Altdorfer Eltern in Not

Betreuungsplätze für Kinder dringend gesucht

Derzeit gibt es in Altdorf und den Außenorten 795 Betreuungsplätze für Kinder – inklusive der Plätze für Mittagsbetreuung. Die Fachleute am Landratsamt sagen aber: Das reicht nicht. Mit den neuen Baugebieten wird es viele neue kleine Mitbürger geben. | Foto: Fotolia2018/04/Kiga.jpg

ALTDORF – Das Thema Kinderbetreuungsplätze brennt den Bürgern in Altdorf und den zugehörigen Außenorten unter den Nägeln. Für Rathauschef Erich Odörfer wurde das spätestens auf mehreren Bürgerversammlungen deutlich, als Väter und Mütter sich zu Wort meldeten und von den Schwierigkeiten berichteten, vor Ort einen Kindergarten- oder Hortplatz zu bekommen. Neue Betreuungsplätze sollen jetzt Abhilfe schaffen.

Damit es schnell geht, hat der Stadtrat ohne Vorberatung – die eigentlich von den Grünen gewünscht wurde – der finanziellen Unterstützung eines neuen Kindergartens in Rasch und weiterer Kinderbetreuungsplätze im Mühlweg zugestimmt.

In Rasch will die evangelische Kirche einen neuen dreigruppigen Kindergarten bauen, im Mühlweg beabsichtigen die Rummelsberger die Erweiterung der dortigen bislang zweigruppigen auf eine viergruppige Kinderkrippe, eine der neuen Gruppen soll als Integrativgruppe eingerichtet werden.

Damit können in Rasch 25 zusätzliche Kiga-Plätze und am Mühlweg 40 weitere Betreuungsplätze geschaffen werden, hinzu kommen 25 neue Hortplätze im AWO-Kinderhort in der Weißturmgasse.

Neue Baugebiete

Ob das allerdings reicht, ist offen, weil die Zahl der Kinder in Altdorf und den zugehörigen Orten wächst. An der Rascher Straße füllt sich das Baugebiet, hier sind junge Familien mit Kindern zugezogen. Dasselbe erwartet man für das Baugebiet an der Riedener Straße, dessen Erschließung abgeschlossen wurde.

Auch in einem neuen Baugebiet in Hagenhausen, das extra für junge Familien ausgewiesen wurde, werden Kinder aufwachsen, die Betreuungsplätze brauchen.

Darüber hinaus sind 20 Sozialwohnungen in der Rascher Straße geplant, und im Bergholzweg in Rasch steht ein weiteres kleines Baugebiet bereit.

Derzeit gibt es in Altdorf und Hagenhausen 142 Krippenplätze für Säuglinge und Kleinkinder bis drei Jahren, in Altdorf, Unterrieden, Röthenbach, Eismannsberg und Rasch 428 Plätze für Kindergartenkinder, in Altdorf 63 Hortplätze und weitere Schulkinderbetreuungsplätze in Kindergärten und in der städtischen Mittagsbetreuung – insgesamt 795 Plätze für Kinder.

Das ist viel, aber nicht genug. Die Fachleute des Landratsamts haben der Stadt deshalb zwischenzeitlich empfohlen, weitere Kindergartengruppen in Altdorf zu schaffen. Weil der Freistaat derzeit relativ großzügig Fördermittel bereitstellt, engagieren sich die Altdorfer jetzt.

Software soll helfen

Um künftig bei den Anmeldungen der Kinder in den einzelnen Einrichtungen in der Stadt und den Außenorten einen besseren Überblick zu erhalten, schaffen die Altdorfer wie die Feuchter ein Software-Programm an, mit dem Stadtratman dem Durcheinander bei den Neuanmeldungen begegnen will.

Bislang gehen viele Eltern bei der Anmeldung ihrer Kleinen im Kindergarten auf Nummer Sicher und melden bei drei, vier oder fünf verschiedenen Einrichtungen an – nach dem Motto: irgendwo wird sich doch ein freier Platz finden. Wenn der dann gefunden ist, vergessen viele, bei den anderen Kigas anzurufen und abzusagen. Mit der Folge, dass kurz vor Beginn des Kindergartenjahres immer Alarmstimmung in den einzelnen Betreuungseinrichtungen herrscht, weil durchweg alle voll sind.

Mit dem neuen Programm hoffen die Altdorfer, hier Ordnung zu schaffen. Dazu wollen sie die Träger der einzelnen Kigas zur Nutzung der Software verpflichten, denn die hilft nur, wenn sie auch in jedem Kindergarten angewandt wird. Thomas Dietz (FW/UNA) brachte es im Stadtrat auf den Punkt: „Eltern wie Kindergärten brauchen Planungssicherheit.“ Und CSU-Fraktionschef Thomas Kramer ergänzte, dass sich der Stadtrat unbedingt noch einmal über den zukünftigen Bedarf unterhalten müsse.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten