Einweihung des neuen Altdorfer Schmuckstücks

Eine Sporthalle zum Angeben

Die neunten und zehnten Klassen des Gymnasiums performen einen Tanz in der neuen Halle. | Foto: Engelhardt2017/11/altdorf-turnhalle1-1.jpg

ALTDORF – Alt und einsturzgefährdet war die ehemaligeTurnhalle. Sie musste dringend geschlossen werden, ansonsten hätte die weitere Nutzung verheerende Folgen mit sich bringen können. Eine Sanierung wäre sehr teuer gewesen, weshalb sich die Verantwortlichen für einen Neubau entschieden haben. Nach jahrelanger Planung und Umsetzung ist die Dreifachsporthalle nun fertig und steht den Altdorfer Schülern, Vereinssportlern und Besuchern zur Verfügung.

Die Kosten für die Halle belaufen sich insgesamt auf 7,5 Millionen Euro. Bei der feierlichen Einweihung äußerte sich Landrat Armin Kroder zu der viel diskutierten aber letzten Endes umgesetzten Tribüne und dem Alkoholverbot, das aktuell für so viel Aufregung sorgt.

Leicht und schnell

Da steht sie nun, die lang ersehnte Halle. Die Intention des Architekten Thomas Eckert ist, dass man die dynamische Form des Dachs mit seiner silbrig glänzenden Oberfläche mit der eines Flugzeuges assoziiert – leicht und schnell. Diese Dynamik der architektonischen Form soll bereits einen Hinweis auf das geben, was in dem Inneren des Gebäudes geschieht: Bewegung. Eben diese Verbindung lag dem Architekten sehr am Herzen: „Vor allem beschäftigte uns die Frage, wie man Bewegung baut.“

Astrid Boekamp, Konstanze Seutter, Thomas Eckert, Armin Kroder und Erich Odörfer bei der Übergabe der Sportleibchen (von links). | Foto: Engelhardt2017/11/altdorf-turnhalle2.jpg

Innen sollen kräftige Farben, warme Holztöne und viel Licht dafür sorgen, dass man in luftiger Atmosphäre gerne Sport macht. Die großen Fenster in der Halle lassen den Raum sehr hell erscheinen, was den Sportlern das Gefühl geben soll, sich unter freiem Himmel zu bewegen. Bei den Umkleideräumen hatte das Planungsteam keine Angst vor Farben – mal ist ein Umkleideraum komplett grün, dann wieder blau. Landrat Armin Kroder scherzt, dass Mannschaften, denen es an Engagement und Aggressivität mangelt, lieber die roten Bereiche aufsuchen sollten.

Kroder gefällt die neue Halle

Kroder gefällt die Halle sehr gut: „Sie ist schön und qualitativ hochwertig geworden.“ Des Weiteren versichert er, dass der Landkreis Nürnberger Land bis an die Grenzen der Leistungsfähigkeit seines Haushaltes geht, um in Bildung zu investieren. Die Kosten, die sich insgesamt auf 7,5 Millionen Euro belaufen, teilten sich der Freistaat Bayern und die Kommunalfamilie bestehend aus Landkreis, Schulverband und der Stadt Altdorf.

Zusätzliche Kosten entstanden durch den Bau der Tribüne, der lange Zeit umstritten war. Nachdem sich der Landkreis öffentlich im Kreistag und mit verschiedenen Positionen befasst hatte, einigte man sich schließlich auf den Bau der Tribüne. Diese kommt den Schulen und Gemeinden zugute, da sie Zuschauern ermöglicht, ihre Teams anzufeuern. Das sorgt für gute Stimmung und ein Gemeinschaftsgefühl bei den künftigen Heimspielen.

Bierchen zum Spiel

Da es bereits Meinungsdefizite die Regelung des Alkoholkonsums betreffend gab (wir berichteten), kündigte Armin Kroder weitere Gespräche an. „Ich denke, wir finden einen guten Kompromiss. Dieser sollte einerseits berücksichtigen, dass wir uns hier in einer Schulsportanlage befinden, wo es klar keinen Alkohol geben sollte. Andererseits verschließen wir uns natürlich nicht dem Gedanken, dass Eltern und Zuschauer beim Betrachten der sportlichen Höchstleistungen das ein oder andere Bierchen trinken wollen.“ Ob mit oder ohne Bierchen, dank der neuen Halle und der Tribüne ist den Besuchern Altdorfs in Zukunft höchster Komfort geboten.

„Ein bisschen angeben“

Auch Bürgermeister Erich Odörfer freute sich über die Einweihung der neuen Halle. Es sei eine hervorragende Zusammenarbeit auf vielen Ebenen zwischen Landratsamt, der Stadt und den Schulen gewesen, so der Bürgermeister. „Durch die Halle ist ein weiterer Meilenstein für Altdorf gesetzt worden – das Gemeinschaftsprojekt stärkt den Schulstandort als auch den Sportstandort Altdorf.“ Da einige Mannschaften Altdorfs in der Bundesliga spielen, gebe es viele Besucher, die nach Altdorf kommen, um sich die Spiele anzuschauen. „Mit der neuen Halle kann man dann schon ein bisschen angeben.“

Am meisten freuen sich jedoch die Schüler der Mittelschule und des Gymnasiums – sie mussten die letzten drei Jahre für den Sportunterricht mit dem Bus zur Grundschule in Altdorf, nach Winkelhaid oder für den Schwimmunterricht sogar nach Langwasser fahren. Dies ist nun nicht mehr nötig, die neue Halle bietet neben den gewöhnlichen Räumlichkeiten sogar Tanz- und Fitnessräume.

Hiphop meets Basketball

Gymnasialleiterin Konstanze Seutter betont: „In dieser Halle wird nicht nur Sport gemacht, sondern auch jongliert, Einrad gefahren, geturnt und Akrobatik gemacht. Die Halle gibt viel Freiraum für bewegen, lernen und Spaß am Sport.“ Damit bezog sie sich auf den Circus Chaotini des Leibniz Gymnasiums, der sich mit Jonglierkünsten an der Einweihung der Halle beteiligte. Schüler der neunten und zehnten Klassen des Gymnasiums sorgten für eine unterhaltsame Show mit ihrer Tanzchoreographie „Hiphop meets Basketball“.

Die Einrichtung wird also bereits fleißig von den Schülern genutzt, auch Schülerbriefe der Mittelschule zeigen, dass die neue Halle sehr gut bei den Schülern ankommt. Dominik schreibt: „Ich habe noch nie eine so außergewöhnliche Halle gesehen.“ Christian ist der Meinung: „Ich finde gut, dass die Halle so nah an der Schule ist. Und endlich haben wir genug Geräte.“ Mittelschulleiterin Astrid Boekamp ist sich sicher, dass die Schüler nun gerne in den Sportunterricht gehen und Spaß an der Bewegung haben.

Schließlich segneten Pfarrerin Ursula Kronenberg und Pfarrer Albert Börschlein die Halle, auf dass viele Jahre unfallfreier und fairer Sport betrieben werde.

Auf eine Übergabe der Schlüssel verzichtete der Landrat, denn es gebe ja heutzutage sowieso nur noch automatisierte Türen. Deshalb werden Leibchen und eine Kapitänsbinde an die Schulleiter überreicht – ganz im Sinne des Mannschaftssports, für den die Halle ab sofort Platz bietet.

Luca Engelhardt

N-Land Der Bote
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