Acht-Mann-Band animierte schnell zum Tanzen

Glückliche Gesichter bei Fazzoletti

Fazzoletti covern nicht, aber ihre Musik geht direkt in die Beine. | Foto: privat2017/05/fazzoletti-auftritt.jpg

ALTDORF – Auch wenn in Altdorf Italiener wohnen und möglicherweise Supermarktkunden die Packungen ihrer Papiertaschentücher aufmerksam studieren – das Wort „Fazzoletti“ assoziieren die meisten hier wohl eher mit Funk und Jazz als mit Taschentüchern (italienisch: Fazzoletti). Fazzoletti heißt nämlich auch die seit 32 Jahren bestehende Band aus der Metropolregion, die jetzt das Brauhaus zum Tanzen brachte.

Fazzolettis Musik hat mit Taschentüchern natürlich nichts zu tun. Der Name klingt einfach gut. Und das lässt sich auch über die Musik von Fazzoletti sagen. Wenngleich nicht nur! Zusätzlich zum guten Klang fährt sie nämlich auch ganz schön in die Beine, was ein großes Publikum im Brauhaus Altdorf begeistert am eigenen Leib erfahren durfte. Die große, bunte Truppe von acht Personen, die sich früher selbst als „fränkische Freakshow“ bezeichnete, spielte erst zum dritten Mal in Altdorf, wie Gitarrist KJ Ross erklärte.
Vor diesem Hintergrund ist es doppelt erstaunlich, dass ihre Musik ohne Umschweife auch hier funktioniert. Denn Fazzoletti covern nicht, ihre eigenwillige Mixtur aus Jazz, Funk und Pop, aus Crusaders, Jamiroquai und Rufus & Chaka Khan entsteht im Proberaum aus Jams, spontanen Ideen und dem gemeinsamen Basteln daran. Es ist Basteln auf sehr hohem Niveau. Die Breaks oft unerwartet, die Grooves tight, die Hooklines der Bläser messerscharf.

Auch die Improvisation will zu ihrem Recht kommen und wird beizeiten virtuos zelebriert, doch übertreiben wollen es Fazzoletti damit nicht, es ist ihnen wichtig, dass die Nummern bodenständig bleiben. So bleibt die Musik stets melodisch, zugänglich und immer tanzbar. Die Band will das Leben feiern mit ihrer Musik, erklärt Ross, Lebenslust und Lebensgier versprühen und die Hörer einfach glücklich machen. Dass sie selbst Spaß bei der Sache haben und sich nicht allzu ernst nehmen, hilft natürlich dabei, diesen Funken aufs Publikum überspringen zu lassen. Dazu trägt ebenfalls Sängerin Julia Fischer bei (aufmerksamen Brauhaus-Gästen ist sie in Erinnerung als Sängerin und Pianistin von The Rose and Crown), die ihre Rolle als Frontfrau charmant und souverän wahrnimmt und Bewegung in die Reihe der männlichen Kollegen bringt. Sie rückt Fazzoletti mit ihrem souligen Gesang etwas näher an den Pop heran, kommuniziert so nicht nur physisch mit dem Publikum, sondern auch akustisch.

Spritziger Funk-Cocktail

Ihr zur Seite steht Sänger Joe McCoy, der dem spritzigen Funk-Cocktail eine willkommene urbane Färbung beimischt. Ihre Stimmen betonen die Wärme des Gesamtsounds, die Fazzoletti sehr wichtig ist: Diese Wärme findet ihre instrumentale Entsprechung nämlich in den analogen Synthesizern und vintage-Keyboards von „Fabulous“ Fips Buschke und den audiophilen Gitarrensounds von KJ Ross. So steht die Band weit entfernt von den modernistischen Kühltönern digitaler Dance-Musik und reiht sich lieber ein in die Tradition der schwülen 70er Jahre-Sounds.

Entspannt und zugleich drückend rhythmisieren dazu Dr. Fatim Boutros (Schlagzeug) und Konstantin Lambrinov (Bass). Rainer Buschke (Saxophon) und Ludwig Crasselt (Trompete) setzen die fetzigen Bläser-Akzente.
Im Brauhaus strömt die gute Laune der Musik jedenfalls unmittelbar in die Beine des Publikums, und selbstredend dürfen Fazzoletti nicht ohne Zugabe nach Hause. Glückliche Gesichter auf beiden Seiten – auf der Bühne und vor der Bühne, was wieder einmal beweist, dass es eigentlich nur zwei Seiten derselben Medaille sind und Musik ein unschlagbares Kommunikationsmedium sein kann.Für den guten Ton sorgte diesmal Wutschgo am Mischpult, die Bühnenbeleuchtung bediente Rudi Fuchs.

Das Brauhaus Altdorf verabschiedet sich mit dem Fazzoletti-Konzert in die wohlverdiente Sommerpause, bevor es dann am 16. September wieder los geht. Was das Publikum dann erwartet, wird rechtzeitig über Presse, Facebook und Homepage bekannt gegeben. Wer sicher gehen will, nichts zu verpassen, dem sei der Newsletter empfohlen: www.brauhausaltdorf.de

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