Interview mit TVA-Coach Juric

„Eine löwenstarke Saison“

Für Toni Juric und seinen TVA ist es in der abgelaufenen Saison recht ordentlich gelaufen, so gut sogar, dass man sich in Altdorf nun mal wieder Gedanken über den Aufstieg in die 2. Liga macht oder sogar machen muss. | Foto: Zink2017/05/20170107_altdorf_planegg_juera_0053.jpg
Raiba Fallback

ALTDORF – Nach der Saison ist vor der Saison. Während sich die Altdorfer 3. Liga-Volleyballerinnen seit ein paar Wochen in die verdiente Sommerpause verabschiedet haben, wird hinter den Kulissen bereits fleißig an der neuen Spielzeit gebastelt. Höchste Zeit also, um einmal bei Coach Anto „Toni“ Juric nachzufragen, wie er sich die Zukunft des TVA vorstellt.

Herr Juric, Sie hatten jetzt ein bisschen Zeit, die abgelaufene Saison ein wenig sacken zu lassen. Wie fällt im Rückblick ihr Fazit aus?

Toni Juric: Ich bin sehr zufrieden. Wir haben eine löwenstarke Saison gespielt. Platz eins bis drei hatten wir uns vorgenommen und dann am Ende auch erreicht. Und das, obwohl uns Judith Kossack und Tina Kosikowski, die wahrscheinlich auf ihren Positionen zu den besten der Liga gehören, die meiste Zeit nicht zur Verfügung standen. Aber die Mannschaft hat es hervorragend geschafft, diese Ausfälle zu kompensieren.

In der vorangegangenen Saison hatte der TVA am Aufstieg geschnuppert, sogar die Vorlizenz für die 2. Liga beantragt. In der letzten Spielzeit war der Aufstieg, obwohl die Mannschaft am Ende sportlich deutlich besser abgeschnitten hat, dann aber kein Thema mehr. Warum eigentlich nicht?

Juric: Es stimmt, wir wären jetzt berechtigt gewesen aufzusteigen. Aber wir haben uns diesmal zusammen mit dem Vorstand frühzeitig entschieden, die Vorlizenz nicht zu beantragen. Uns war einfach klar, dass wir noch nicht reif genug sind. Weder sportlich, noch finanziell oder organisatorisch.

Das klingt sehr nüchtern und professionell. Andererseits gelten Sie als sehr ehrgeizig und haben in einem früheren Interview mit dieser Zeitung auch schon einmal offen vom Ziel 2. Liga gesprochen.

Juric: Genau dieses Thema werden wir demnächst auf einer Sitzung mit dem Vorstand besprechen. Wenn nicht klar ist, dass in den nächsten ein, zwei Saisons der Aufstieg ansteht, muss ich ehrlich zugeben, fehlt mir schon ein wenig die Motivation. Wenn wir aber aufsteigen wollen, müssen wir das Thema von Anfang an offensiv angehen. Nicht mit ,vielleicht‘ oder ,schauen wir mal‘! Wir werden dann schon sehen wie wir diesen Druck aushalten

Diese neue Zielsetzung wäre dann aber auf jeden Fall mit einem Umbruch beim TV Altdorf verbunden, oder?

Juric: Ein kleiner Umbruch steht ja automatisch an, weil wir jetzt in unserer neuen zweitligatauglichen Halle spielen können. Nach der Zeit in Schwaig haben wir endlich wieder so etwas wie einen Heimvorteil und auch in Sachen Zuschauer wird das ein neuer Maßstab für uns werden. Aber klar, wir müssen dann auch ein paar erfahrene Spielerinnen dazu holen. Denn ich habe keine Lust aufzusteigen und dann jede Woche auf die Mütze zu bekommen. Wenn das Ziel die 2. Liga ist, dann brauchen wir auch die nötige sportliche Qualität.

Theoretisch müssten Sie bei Ihrer Suche nach erfahrenen Spielerinnnen gar nicht so weit fahren. Beim VfL Nürnberg weiß man ja bekanntlich nicht ob und wie es weitergeht. Wäre da nicht die ein oder andere Kandidatin für den TV Altdorf dabei?

Juric: Ich fände es erstmal sehr schade, wenn es beim VfL nicht mehr weitergehen würde. Denn alle beteiligten haben über eine lange Zeit von der Rivalität beider Vereine auch profitiert. Allerdings kann ich mir jetzt nicht vorstellen, dass die ein oder andere Nürnberger Spielerin zu uns kommt, dafür sind die Gräben noch zu tief.

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann