Autor fremdelte nicht

Autor Helmut Vorndran bei seiner Lesung im Café Riedner.2010/05/Vorndran.jpg

ALTDORF – Dass sich das Leben des Autors zwischen Coburg und Bamberg abspielt, ist in seinen beiden bisher erschienenen Krimis immer deutlich zu erkennen. Da erscheinen wohl bekannte Städte, Dörfer und Flüsse, und stimmiges Lokalkolorit und genaue Detailkenntnis sind auch wesentliche Elemente seines Schreibens.

Vor allem ist die Liebe Helmut Vordrans zur Landschaft und dem Wesen Oberfrankens stets zu spüren. Und das auch bis in die derben Variationen des dörflichen Lebens. Seine scharfe Beobachtungsgabe und sein genaues Bennenen der Dinge lassen immer auch den Kabarettisten in ihm erkennen. Und so bleibt der bisweilen auch skurril erscheinende Handlungsverlauf  stets nachvollziehbar und in seinen Personen immer konkret und authentisch. Und genau so präsentierte sich Vorndran auch bei „Kultur im Riedner“.
Seine launigen Sätze über die Krimi-Texte hinaus, sein spontanes Eingehen auf Einwürfe der Besucherinnen, seine Nähe zum Publikum verrieten während der fast zweistündigen Veranstaltung nicht nur professionelles Auftreten, sondern ebenso, dass er zu dem, was er sagt, auch steht. Dass es sich nicht um ein geschicktes Marketing-Verhalten handelt, sondern um ein persönliches Bedürfnis. So verwundert es auch nicht, dass Helmut Vorndran  das Thema „Missbrauch in der Kirche“ bereits in seinem ersten Buch „Alabastergrab“ behandelt hat, also zu einer Zeit, als es wahrlich noch kein wichtiges Medien-Thema war.
Doch geht es in seinen Büchern nicht nur um ernste Themen: das Kriminalistische und der Humor kommen dabei auch nicht zu kurz. Und besonders seine hintergründig-humorvollen Szenen und Beschreibungen hatten es dem Kaffeehaus-Publikum angetan. Herzliches Lachen und ebenso herzliche Zugabe-Wünsche erfüllte der Oberfranke aus dem Itzgrund im mittelfränkischen Altdorf sichtlich gerne. Und dabei „fremdelte“ er nicht und „riskierte“ nach getaner Arbeit tatsächlich eine ihm nicht vertraute Stadtwurst aus Altdorf.

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