Über die Außengestaltung des Kulturtreffs gehen die Meinungen auseinander

Gelungene Fassade oder Metall-Ungeheuer?

Alles Bronze- oder was? Architekt Hubert Kress verspricht, dass die derzeit noch glänzende Fassade des neuen Kulturtreffs oxidieren und damit nachdunkeln wird. Foto: Blinten2017/03/Kulturtreff-Fassade.jpg

ALTDORF – Professor Hubert Kress hatte im Altdorfer Bauausschuss zwar jeden Anlass, sich ordentlich zu ärgern, blieb aber bemerkenswert ruhig. Stadtrat Dr. Johann Peter Pöllot konfrontierte ihn mit heftigsten Vorwürfen. Außerdem beklagte Stadträtin Cordula Breitenfellner (FW/UNA) ein Informationsdefizit. Anlass für die Kritik ist die Gestaltung der Außenfassade am neuen Kulturtreff am Baudergraben.

Vielen Altdorfern gefällt die Metall-Fassade nicht. Unmöglich sei die „Kupferverkleidung“ an der alten Stadthalle, wird in sozialen Netzwerken geschimpft. Und die Bürger sind mit ihrer Kritik auch auf verschiedene Stadträte zugegangen. Wie die denn so was hätten durchgehen lassen. Das Kupfer blende doch jeden Passanten, wenn die Sonne darauf scheint.

Metall dunkelt nach

Architekt Kress versucht nun, die Gemüter zu beruhigen: Bei dem an der Kulturtreff-Fassade verbauten Metall handelt es sich nicht um Kupfer, sondern vielmehr um Bronze, die relativ schnell nachdunkelt. Und das in verschiedenen Geschwindigkeiten, so dass die Fassade eine interessante Mehrfarbigkeit erhält. „Das sieht bald ganz wunderbar aus“, versprach Kress im Bauausschuss. Mit der Oxidation verliert die Bronze-Fassade auch ihren jetzt noch störenden Glanz. Weil das Gebäude in direkter Nachbarschaft zur sanierten Lederersmühle steht, musste Kress die Fassadengestaltung am Kulturtreff mit dem Landesamt für Denkmalpflege absprechen. Die Denkmalschützer waren mit der Bronze am Gebäude einverstanden.

Überhaupt nicht einverstanden ist dagegen 3. Bürgermeister Pöllot, der von einem „architektonischen Verbrechen“ sprach. „Sie stellen ein Metallungeheuer da rein.“ Pöllot forderte, die Metallfassade wieder zu beseitigen. Während sich Rudolf Lodes (SPD) der Kritik von Pöllot anschließt („Altdorf macht sich lächerlich“), äußerten sich Michael Gleiss und Martin Tabor (beide SPD) positiv. „Mir gefällt das sehr gut, Professor Kress ist ein guter Architekt“, so Tabor. Der so gelobte Planer ging mit der heftigen Kritik an seiner Arbeit gelassen um. Sehr beruhigend sei das für ihn, weil Architektur immer angefeindet werden müsse. Mit anderen Worten: Wenn alle mit seiner Arbeit zufrieden sind, dann ist Kress nicht mehr zufrieden.

Platten waren im Stadtrat

Dass die Stadträte über die Fassadengestaltung nur unzureichend informiert wurden, wiesen Bürgermeister Erich Odörfer und Kress zurück. Sie erinnerten an eine Stadtratssitzung, zu der der Architekt die jetzt verbauten Bronzeplatten mitgebracht hatte.

Die Stadträte hatten das Material seinerzeit in der Hand, sowohl neue wie auch bereits oxidierte Platten. Kress hatte sie damals präsentiert, damit die Bürgervertreter eine Vorstellung davon erhielten, wie die Fassade am Kulturtreff einmal aussehen wird. Während einigen Bürgervertretern diese Präsentation offenbar gänzlich entfallen war, betonte Margit Kiessling (Grüne) dass sie sich noch sehr gut daran erinnern könne.

Am Ende gab es für den Bauausschuss noch eine schlechte Nachricht von Bürgermeister Odörfer.

Die Eröffnung des neuen Kulturtreffs wird sich wohl verschieben. Grund sind Probleme mit den Außenanlagen.

Das Gremium muss sich auf seiner nächsten Sitzung mit den Details befassen.

 

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten