Raiba-Weihnachten

TVA-Handballer gewinnen Derby gegen Winkelhaid

Der Bleichanger bebt

Eine fantastische Kulisse für ein BOL-Spiel: Die Grundschulhalle war beim Derby natürlich fest in Altdorfer Hand.2017/11/tvatsvwinkelhaidzuschauer.jpg

Jubel, Trubel, Heiterkeit beim TVA! Das BOL-Derby zwischen dem TV Altdorf und dem TSV Winkelhaid wurde den Erwartungen mehr als gerecht. In einem packenden Nachbarschaftsduell setzte sich der Gastgeber aus der Wallensteinstadt mit 27:22 (12:7) verdient durch und ist nun als Aufsteiger ins obere Tabellendrittel vorgerückt.

ALTDORF – 13 Jahre, verdammt lang her! Aber am vergangenen Sonntag hatte das Warten ein Ende. Die Farbe der frisch gemalten Plakate war trocken und die Stimmen der Altdorfer Schlachtenbummler bereits erfolgreich beim Sieg der Altdorfer Handball-Damen gegen Oberviechtach eingesungen. Und als der eigens auf der Homepage des TVA eingerichtete Derby-Countdown dann endlich auf null sprang und die Startsirene den ersten Handball-Classico zwischen dem TV Altdorf und dem TSV Winkeklhaid seit 2004 einleitete, kannte die Vorfreude in der pickepackevollen Grundschulhalle keine Grenzen mehr.

Über 300 Zuschauer hatten sich am Bleichanger versammelt und bereiteten diesem Ereignis einen phänomenalen Rahmen. 60 Minuten lang feuerten die Anhänger ihre Heimmannschaft frenetisch an, um endlich wieder einen Derby-Sieg nach Altdorf zu holen.

TVA wirkte zunächst gehemmt

Von der grandiosen Kulisse war der TVA in den nervösen Anfangsminuten sichtlich gehemmter als die Gäste aus Winkelhaid. Über einen konzentrierten Abwehrverbund um die derbyerfahrenen Recken Göttlich und Rettenbacher kam der TSV zu einem schnellen 3:1. Das sollte allerdings die einzige Führung der Winkelhaider bleiben.

Hart, aber nie unfair – eben genau so wie es sich für ein Derby gehört. Die Partie am Bleichanger wird den Beteiligten sicher noch lange in Erinnerung bleiben.2017/11/tvatsvwinkelhaid.jpg

Altdorf kam nach diesem Rückstand langsam auf Betriebstemperatur und legte besonders in Person des pfeilschnellen Flügelflitzers Frank Abraham den Derbygang ein.

Winkelhaid agierte in der Abwehr weiterhin resolut und versuchte so den schnellen Altdorfer Spielfluss zu unterbinden. Der TVA spielte nervös und zeitweise zu kompliziert, zu viele schlampige Rückraumwürfe waren leichte Beute für die Winkelhaider Hintermannschaft.

Kongeniales Duo Pechtl/Volz

Bedanken konnte man sich in dieser Phase bei der eigenen Abwehr um das kongeniale Duo Patrick Pechtl und Domi Volz. Gerade der erst 22-jährige Volz agierte in seiner ersten Partie gegen den TSV derart abgeklärt, dass man meinen konnte, er hätte bereits zu Zeiten eines Hermann Pranz Derbys für Altdorf gespielt. Als dann Patrick Pechtl an der Mittellinie den Ball eroberte und den Konter im Netz versenkte, wurde das erste Mal an diesem Tag die Dezibel-Zahl im Block 3c aufs Maximum gedreht.

Altdorf stabilisierte sich nun beim Stand von 9:6 und zog endlich sein technisch anspruchsvolles und schnelles Spiel auf. Tobi Pechtl und immer wieder der an diesem Tag überragende Simon Sturm stellten eine komfortable Fünf-Tore-Führung zur Halbzeit her (12:7)

Winkelhaid warf alles in die Waagschale

Die zweite Hälfte begann exakt wie die erste. Altdorf schluderte wieder und wurde trotz der Führung immer unsicherer. Hinzu kam, dass Simon Sturm in der Abwehr nicht mehr mitwirken konnte, da er bereits frühzeitig seine zweite Zwei-Minuten-Strafe absaß.

Winkelhaid selbst warf nochmal alles in die Waagschale und agierte in direkter Manndeckung gegen Spielmacher Sturm, was sich am Anfang bezahlt machte. Das Spiel wurde wieder enger und härter und beim Stand von 18:17 war Winkelhaid plötzlich wieder dran.

Dramatische Schlussphase

Es lief alles auf eine dramatische Schlussphase hinaus, beide Mannschaften und die Fans gingen an ihr Maximum.

Dann verletzte sich jedoch der Winkelhaider Mangold durch einen unglücklichen Zusammenprall schwer am Arm und konnte nicht mehr weiterspielen. Nicht nur durch dieses Handicap merkte man den Gästen an, dass sie ihrer kräftezehrenden Abwehrarbeit langsam Tribut zollen mussten.

Das junge Altdorfer Team hielt dagegen und schaffte es, wie so oft schon in dieser Saison, das Spiel im Kollektiv wieder an sich zu reißen. Von der Bank kommend stellten Leon Kopp und Ruhrpott-Import Niklas Werner durch einen Rückraumkracher wieder eine Drei-Tore-Führung her (21:18).

Winkelhaid bäumte sich auf

In der 52. Minute bäumte sich Winkelhaid beim 21:20 noch ein letztes Mal auf. Aber Altdorf wollte den Sieg jetzt mit aller Macht und erhöhte noch einmal erbarmungslos das Tempo.

Matze Gniza im Tor leitete mit zwei ganz wichtigen Paraden schnelle Gegenangriffe über Christian Heisler und abermals Matchwinner Sturm ein: Diese Treffer verwandelten die Halle endgültig in ein Tollhaus (27:22)

Der Rest war Schaulaufen und gerechtfertigte Ergebniskosmetik der Winkelhaider. Der Block 3c intonierte „Oh wie ist das schön“ und feierte den verdienten Derbysieger aus Altdorf.

Beide Mannschaften haben nun genau 141 Tage Zeit weitere wichtige Punkte gegen den Abstieg zu sammeln – bis man sich dann nächstes Jahr am 7. April in Winkelhaid wieder sieht. In beidseitiger Hoffnung, danach nicht wieder 13 Jahre auf das nächste Derby warten zu müssen.

Für den TV Altdorf spielten: M. Gniza (TW), Y.Krug (TW), D. Gerber (TW), C. Heisler (2); S.Sturm (11/5), P. Pechtl (3), N. Werner (2), D.Volz (1), F. Abraham (4), T. Pechtl (2), M. Seidel, M. Putz, L. Kopp (2), B. Pichlik

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