Festkommers zu 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Altdorf

Edel ist die Wehr, hilfreich und gut

Die für 25 oder 40 Jahre Mitgliedschaft bei der Feuerwehr Geehrten mit ihren Lebenspartnern sowie Altdorfs Bürgermeister Erich Odörfer (li.), Kreisbrandrat Norbert Thiel und Landrat Armin Kroder (re.). | Foto: Hornung2017/06/Altdorf-FFW-Festkommers-Geehrte.jpg

ALTDORF – Das festliche Ambiente mit wallendem Deckenbehang und glänzenden Kronleuchtern stimmt und auch im Hinblick einer farblichen Symbolik zeigt sich die Ludersheimer Eventhalle dem Anlass angemessen: Rot wie Wappen und Fahrzeuge der Wehr sind die Wände, in der sich die Altdorfer Kameraden und ihre Gäste versammeln. Der Anlass ist kein geringerer als die Feier des 150-jährigen Jubiläums der Altdorfer Freiwilligen Feuerwehr.

Ans Rednerpult an der Stirnseite der Halle tritt eine kleine Frau mit großer Ausstrahlung. Sie trägt die schneidige Uniform der Altdorfer Wehr und spricht mit klarer, lauter Stimme: „Wir schreiben das Jahr 1867“, nimmt Kerstin Schmidt, zweite Vorsitzende der FFW Altdorf, die Gäste mit auf eine kleine Zeitreise. „Als Neuheiten werden auf der Weltausstellung in Paris ein hydraulischer Fahrstuhl und Stahlbeton vorgestellt. In London brennt das berühmte „Her Majesty‘s Theatre“ ab. Der schwedische Industrielle Alfred Nobel lässt seine Erfindung Dynamit patentieren. In Altdorf wird am 10. März 1867 eine Freiwillige Feuerwehr gegründet.“ Charmant und effektiv, mit den richtigen, aber nie zu vielen Worten, führt Kerstin Schmidt durch den Abend.

Zahlreiche Gäste gratulieren

Welche Bedeutung die Feuerwehr dort hat, wird klar, wenn man sich ansieht, wer heute alles gekommen ist: Neben der Feuerwehrführung des Landkreises, zahlreiche Gäste aus Politik und Kirche, die Helferkollegen von Polizei und Rotem Kreuz, Förderer aus der Wirtschaft und Vertreter befreundeter Vereine, die Partnerwehr aus Oberölsbach und natürlich viele Mitglieder der hiesigen Feuerwehr selbst, sowohl der Altdorfer, als auch der Außenortswehren, die im Rahmen der Feier für ihre lange, verdienstvolle Mitgliedschaft geehrt werden.

Das Ambiente im festlichen Saal in Ludersheim passte zum feierlichen Anlass.2017/06/Altdorf-FFW-Festkommers-Saal.jpg

 

Altdorfs Bürgermeister Erich Odörfer würdigt als erster Redner die Leistung der Wehr und sagt: „Wir sind stolz auf euch!“ Ihm schließen sich Stadträte, Wirtschaftspartner, Vereine und die Partnerwehr an. Ein jeder weiß von einem persönlichen Erlebnis, einem nahen Verwandten oder eigener Feuerwehrerfahrung zu berichten. Routine, Geschick und Können, Gemeinschaftsleistung und ehrenamtliches Tun werden lobend erwähnt. Der Kamerad aus Oberölsbach fasst zusammen: „Dass ihr eine tolle Feuerwehr seid, sieht man immer wieder.“

„Ich wünsche mir…“

Einen Blick in die 150-jährige Geschichte der Wehr gibt ihr erster Vorsitzender Christian Widerspick und setzt die Feuerwehr neben dem historischen auch in einen literarischen Kontext: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!“ Der bekannte Satz des Dichters Goethe beschreibe auch etwas Genuines der Feuerwehr. Edel sei ihr Idealismus, hilfreich sei sie jenen, die in Not geraten sind und ihr Helfen mache die Welt ein kleines bisschen besser. „Ich wünsche mir“, schließt Widerspick mit der Haltung eines träumenden Martin Luther King, „dass das, was uns in der Vergangenheit stark gemacht hat, weiterhin gilt. Dass die Führungskräfte ihre Mannschaft fördern und fordern. Dass Führung und Mannschaft auch nachts kommen, um die 1000. Ölspur ihrer Karriere zu kehren, um den brennenden Mülleimern das Fürchten zu lehren. Dass wir Neue mit offenen Armen in unserer Mitte aufnehmen. Dass…“

Zukunftsmusik lässt Kommandant Martin Bösel verlauten: „Agenda 2067. Wir schreiben nieder, was wir benötigen.“ Einen Punkt, den er anspricht, erwähnte auch Erich Odörfer, und so dürfte es vielleicht wirklich nicht mehr lange dauern, bis die Altdorfer eine neues Feuerwehrhaus bekommen.

„Wenn’s brennt und kracht“

Am Höhepunkt des Abends ehrten Kreisbrandrat Norbert Thiel und Landrat Armin Kroder zahlreiche Feuerwehrleute aus Altdorf und den Außenortswehren für ihre Verdienste. Eine Auszeichnung für 25 Jahre erhielten: Bernd Bayerlein, Holger Hübner, Mario Kibinger, René Obst, Evelyn Vestner, Wolfgang Weiß, Rainer Högner, Herbert Tischner, Thomas Habermann, Markus Hupfer, Ralph Wägner, Gerd Wahler, Helmut Walter, Horst Gruber, Stefan Hupfer und Jörg Neidel. Für 40 Jahre wurden geehrt: Karlheinz Pfälzner und Herbert Roth. Kreisbrandrat Thiel erinnerte an das demokratische Miteinander in der Wehr – „Wenn‘s brennt und kracht, dann sind wir eine Wehr.“ –, Landrat Kroder an ihre selbstverständliche Professionalität.

Zu Ehrenmitgliedern der Feuerwehr ernannten Christian Widerspick und Kerstin Schmidt ihre Kameraden Peter Meindel, Walter Schulz und Harald Nunweiler.

Die neuen Ehrenmitglieder2017/06/Altdorf-FFW-Festkommers-Ehrenurkunden.jpg

 

Die Altdorfer Freiwillige Feuerwehr hat derzeit 380 Mitglieder, davon 70 Aktive, 35 Passive, 60 Jugendliche, 25 Kinder und 190 Fördermitglieder.

Fest Ende Juni

Ihre Jubiläumsfeierlichkeiten setzt die Feuerwehr am Samstag, 24. Juni, und Sonntag, 25. Juni, mit einem großen Fest auf dem Marktplatz in Altdorf fort, mit Einblick in die Tätigkeiten der Wehr, Kinder- und Jugendprogramm, Musik und einem Grußwort des Jubiläums-Schirmherren, Innenminister Joachim Herrmann.

N-Land Julia Hornung
Julia Hornung