Haushalt der Stadt Altdorf

Einnahmen wachsen – Schulden leider auch

Für den 2019er Haushalt sieht alles bestens aus, die Steuerquellen sprudeln. Das erläuterten Kämmerer Werner Reichelt und Bürgermeister Erich Odörfer im Rathaus den Mitgliedern des Hauptausschusses. Die Belastung für die Kommune steigt aber wegen anstehender Investitionen, unter anderem in den Bau einer neuen Turnhalle und in den Straßenbau. | Foto: Blinten2018/12/Altdorf-Rathaus.jpg

ALTDORF – Die Prognose für den Haushalt 2019 fällt gut aus: Vermögens- und Verwaltungshaushalt der Stadt Altdorf werden noch besser ausfallen, als zunächst angenommen. Das erläuterten Bürgermeister Erich Odörfer und Kämmerer Werner Reichelt in der Sitzung des Hauptausschusses. Die Entwicklung der Steuereinnahmen bezeichnete Reichelt als „sehr erfreulich“. Die mittelfristige Entwicklung allerdings gibt Anlass zur Sorge. Bei den vielen Aufgaben, die die Stadt in den kommenden Jahren stemmen muss, werden die Schulden bis 2022 auf über 20 Millionen anwachsen.

Diese Belastungen waren bereits im vergangenen Jahr bekannt. Als Kämmerer Reichelt die Zahlen damals vorstellte, waren die Stadträte geschockt (wir berichteten). Weil sich die Entwicklung nicht in zwölf Monaten umdrehen ließ, steht der zu erwartende Schuldenberg von über 20 Millionen Euro immer noch im Raum, was heuer erneut dazu führt, dass Bürgervertreter erschrocken sind. Zum Beispiel Horst Topp (Grüne): „Die Zahlen schocken“, sagte er im Hauptausschuss. Das beeinflusse die Beratungen. Bürgermeister Erich Odörfer war nach eigenen Angaben ebenfalls schockiert über die finanzielle Verschuldung der Stadt bis 2022: „Deshalb haben wir auch einiges aus dem aktuellen Haushalt heraus genommen.“

2018 ohne Neuverschuldung

Wegen der hohen Rücklagen, die die Stadt in der Vergangenheit angespart hat, gelang es in den Jahren 2017 und 2018 noch, ohne Neuverschuldung auszukommen. Neue Kredite muss Altdorf erst wieder 2019 aufnehmen. Reichelt kalkuliert mit insgesamt 3,58 Millionen Euro Neuverschuldung im kommenden Jahr, so dass der Schuldenstand dann 6,905 Millionen Euro beträgt. Bis 2020 werden die Schulden dann auf 9,5 Millionen Euro steigen, im Jahr darauf auf 15,13 Millionen und 2022 auf über 18 Millionen. Hierbei handelt es sich auch um Prognosen, die dann eintreffen, wenn die Stadt alle angepeilten Maßnahmen in den kommenden Jahren durchführt.

Die Steuereinnahmen werden auch in den kommenden Jahren auf hohem Niveau bleiben, sagte Reichelt im Hauptausschuss. Es sei denn, der Wirtschaftsmotor stottert oder wird abgewürgt. 2007 prognostizierten viele Kämmerer auch eine weiter positive Entwicklung der Einnahmen. Dann kam die Finanzkrise von 2008 und die Steuereinnahmen brachen ein.

Derzeit jedenfalls freut sich der Kämmerer über sprudelnde Steuerquellen. Bei der Gewerbesteuer sind es gleich zwei Millionen Euro mehr als bislang veranschlagt. Auch der Anteil an der Einkommen- und Umsatzsteuer steigt.

Weniger erfreulich ist für den Kämmerer, dass die Stadt im kommenden Jahr 8,45 Millionen Euro an Kreisumlage wird zahlen müssen, 623 000 Euro mehr als in diesem Jahr. Und die Schlüsselzuweisungen werden aller Voraussicht nach magerer ausfallen, da die Wirtschaftskraft Altdorfs gestiegen ist. Die Rücklagen, darauf wies Bürgermeister Odörfer hin, wird die Stadt im kommenden Jahr möglicherweise auf rund zehn Millionen Euro erhöhen können.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten