Fünf Menschen starben bei Lkw-Unfällen auf der A 6

Laster krachte ungebremst in ein Stauende

Über Stunden war die A 6 nach dem Unfall mit vier Toten am Dienstag gesperrt. Foto: News/5, Lange2016/05/Unfall-A6-1.jpg

FEUCHT – Am Dienstagnachmittag raste ein Lkw auf der A 6 in das Ende eines Staus. Der Pkw einer fünfköpfigen Familie aus Baden Württemberg wurde dabei von dem Sattelschlepper auf einen vor ihm stehenden Lastwagen geschoben. Dabei starben die Mutter und drei Kinder. Nachdem die Unfallstelle geräumt war, kam es nur wenige hundert Meter entfernt zu einem weiteren tödlichen Lkw-Unglück.

Am Dienstag gegen 16.15 Uhr rammte ein Lastkraftwagen aus noch nicht geklärter Ursache kurz vor dem Autobahnkreuz Nürnberg-Ost in Fahrtrichtung Heilbronn an einem Stauende einen Pkw der Marke Dacia und schob diesen auf einen weiteren aus Bulgarien stammenden Lastkraftwagen.

In dem Pkw befand sich eine fünfköpfige Familie aus dem Raum Ludwigsburg. Aus dem Fahrzeugwrack konnten drei Kinder im Alter von 9 Monaten, 2 und 5 Jahren, sowie eine 27-Jährige Frau nur noch tot geborgen werden. Einsatzkräfte befreiten einen 33-jährigen Mann mit schwerem Gerät, bevor der Rettungsdienst den lebensgefährlich Verletzten in ein Krankenhaus brachte.

Der 44-jährige Unfallverursacher musste, wie auch der 54-jährige Fahrer des bulgarischen Sattelzugs, gegen den der Pkw gedrückt wurde, ebenfalls mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden.

Die A 6 war bis 20 Uhr in beiden Richtungen gesperrt. Die umliegenden Feuerwehren, Rettungsdienste des BRK und des THW waren mit 160 Einsatzkräften und zwei Rettungshubschraubern vor Ort. Gegen 20 Uhr wurde der Verkehr in beide Richtungen einspurig an der Unfallstelle vorbeigeleitet. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde ein Gutachter mit der Klärung der Unfallursache beauftragt.

Kurze Zeit später krachte es dann 200 Meter von der Unfallstelle entfernt erneut. Bei dem zweiten Lkw-Unfall binnen acht Stunden erlag ein 46-jähriger Lastwagenfahrer an der Unfallstelle seinen Verletzungen.

Gegen 4 Uhr war der Tscheche mit seinem Lkw in Richtung Heilbronn unterwegs. Zwei Kilometer vor dem Autobahnkreuz Nürnberg-Ost kam er nach rechts von der Fahrbahn ab. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann am Steuer einschlief.

Keine 2000 Meter vom tragischen Unfall gestern Nachmittag auf der A6 bei Nürnberg, ereignete sich heute (18.05.2016) wieder ein schwerer Lkw-Unfall. Nach ersten Angaben kam ein Lkw-Fahrer mit seinem Sattelzug von der Fahrbahn ab, fuhr ein paar Meter auf dem Grünstreifen, lenkte wieder auf die Autobahn und krachte da gegen einen abgestellten Lkw. Der Fahrer verstarb eingeklemmt in seinem Führerhaus. Der Beifahrer kam mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus. Laut Aussagen der Polizei parkte der Lkw wegen überschrittenen Lenkzeiten auf dem Standstreifen. Warum der andere Lkw von der Fahrbahn abkam ist noch unklar. Man vermutet das er hinter dem Lenkrad eingeschlafen war. Foto: NEWS5 / Grundmann
Foto: News5 / Grundmann2016/05/Unfall-A6-2.jpg

Beim Wiedereinscheren auf die Autobahn prallte er auf einen am Seitenstreifen stehenden Lastkraftwagen mit polnischer Zulassung. Der 46-Jährige wurde durch die Wucht des Aufpralls im Führerhaus eingeklemmt und starb noch während der Rettungsarbeiten am Unfallort. Sein 44-jähriger Beifahrer wurde von der Feuerwehr Altdorf auf dem Führerhaus befreit werden. Er wurde mit mittelschweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Der 43-jährige bulgarische Fahrer des am Standstreifen stehenden polnischen Lkw blieb unverletzt. Der Bulgare hatte auf dem Standstreifen geparkt, um dort eine Lenkzeitpause einzuhalten. Gegen den Mann wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Die A 6 war bis 5.30 Uhr in Fahrtrichtung Heilbronn komplett gesperrt.

 

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten