Holzeinschlag bei Röthenbach

Keine Einwände vom Bund Naturschutz

Ingrid Recher und Dr. Julius Müller sind über den Holzeinschlag oberhalb der Röthenbachklamm empört. Der Bund Naturschutz hat aber keine Einwände. Hierbei handele es sich um eine normale forstwirtschaftliche Maßnahme, sagt die BN-Kreisvorsitzende Heide Frobel. | Foto: Blinten2017/02/Holzeinschlag1.jpg

ALTDORF – Die Stadt Altdorf war nicht über den Holzeinschlag bei Röthenbach informiert, der bei Röthenbacher Bürgern für Empörung sorgte. Das stellte Bürgermeister Erich Odörfer in einer gemeinsamen Sitzung von Kulturausschuss und Hauptausschuss klar.

Wir wussten nichts, ich habe erst durch die Zeitung davon erfahren“, so der Rathauschef, der sich noch am Tag der Zeitungslektüre mit dem Leiter des Forstbetriebs Nürnberg, Roland Blank, telefonisch in Verbindung setzte.

Wie berichtet hat der Forstbetrieb bereits im Dezember im Wald zwischen Röthenbachklamm und Röthenbacher Ortsrand große Mengen Fichten- und Kiefernholz eingeschlagen. Betroffen von den Arbeiten waren auch Teile der Klamm selbst, ein Geotop, das unter Schutz steht. Odörfer hat sich deshalb an den zuständigen Mitarbeiter des Landratsamts gewandt und um eine Überprüfung gebeten.

Außerdem hat sich der Altdorfer Bürgermeister mit dem Naherholungsverein Lorenzer Reichswald in Verbindung gesetzt, der die zahlreichen Wanderwege in der Region unterhält und markiert. In dem jetzt durchforsteten mehrere Hektar großen Waldstück sind sämtliche Wanderwege zerstört, darunter auch eine Strecke des Dünenwegs. „Die Wege müssen unbedingt wiederhergestellt werden“, fasst Odörfer zusammen.

„Insgesamt sehr maßvoll“

In einem Schreiben an den Altdorfer Bürgermeister hat Roland Blank zwischenzeitlich die Arbeiten bei Röthenbach erläutert. Darin weist Blank auch darauf hin, dass der Forstbetrieb Nürnberg auch Kontakt zum Bund Naturschutz gehabt habe. Dessen Mitglied Peter Pflügner, seit Jahrzehnten mit dem Thema Wald befasst,  hat sich vor Ort umgesehen. Im Gespräch mit dem Boten bezeichnet er den Einschlag bei Röthenbach als insgesamt sehr maßvoll. Der Forstbetrieb habe hier korrekt gearbeitet, auch mit dem Einsatz von Harvestern. „Aber die Diskussion darüber haben wir schon vor zehn Jahren beendet“, sagt Pflügner. Bodenschäden habe es wegen des kalten Wetters keine gegeben. Und einen Verstoß gegen Wald- oder Naturschutzgesetz habe es nicht gegeben.

Das einzige Versäumnis, das der Bund Naturschutz im Röthenbacher Fall sieht, ist die mangelnde Informationspolitik des Forstbetriebs. Der hätte auf jeden Fall die Bevölkerung über die Arbeiten vorab in Kenntnis setzen müssen, sagt Pflügner. Dieses Versäumnis räumen die Verantwortlichen auch ein.

Alles in allem aber, das sagt die BN-Kreisvorsitzende Heide Frobel, hat der Bund Naturschutz hier keine Einwände, auch wenn sie die Empörung von Anwohnern und Spaziergängern nachvollziehen kann: Der Wald sehe zunächst mal ganz anders aus, nach zwei Jahren seien die Wunden aber geheilt.

In Röthenbach gab es die Hoffnung, dass der Forstbetrieb auf den Einschlag zwischen der Starkstromtrasse und dem Ortsrand vorläufig verzichten könnte, weil der Wald hier auch Lärm- und Sichtschutzfunktionen hat. Auf Nachfrage des Boten stellte Forstbetriebs-Leiter Roland Blank aber klar, dass auch dieses Waldgebiet demnächst durchforstet wird. In zwei bis drei Wochen sollen die Arbeiten beginnen, der Forstbetrieb will vorher noch informieren.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten