungsstücke zum Thema „Leben und Arbeiten im 
19. Jahrhundert“ bestaunen. Auf jeder Etage beantwortet eine Person Fragen und zeigt Interessantes. „Es ist eine kleine Burg, die alles hat, was eine Burg haben muss. Im Gegensatz zu großen Burgen kann man da alle Einzelheiten erkennen“, erklärt Betty Püntzner, Vorsitzende der Fördergemeinschaft Burg Burgthann, die Besonderheiten der Burg.

Seit 1995, zwei Jahre nach dem ersten Tag des offenen Denkmals 1993, beteiligen sich die Burgthanner. Nur die letzten zwei Jahre haben sie ausgesetzt. „Deshalb freuen wir uns jetzt umso mehr darauf“, sagt Andrea Hermle von der Gemeinde Burgthann. Während der Pause hat die Gemeinde hauptsächlich eine Brandschutzsanierung durchgeführt. Von 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr können sich Besucher die Burgruine ansehen.

Von Garten bis Ordensleben

Noch relativ neu im Geschäft ist das Kloster Gnadenberg. Erst zum dritten Mal öffnet das Kloster am Tag des offenen Denkmals seine Türen. „Wir werden jedes Jahr fast überrannt“, meint Sandra Frauenknecht vom Kulturhistorischen Verein Gnadenberg. Zwischen 500 und 1 500 Besucher sollen in den letzten beiden Jahren den Weg ins Kloster gefunden haben. „Das verteilt sich aber ganz gut“, sagt sie. Als Programm am Sonntag bietet der Verein verschiedene Führungen an, je nach Interesse. Dabei zeigt das Team von sieben ausgebildeten Museumsführern den Garten, erzählt über das Ordensleben und die Gründerin des Klosters, Birgitta von Schweden. Außerdem informieren die Führer über die nötige Arbeit, um das Kloster als Kulturgut zu erhalten.

„Wir möchten den Leuten auch überregional unser Denkmal und unsere Arbeit näherbringen“, erklärt sie den Anlass für ihre Teilnahme. Auch das Motto passe gut zu ihrem Bauwerk. „Das Motto Macht und Pracht gilt nicht nur für weltliche Häuser. Jedes größere Haus drückt etwas aus und ein Kloster sagt: Hier ist ein Haus Gottes“, erklärt sie. Neben Führungen von 10 bis 17 Uhr bietet der Verein im Nachbarhaus Kaffee und Kuchen an. Im nahegelegenen Gasthof zum Kloster gibt es Speisen und Getränke. Dort sorgt anlässlich des Tags des offenen Denkmals die Kapelle Konrad für das musikalische Rahmenprogramm.

Seit 1993 stehen am Tag des offenen Denkmals jährlich einige tausend Denkmäler kostenfrei zur Besichtigung. In diesem Jahr dürfen Besucher etwa 7 500 Denkmäler, die sonst gar nicht oder nur teilweise zugänglich sind, an diesem Tag begehen. Ziel des Tages ist es, das Interesse der Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes und die Denkmalpflege zu wecken. Auch die bringen Führer den Interessierten an diesem Tag nahe.

Sarah Grünewald

N-Land Der Bote
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